Sanierungszeitraum zieht sich über sieben Jahre 

Sankt Achatzkirche: Gerüstet für weitere Instandsetzungen

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Die Kirche Sankt Achatz an der Salzburger Straße in Wasserburg wird übe reinen Zeitraum von insgesamt sieben Jahre saniert. 

Wasserburg - Sankt Achatz - die Kirche des ehemaligen Siechen- oder Leprosenhauses der Stadt wird peu à peu saniert. Ein Zwischenstand der Sanierungsarbeiten im November 2019: 

Die Instandsetzung des spätgotischen Sakralbaus aus dem 15. Jahrhundert schreiten seit mittlerweile vier Jahren voran. Wie Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann gegenüber wasserburg24.de mitteilt, begannen die Arbeiten schon 2015 und werden sich wohl noch bis über das Jahr 2021 ziehen.


250.000 Euro Sanieurngskosten pro Jahr

"Das Problem bei der Achatzkirche ist, dass jahrzehntelang nichts für den Erhalt getan wurde und nun beinah jedes Eck in Angriff genommen werden muss. Freilich ist das auch immer eine Kostenfrage, weswegen wir auch jedes Jahr ein bisschen weiter kommen und nicht den gesamten Brocken auf einmal anpacken", erklärt Herrmann.

Pro Jahr seien 250.000 Euro im Haushalt für die Arbeiten an der Kirche hinterlegt - damit die Kosten den Stadtsäckel nicht zu sehr strapazieren. Die Gesamtkosten könne man im Moment noch nicht abschätzen. 


Außerdem wolle man die aus dem Mittelalter stammende Kirche als Denkmal erhalten. Um das Bauwerk herum befinden sich Herrmann zufolge ein Friedhof, dieser soll ebenfalls als Bodendenkmal erhalten bleiben.  

Blitzschutz und die Sanierung des Daches standen unter anderem 2019 auf dem Programm. Wenn die Witterung es zulasse, könne die Außenfassade heuer noch fertig gestellt werden. Den letzten frischen Anstrich habe diese vor rund 45 Jahren gesehen. 

Herrmann erklärt in Bezug auf die noch ausstehenden Arbeiten: "Im kommenden Jahr steht die Ausstattung des Innenbereichs auf der Agenda. Gewölbe, Rundflächen, der Boden und der Sockel werden dann instand gesetzt. Aber auch der Turm wird noch in Angriff genommen." Man arbeite bei diesem Projekt eng mit der Denkmalbehörde zusammen. 

Erste urkundliche Erwähnung im 15. Jahrhundert

Die Achatzkirche an der Salzbzurger Straße ist Anfang wurde Anfang des 15. Jahrhunderts zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der damalige Stadtbaumeister Wolfgang Wieser erbaute sie in den Jahren 1483 bis 1485

Trotz der schweren und ansteckenden Krankheiten wurde Leprakranken, die in der angrenzenden Leprosenhausstiftung Sankt Achatz am Stadtrand behandelt wurden, mit dieser Kirche die Möglichkeit gegeben an Gottesdiensten teilzunehmen. In die Sankt Achatzkirche führte damals über dem seitlichen Haupteingang ein Gang vom Leprosenhaus als separater Eingang für die Aussätzigen, die sogenannten "Sondersiechen". Von jenem Eingang aber ist nur noch ein Umriss auf Höhe der Orgelempore zu erkennen. 

Die Achatzkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. 

Im 16. Jahrhundert ist das Haupttor der Kirche auf die Westseite verlegt worden, es wurden neue Altäre geschaffen. 1621 bis 1625 und im Jahr 1853 erfolgten umfassende Neugestaltungen im Stil der Neugotik: So wurden beispielsweise ein Teil der Orgelempore abgeschlagen und vorhandene Barockfiguren in die neugotischen Altäre integriert. 

Die aufgrund des Abrisses der Magdalenenkirche am Brucktor entstandene Kapelle wurde 1850 wieder entfernt. Dafür wurde für einen der neuen Seitenaltäre eine Magdalena-Figur geschaffen.

mb

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