"Bevölkerung hat es selbst in der Hand"

Von der Baustelle zur Disco: Lohnt sich ein Comeback des Wasserburger "Uni"? 

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Derzeit gleicht die Disco "Universum" mehr einer Baustelle als einer Partylocation. Ab September aber soll sich das ändern. 
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Wasserburg - Nachtschwärmer im Altlandkreis könnten bald wieder einen Stopp in der Innstadt einlegen: Die Chancen, dass die Disco "Universum" bald ein Comeback feiert stehen gut. 

Hans Enzinger möchte die Geschichte des "Uni" weiterführen. Vorgesehen ist eine Wiedereröffnung Ende September 2019. Noch gebe es aber keinen festen Termin. "Ich bin vorsichtig geworden", erklärt er im Gespräch mit wasserburg24.de und spielt damit auf die zögerlich erteilten Genehmigungen in punkto Brandschutz an. "Wer weiß was noch alles kommt, wenn man es nicht erwartet."  

Das Problem, warum die Disco seit 2015 geschlossen ist und nurmehr zeitweise mithilfe von Sondergenehmigungen öffnen durfte, seien Enzinger zufolge die vielen Prüfungen gewesen. 

Disco wieder im Kommen? 

Die Bars haben bereits einen neuen Anstrich bekommen. 

Nachdem die Disco seit über vier Jahren dicht ist, steht die Frage im Raum, ob sich eine Wiedereröffnung überhaupt noch lohnt. "Da stehen tatsächlich drei große Fragezeichen dahinter", erwidert der Betreiber, der auch den angrenzenden Sportpark Fit&Fun besitzt, achselzuckend.  

1990 sei er "wie die Jungfrau zum Kind" zu dem Bau der Disco gekommen. Damals habe Altbürgermeister Dr. Martin Geiger ihm das Grundstück des Sportparks mit der Bitte, Räume für eine Disco zu schaffen, verkauft. Der Grundgedanke sei die Schaffung eines Mittelzentrums für die junge Bevölkerung Wasserburgs außerhalb der Altstadt gewesen. Denn Probleme wie Anwohnerbeschwerden aufgrund der Lautstärke oder Parpklatzsuche hatte das "Uni" nie: "In den 90er-Jahren ist die Disco brutal gut gegangen", erinnert sich Enzinger. 

Und heute? "Das ist jetzt ein Versuch und ich bin guter Dinge, dass die Leute auch kommen. Ich glaube, dass die Disco wieder im Kommen ist. Selbst wenn man sich via Online-Dating zuerst nur von Bildschirm zu Bildschirm kennen lernt - verabreden muss man sich immer noch live vor Ort und welche Location wäre besser geeignet? In der Disco geht es immer noch um 'sehen und gesehen werden'", ist der Betreiber überzeugt und betont gleichzeitig: "Ich gehe mit der Eröffnung ein Risiko ein und es ist auch klar, dass ich mir keine goldene Nase verdienen werde. Die zahlreichen Festl in den kleinen Gemeinden und Weilern von umliegenden Vereinen und Institutionen locken beinahe das ganze Jahr Besucher an. Da wird es freilich nicht leicht, dagegen anzukämpfen. Aber einen Versuch ist es wert. Die Bevölkerung hat es selbst in der Hand, ob sich das 'neue alte Uni' wieder etablieren wird oder nicht." 

Die Zusammenarbeit mit Security und Polizei sei immer gut gelaufen. An diesen Erfolg wolle Enzinger mit der Eröffnung anknüpfen. Zudem plane er eine verstärkte Videoüberwachung auch auch dem Parkplatz. Vorstellen könne er sich auch einen Ausbau der Busverbindung für Nachtschwärmer. Ihm schwebe eine Art Shuttle-Bus, der zwischen der Alkorstraße und der Altstadt pendelt, vor. Dazu müssten jedoch erst Gespräche mit der Stadt geführt werden. 

Aktuell noch Baustelle statt Partylocation

Die Räume im Inneren gleichen indes noch einer Baustelle, es wird noch gewerkt und geschraubt. Verkleidungen für die Bar und Wände sind angebracht, es soll aber noch ein neues Soundsystem installiert werden.

Das "Uni" soll die bisher während des Frühlingsfests gut besuchte Fit&Fun-Wiesnparty ersetzen. Denn die fand heuer zum letzten Mal statt in den ehemaligen Tennishallen des Sportparks Fit&Fun. Seit August 2019 vemietet Enzinger die Hallen als Lager an das RKW, aktuell wird umgebaut. Die Festbesucher sollen künftig also ins "Uni" ausweichen, wenn sie nach dem Bierzelt-Ende um 23 Uhr noch weiterfeiern möchten. 

Was der Disco "Universum" weiterhin fehlt ist ein Pächter. "Wir sind in Gesprächen und es schaut gut aus. Interessenten sind da - auch aus der Branche - wir sind nach wie vor offen für neue Angebote", betont der Betreiber abschließend. 

Die "Fit&Fun-Party" im Erdgeschoss des Sportparks wird übrigens nach der Sommerpause im Herbst wieder wie gewohnt einmal im Monat veranstaltet. Wenn das "Uni" in Bälde wieder regelmäßig geöffnet hat, soll es auch gemeinsame Partys geben. 

mb

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