Geplanter Wohnkomplex in Attel treibt Stadt weiter um 

Folgt auf den Kahlschlag bald der Abriss der Klosterschänke? 

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Schlägt für die Klosterschänke in Attel bald die letzte Stunde? Das Gebäude soll einem Neubau weichen, ginge es nach dem Grundstücksbesitzer. Die Bäume auf der Rückseite sind bereits gefällt worden. 
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Wasserburg/Attel - Auf einem Attler Grundstück soll ein Mehrfamilienhaus mit 30 Wohneinheiten samt Tiefgarage enstehen. Obwohl der Bauausschuss dem Planentwurf so nicht zustimmte, ist die Debatte noch nicht vom Tisch. Vor allem das Streitthema Baumfällung rückt in den Mittelpunkt. 

Ein Kahlschlag des Baumbestands im Wasserburger Ortsteil Attel sorgte für entsetzte Gesichter. "Es gab einen Baumbestand", wies Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann explizit auf die Vergangenheitsform hin. "Linden und Buchen - viele große Bäume wurden gefällt. Eine einzige Trauerweide steht noch ganz traurig im Eck", untermauert Herrmann die Metapher. 

Doch der Stadt seien in diesem Fall die Hände gebunden gewesen, denn die Bäume befanden sich, so Herrmann, auf Privatgrund. "Eine Schlagung ist bis Ende Februar erlaubt, das hat der Besitzer sich wohl zu Nutzen gemacht und dafür gesorgt, dass zumindest der Baumbestand kein Hindernis mehr in punkto geplanter Wohnkomplex darstellt." Auf dem Grundstück grasen derzeit noch Pferde in eingezäunten Weiden - mittlerweile aber ohne Bäume.  

Der Kahlschlag auf der Rückseite der Klosterschänke in Attel sorgte für Unbehagen im der jüngsten Sitzung des Wasserburger Bauauschusses - vor allem bei Peter Stenger (SPD) und Umweltreferent Lorenz Huber (Bürgerforum). In der Regel solle man Baumfällungen vorab mit der Stadt abstimmen und abklären lassen, erläutert Herrmann den üblichen Weg. 

Die Rückseite der Klosterschänke: Bis vor kurzem standen hier inmitten der Pferdeweide zwei Bäume, von denen nur mehr der abgeschnittene Stamm übrig ist. 

"Als ich den Bebauungsplan zum ersten Mal gesehen habe, habe ich sofort gesagt, so geht es nicht", betont die Stadtbaumeisterin gegenüber wasserburg24.de. 67 Meter lang soll der geplante "Riegel" werden. Er füge sich schon alleine aufgrund seiner Dimension nicht in die Umgebung ein. Deshalb sei die Beschlussvorlage zu diesem Antrag auch negativ ausgefallen. 

So geht es weiter mit dem Antrag auf das Attler Bauvorhaben: 

Der erste Schritt wird nun die Kontaktaufnahme mit Kollegen des Rosenheimer Landratsamts sein. Man wolle das weitere Vorgehen in der Debatte "Hand in Hand" angehen und sich gemeinsam einer denkbaren Lösung nähern. "Möglicherweise setzen wir auch einen Ortstermin in Attel an", erklärt Herrmann. "Denn dem verhältnismäßig kleinem Grundstück wird mit der geplanten massiven Bebauung in Bezug auf Länge und Größe schon einiges zugemutet." 

Die Umgebungsbebauung sei laut Herrmann "geprägt von offener Bauweise und zweigeschossigen Ein- und Zweifamilienhäusern". Lediglich nördlich des Baugrundstückes befinde sich ein viergeschossiges Wohnheim der Stiftung Attl. Aus baulicher Sicht stelle der Planentwurf der 30 Wohneinheiten einen "Sonderfall" dar. Vorstellen könne sich die Stadtbaumeisterin einen Wohnkomplex, bestehend aus zwei oder drei Baukörpern, der sich in das Wohngebiet einfüge

Im Falle einer Genehmigung müsste neben den bereits gefällten Bäumen auch die Klosterschänke weichen. Das Gasthaus befindet sich nämlich ebenfalls auf dem Privatgrundstück, das bebaut werden soll. "So weit sind wir aber noch nicht", macht Herrmann zum Schluss deutlich. Es bleibt also abzuwarten, wie es mit der geplanten Neubebauung und der Zukunft der Klosterschänke in Attel weitergeht. 

mb

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