Hochwasserlage in Wasserburg

Innbrücke wieder befahrbar - Bagger abgezogen

Die Hochwasserlage in Wasserburg am Inn an der Roten Brücke nach den Niederschlägen am Mittwochmorgen, 5. August 2020.
+
Die Hochwasserlage in Wasserburg am Inn an der Roten Brücke am Mittwochmorgen, 5. August 2020.

Wasserburg - Wegen des massiven Dauerregens kam es in der gesamten Region aktuell zu Überschwemmungen. Am Dienstag musste wegen der unsicheren Hochwasserlage sogar die Innbrücke gesperrt werden.

Update, Mittwoch, 9 Uhr: Innbrücke für Verkehr wieder freigegeben


Die Innbrücke ist für den Verkehr wieder komplett freigegeben. Der Deich (Inndamm) bleibt am Mittwochvormittag für Fußgänger noch gesperrt und wird dann nach weiteren Sichtungen bei Tageslicht nach und nach freigegeben, wie die Feuerwehr Wasserburg am Inn am frühen Morgen mitteilt.

Ein Bagger war wegen der akuten Hochwassersituation auf der Wasserburger Innbrücke im Einsatz.

Update, 19.25 Uhr: Brücke noch die ganze Nacht gesperrt

Die Innbrücke zur Wasserburger Altstadt wird noch die ganze Nacht für den Verkehr gesperrt. Das bestätigt Stefan Gartner von der Feuerwehr Wasserburg am Inn auf Nachfrage von wasserburg24.de. „Unser Ziel ist es, den Verkehr ab Mittwochmorgen wieder zumindest zu Beginn einspurig zu leiten. Der Bagger aber wird auf jeden Fall noch im Einsatz bleiben - auch weil wir mit weiterem Schwemmholz rechnen, das sich bei diesem akut hohen Wasserstand des Inns in den Brückenpfeilern verkeilen könnte. Wir erwarten, dass der Scheitel demnächst erreicht wird und die Wassermassen sind bereits leicht rückläufig, bleiben aber auf Habacht."

Bei der Wehr wurde über Nacht ein Schichtbetrieb eingeteilt, der die Rote Brücke und den Pegel des Inns im Auge behält und notfalls schnell reagieren kann. Teilweise stehen auch schon Sandsäcke bereit. Für Fußgänger ist die Brücke mittlerweile wieder passierbar, es sammeln sich jedoch weiterhin Schaulustige um das Geschehen. Die Feuerwehr mahnt nach wie vor zur Vorsicht. Indamm und Wege direkt am Inn sind wegen Überflutung gesperrt. Derweil hat es in der Innstadt aufgehört zu regnen, der Himmel klart langsam auf, es sind nur mehr vereinzelt dunkle Wolkenfetzen erkennbar.

Die aktuelle Lage in Wasserburg am Inn am Dienstagabend, 4. August 2020 von der Roten Brücke aus.

mb

Update, 16.05 Uhr: Innbrücke auch für Fußgänger gesperrt

Wegen des „Katastrophentourismus“ zahlreicher Schaulustige ist die Innbrücke zur Wasserburger Altstadt nun auch bis auf Weiteres für Fußgänger gesperrt. „Die Unvernunft Einzelner veranlasste uns leider, diesen in solchen Fällen nicht ungewöhnlichen Schritt zu gehen“, erklärt Stefan Gartner von der Feuerwehr Wasserburg am Inn gegenüber wasserburg24.de. „So ist es für alle am sichersten.“

mb

Erstmeldung: Feuerwehr Wasserburg informiert zum aktuellen Stand

„Gleich vornweg: Es gibt aktuell keine Gefährdung für die Altstadt oder ihre Bewohner“, betont Bürgermeister Michael Kölbl eingangs. „Momentan haben wir die Lage voll im Griff“, stellt auch stellvertretender Feuerwehrkommandant Stefan Gartner fest.

Die Innbrücke sei derzeit sowohl für Auto- als auch Fußgänger- und Radlverkehr gesperrt: „Grund ist, dass die Gefahr einer „Verklausung“, einer Verstopfung des Durchflusses durch angeschwemmtes Gehölz gab. Es ist dort nun ein Bagger im Einsatz, der Stämme und Äste, die sich verkeilt haben, auf die andere Seite der Brücke schaufelt“, so Gartner.

Feuerwehren wegen Hochwasser im Dauereinsatz

„Damit der Bagger seine Arbeit ordentlich erledigen kann, ist die Brücke gesperrt. Da geht die Sicherheit vor.“ Die Äste würden dann flußabwärts herausgefischt. „Wir arbeiten daran, dass es zeitnah eine Lösung gibt, bei der zumindest Fußgänger zwischendurch einmal während Arbeitspausen des Baggers durchkönnen“, ergänzt Bürgermeister Kölbl. „In der Nacht gab es erste kleine Einsätze“, berichtet Gartner.

„Ab 4.30 Uhr nun waren wir heute unterwegs wegen vollgelaufenen Kellern oder übergelaufenen Gullis. Wir sind in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen, um stets den aktuellen Pegelstand des Inns im Blick zu haben. Nach vorgefertigtem Hochwasser-Einsatzplan im Einsatz.“ „Diesen gibt es seit dem Jahrtausendhochwasser 2005“, ergänzt Bürgermeister Kölbl.

Im Bild (von L#links: Bürgermeister Kölbl, Stellv. Kommandant Gartner)

Insgesamt seien, gemeinsam mit der Feuerwehr Attl, etwa 40 Feuerwehrleute im Einsatz. Es könnten auch noch weitere Kräfte zugezogen werden. „Wenn es hart kommt, würden natürlich auch sämtliche verfügbaren städtische Mitarbeiter zum Einsatz kommen.“„Die Einsätze konzentrieren sich derzeit auf den Bereich der Wuhr“, so Gartner weiter. „Da befürchten wir noch, dass diese übertreten könnte.“ Sandsäcke würden ständig bereitgehalten, die Verteilung würde zentral koordiniert gemeinsam mit der Feuerwehr Attl. „Aktuell gefährdet die Wuhr aber keine Wohngebäude. Allenfalls könnte es passieren, dass Straßen oder Gärten überschwemmt werden.“

Die Hochwasserlage an der Wasserburger Innbrücke am Dienstagmorgen in Bildern.

Derzeit begradigt der Bagger auf der Innbrücke das Schwemmholz lediglich, damit es sich nicht unter der Brücke verhakt. Noch holt er kein Holz aus dem Inn.

hs

Kommentare