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Engagement auch aufgrund eigener Betroffenheit

Hand in Hand für Kinder mit Behinderung: Innkaufhaus unterstützt junges Inklusionsprojekt „Cloud 21“

Innkaufhaus unterstützt Inklusionsprojekt „Cloud 21“
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Sibylle Schuhmacher (rechts mit Töchterchen Pippa auf dem Arm) unterstützt mit dem Verkauf der Hoodies das Inklusionsprojekt „Cloud 21“ von Luis Prantl (Zweiter von links). Mitunter im Team engagiert sind (von links): André Pointner, Christina Kierner, Nicole Dengel, Lisa Maier und Sebastian Schindler.

Beim Team von „Cloud 21“ wird Inklusion groß geschrieben. Mit der Intention, Kinder mit Behinderung zu unterstützen hat Labelgründer Luis Prantl die Betreiber des Wasserburger Innkaufhauses überzeugt - die auch aufgrund eigener Betroffenheit mitmachen.

Wasserburg am Inn - „Wir konnten uns mit dem Thema Inklusion sehr schnell identifizieren - auch weil wir selbst betroffen sind mit unserer Tochter“, erläutert Sibylle Schuhmacher mit einem Blick auf die kleine Pippa. Die Vierjährige kam fast taub auf die Welt, hat Cochlea-Implantate am Ohr. Es stellte sich heraus, dass Pippa unter einem Gendefekt, dem sogenannten „Usher-Syndrom“, leidet.

Sibylle Schuhmacher: „Du fällst einfach auf, wenn du anders bist.“

„Mir ist wichtig, dass die Gesellschaft über kurz oder lang akzeptiert, dass es Menschen mit Beeinträchtigung gibt. Sie müssen nicht bemitleidet werden. Du fällst einfach auf, wenn du anders bist. Sich da ständig erklären und rechtfertigen zu müssen ist anstrengend“, unterstreicht Sibylle. Sie hofft auf ein Umdenken - „auch wenn es noch ein langer Weg ist“.

Als Luis Prantl auf die Betreiberin des Innkaufhauses zukam und sein Projekt „Cloud 21“ vorstellte, war es für sie keine Frage, das junge Team freilich zu unterstützen. Am Dienstag, 29. Juni, startet der Verkauf der blauen Hoodies für je 49,95 Euro - exklusiv im Innkaufhaus als erster regionaler Partner.

Die Schuhmachers verdienen daran nichts und das wollen sie auch gar nicht. Pro verkauftem Hoodie gehen fünf Euro an Institutionen oder Vereine, die sich für Kinder mit Behinderung einsetzen. „Ich freue mich sehr, dass wir die Ersten sein dürfen, die ‚Cloud 21‘-Ware vertreiben dürfen und ein Puzzleteil in diesem tollen Projekt darstellen“, schließt sie ihre Erklärung.

Ob Handicap, Erkrankung oder Behinderung: „Cloud 21“ ist für alle da

Warum sich Luis Prantl ausgerechnet an das Innkaufhaus gewandt hat? „Zum Einen wollten wir in Zeiten der Pandemie den Einzelhandel unterstützen. Zum Anderen ist das Innkaufhaus ein Traditionskaufhaus in Wasserburg und zu guter Letzt wissen die Schuhmachers um den Ernst der Lage - durch die Betroffenheit mit Pippa“, erklärt der 21-Jährige im Gespräch mit wasserburg24.de. „Wir freuen uns auf viele weitere Projekte und bedanken uns, dass das Kaufhaus uns so engagiert unter die Arme greift.“

Und auch wenn die Pullover im Hochsommer zunächst etwas verloren wirken, es sind bereits weitere Kollektionen und gemeinsame Projekte geplant. Von der Idee bis zur Umsetzung lief nicht immer alles glatt, allein die Pandemie verzögerte den Start, rechtliche sowie buchhalterischen Fragen stellten den Gründer des Modelabels vor neue Herausforderungen. Doch diese Hürden hat er erfolgreich genommen.

„Cloud 21“-Hoodies verkauft das Innkaufhaus Wasserburg ab Dienstag, 29. Juni 2021.

Das Label bezieht sich im Übrigen nicht nur auf Trisomie 21, sondern auf alle Arten von Behinderungen, Erkrankungen und Handicaps. „Es geht uns um alle“, betont Luis und unterstreicht, die 21 stehe zugleich auch für das Gründungsjahr. „Es ist Zeit geworden, dass wir jetzt durchstarten, die ersten Resonanzen sind mehr als positiv“, freut sich Luis, auch wenn für ihn alles noch ein wenig „surreal“ erscheint. „Es begann mit Privatfinanzierung aus eigener Tasche und plötzlich liegen 50 Pullis vor dir - das ist einfach irre.“ Der nächste Schritt wird ein Online-Shop sein ab Mitte bis Ende Juli.

Dieses junge Team steckt hinter dem Inklusions-Projekt:

Ohne sein Team, das betont der junge Wasserburger, wäre er nie so weit gekommen. Hinter „Cloud 21“ stehen junge engagierte Menschen aus dem Raum Wasserburg, die Luis entlasten, wo es geht.

Einer davon ist André Pointner. Dem 43-Jährigen gehört seit 18 Jahren eine Werbeagentur in der Innstadt, die in der Regel kommerziell geprägt ist und bevorzugt E-Commerce und Online-Shops betreut. „Als Luis auf mich zumarschiert kam und mich aus dem Nichts heraus fragte, ob ich kostenlos für einen guten Zweck einen Online-Shop für ihn aufbaue, war ich erst einmal baff. Doch nach seiner Erklärung, dass er ‚Cloud 21‘ ins Leben gerufen hat, weil ihm die Unterstützung behinderter Kinder am Herzen liegt, konnte ich nicht anders als zusagen“, erzählt André.

Sebastian Schindler (24) ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig: „Luis und ich hatten schon früher einmal das Vergnügen miteinander, als es um ein anderes Projekt ging und freilich war ich auch bei ‚Cloud 21‘ gleich am Start.“ Schindler überzeugte in erster Linie die gemeinnützige Sache und der Umstand, etwas Gutes zu tun. Er bringe auch eigene Ideen mit ein und unterstütze Markus Beham, Gründer der Ameranger Firma „RECED-Production“ unter anderem beim Videoschnitt.

„Inklusion hat mich schon immer interessiert“

Lisa Maier ist für Social Media zuständig. Die 20-jährige macht gerade eine Ausbildung zur Ergotherapeutin und hat beruflich viel mit Menschen zu tun. Sie fasst kurz und knapp zusammen: „Ich finde es schön, anderen zu helfen und drum habe ich nicht lange überlegen müssen, um bei Luis Benefizprojekt mitzumachen.“

Unterstützt wird Lisa von Nicole Dengel. Sie ist im Marketing tätig und hat sich nebenbei der Fotografie verschrieben. Die 20-Jährige ist das Gesicht hinter der Kamera des Modelabels. „Ich fand die Idee von Anfang an super und Inklusion hat mich schon immer interessiert.“ Das Schöne seien für Nicole die „faszinierenden Emotionen der Kinder“, darunter ein 12-jähriges Mädchen mit Down-Syndrom aus Landshut. „Die Kinder sind immer fröhlich, lachen und strahlen positive Energie aus - diese Momente mit der Kamera einzufangen, ist für mich eine tolle Herausforderung.“

Ähnliche Erfahrungen kann Christina Kierner berichten: Die 18-Jährige bildet das Küken im Team, ist dafür aber „Mädchen für alles“ und packt da an, wo sie gebraucht wird. Christina macht eine Ausbildung zur Erzieherin und hat von Berufs wegen schon viel mit Kindern zu tun. „Ich interessiere mich sehr für das Thema Inklusion und finde es wichtig, sich dafür einzusetzen, dass alle Menschen gleiche Chancen erhalten und gleichberechtigt werden. Das ist die Intention hinter ‚Cloud 21‘ und die verkörpern wir alle im Team“, fasst sie abschließend zusammen.

mb

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