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Schulz will Parteibasis über SPD-Regierungsbeteiligung abstimmen lassen

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Geringes Interesse an ISEK-Bürgerversammlung 

"Alle regen sich auf - geht's ums Mitentscheiden, kommt keiner!" 

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Viel Freiraum herrschte rund um die Tafeln, auf denen die Wasserburger ihre Ideen zur Stadtentwicklung einbringen konnten. Das Interesse an der ISEK-Bürgerversamlung war eher gering. 
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Wasserburg - Zusammen mit den Bürgern wollten die Verantwortlichen des ISEK am Dienstagabend die Zukunft der Stadt analysieren. Viele aber kamen erst gar nicht. Sind die Wasserburger wirklich so desinteressiert an der Entwicklung ihrer Innstadt? 

Rund 40 Plätze waren im Rathaussaal bei der Bürgerversammlung im Rahmen des "Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts", kurz ISEK, am Abend des 24. Oktobers besetzt. Skeptische Blicke von Bürgermeister und Stadträten wanderten in die leeren Reihen. "Wir hätten schon erwartet, dass mehr Leute ihr Interesse an der Stadtentwicklung bekunden", zeigte sich Werner Gartner, Wasserburgs Zweiter Bürgermeister, enttäuscht. "Alle regen sich auf - geht's ums Mitentscheiden, kommt keiner", lautete der allgemeine Tonus von Seiten der Stadtratsmitglieder, die im Gegensatz zu den Bürgern zahlreich im Rathaussaal erschienen waren. 

Zwei der nur 40 Zuhörer auf der ISEK-Bürgerversammlung im Rathaussaal. 

Der Inhalt der Veranstaltung war kein neuer: Die beiden Städteplaner Dr. Robert Leiner und Michael Leidl stellten einige Zukunftsvisionen für die Innstadt vor. Anschließend hatten die Wasserburger die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen in die Planungen einzubringen. Nachhaltigkeit und kooperative Stadtentwicklung sind die Leitlinien des ISEK-Konzepts für  Wasserburg. Unterteilt wird die Stadt in folgende Punkte:

  • Positionierung: offen, identitätsstark und als zukunftsorientiertes Zentrum im Wasserburger Land
  • Einzelhandel: Die Altstadt als zentraler Verorgungsbereich
  • Wirtschaft: etablierter Wirtschaftsstandort, der die Entwicklung von Existenzgründern unterstützt
  • Tourismus: Ausflugsziel für Umland, München-Metropole und Chiemsee-Alpenland-Tourismus 
  • Stadtmarketing: aktive und innovative Stadt, in der Zukunftsthemen sichtbar werden
  • Wohnen: ressourcenschonend, bezahlbarer Wohnraum und nachhaltige Wohnquartier
  • Verkehr: aus der Altstadt führen, reduzieren, Anreize für die Nutzung des ÖPNV geben
Was könnte man in Wasserburg künftig verbessern? Die Wasserburger brachten ihre Ideen auf den Tafeln zu Papier.

Die beiden Namensgeber der Stadt, Wasser und Burg, spielen bei den Städteplanern ebenfalls eine große Rolle. Michael Leidl ist der Meinung, hier könne man mehr rausholen. Öffentliche Aufenthaltsorte direkt am Fluss, ein Flussbad, kreative Wasserinstallationen könnten den Inn präsenter machen. Auch die ehemaligen Mühlen tristen ein Schattendasein und sollten laut Leidl mehr ins rechte Licht gerückt werden. 

Auch im Thema Burg steckt laut dem Städteplaner Potential: "Der Ausblick über die Altstadt ist eine Wertschätzung, die man beispielsweise mit einem Burg-Café näher in den Fokus rücken könnte." 

Was Leidl ebenfalls thematisierte war der viel diskutierte fehlende Biergarten. Auch unsere wasserburg24.de-Stadtumfrage hat ergeben, dass sich jeder zweite einen Biergarten wünscht

Ein neuer Ansatzpunkt sei der Bereich rund um den Kaspar-Aiblinger-Platz entlang des Salzstadels bis zum Heisererplatz. Besonders den Salzstadel sieht Leidl als Chance: "Wenn die Polizeiinspektion umzieht, wird das Gebäude leer. Es würde sich anbieten, hier einen zentralen Treffpunkt für Veranstaltungen im Inneren zu etablieren und sogar einen Biergarten auf den Grünflächen zu realisieren." 

Der Salzstadl am Heisererplatz - könnte das alte Gebäude als zukünftiger Treffpunkt dienen? 

Die Wünsche der Bürger zur Stadtentwicklung:

  • Einbeziehen von Jugendlichen in die Stadtplanung (Freizeitflächen, Sportstätten, Räume für Jugendliche in möglichen Bürgertreffs z.B. mit Bowlingbahn)
  • Fähre zum Blaufeld wiederbeleben
  • Grüngürtel erhalten 
  • Wohnleerstände prüfen 
  • vorhandenen Wohnraum auf künftiges "Generationenwohnen" vorbereiten
  • Autofreie Altstadt
  • Parkdecks am Badria-Parkplatz
  • ÖPNV von Reitmehring in die Altstadt verbessern
  • Altstadtbahn als Identifikationsfaktor wieder zum Leben erwecken 
  • Radweg nach Reitmehring über die Altstadtbahntrasse
  • Bessere Parkplätze für (Touristen)busse
  • Behutsame Nahverdichtung der Altstadt
  • Freiflächen erhalten bzw. wiedergewinnen
  • Gastronomie mit Innblick - auch für Touristen 
  • Bürgerversammlungen mit direktem Ideenaustausch und weniger Theorie

Ihre Meinung zu Wasserburgs Zukunft:

mb

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