Wasserburg: Der Johanniter-Weihnachtstrucker bewirkt zivilgesellschaftliche Veränderungen

Mehr als nur etwas zu Essen

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Wasserburg - Seit 24 Jahren sammelt die Johanniter-Unfall-Hilfe im Rahmen ihrer Aktion Johanniter-Weihnachtstrucker in der Vorweihnachtszeit Tausende Hilfspakete mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln, um sie zu notleidenden Menschen in Albanien, Bosnien-Herzegowina und Rumänien zu bringen.

Seit 24 Jahren sammelt die Johanniter-Unfall-Hilfe im Rahmen ihrer Aktion Johanniter-Weihnachtstrucker in der Vorweihnachtszeit Tausende Hilfspakete mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln, um sie zu notleidenden Menschen in Albanien, Bosnien-Herzegowina und Rumänien zu bringen.

Dass es bei dem Großprojekt längst um sehr viel mehr geht, als um die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Lebensmitteln, erläutert Martin Swoboda, Mitglied des Regionalvorstands der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Im Jahr 2016 konnten die Johanniter-Weihnachtstrucker über 56.500 Hilfspakete sammeln. Mit Hilfe von mehr als hundert ehrenamtlichen Fahrern und Helfern wurden diese in vier Konvois in Kleinstädte und Dörfer sowie schwer zugängliche Bergdörfer in den Zielländern gebracht. „Dort herrschen vielerorts sehr einfache Lebensumstände und schwierige Lebensbedingungen“, weiß Swoboda. „Die Menschen leiden teilweise Hunger und leben mancherorts am Existenzminimum.“

Die Pakete wurden vor Ort mit tatkräftiger Unterstützung langjähriger, zuverlässiger Partner an sozial schwache und kinderreiche Familien, Waisen, Kindergarten- und Schulkinder, Senioren, Menschen mit Behinderung, Opfer von Blutrache in Albanien, Besucher von Armenküchen oder Bewohner einiger Roma-Siedlungen in Rumänien verteilt. Auch in diesem Jahr beteiligen sich wieder zahlreiche Schulen, Kindergärten, Vereine und Firmen sowie Privatleute als engagierte Päckchenspender an der humanitären Aktion.

Ausgangspunkt für Veränderungen

„Unser vorrangiges Ziel ist es, den Menschen in den Zielländern die Grundversorgung in den harten Wintermonaten zu erleichtern“, erklärt Swoboda. Mindestens ebenso wichtig sei die Symbolwirkung der Aktion. „Viele Helfer berichten von Gesprächen, in denen die Empfänger der Pakete ihre Freude äußern –und zwar nicht nur über die Hilfsgüter selbst, sondern auch und vor allem über das damit transportierte Gefühl der Solidarität und Nächstenliebe.“

Daneben haben sich im Lauf der mehr als zwei Jahrzehnte seit dem Beginn der Aktion weitere Aspekte entwickelt. „Der Weihnachtstrucker ist vielerorts ein Ausgangspunkt für dauerhafte Veränderungen und ganzjährige zivilgesellschaftliche Projekte in den Ländern geworden und gibt diesen Sichtbarkeit und Reichweite“, verdeutlicht Swoboda. In den rumänischen Karpaten etwa hat sich daraus das mittlerweile bekannteste und erfolgreichste Kinder- und Jugendprojekt des Landes entwickelt: Tasuleasa Social. Der gemeinnützige Verein wurde 2001 mit Hilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Mittelfranken von dem ehemaligen Johanniter Alin Uhlmann-Useriu gegründet. Er ist eine der wichtigsten Anlauf- und Verteilstationen der Weihnachtstrucker. „Tasu“ hat sich zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen neue Perspektiven, Sensibilität und Wissen für ihre Umwelt und ihr soziales Miteinander zu vermitteln sowie sie für freiwilliges Engagement für die Mitmenschen zu motivieren. 

Ein anderes Beispiel ist die Hebelwirkung, die der Weihnachtstrucker auf eine Roma-Siedlung in Rumänien ausübt. „Hier wurde vor einigen Jahren eine Schule errichtet. Nur die Kinder, die diese ganzjährig besuchen – beziehungsweise denen die Eltern überhaupt den Schulbesuch erlauben, auch das ist keineswegs selbstverständlich – erhalten dann auch ein Hilfspaket“, erklärt Swoboda. „Die Erfahrung zeigt, dass dieses System wirkt – zum Wohl der Kinder und der gesamten Gemeinschaft.“

Die diesjährige Sammelaktion des Johanniter-Weihnachtstruckers läuft noch bis 15.Dezember. Helfen können aber nicht nur Päckchen, auch mit Spenden kann man den Weihnachtstruckern unter die Arme greifen und den Transport der Pakete und die Koordination des Projektes unterstützen - ü ber die Internetseite der Aktion, an den jeweiligen Abgabestellen oder direkt über folgendes Konto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.; IBAN: DE89 3702 0500 0004 3030 02; BIC: BFSWDE33XXX; Stichwort: Weihnachtstrucker.

Weitere Spendenmöglichkeiten sowie Informationen auch zu den ganzjährigen Projekten gibt es im Internet unter www.johanniter.de/weihnachtstrucker.

Die Packliste

1 Geschenk für Kinder (Malbuch oder -block, Malstifte), 3 kg Zucker, 3 kg Mehl, 1 kg Reis, 1 kg Nudeln, 1 Liter Speiseöl in Plastikflaschen, 3 Packungen Multivitamin- Brausetabletten, 3 Packungen Kekse, 5 Tafeln Schokolade, 500 g Kakaogetränkepulver, 2 Duschgel, 1 Handcreme, 2 Zahnbürsten und 2 Tuben Zahnpasta.

Pressebericht der  Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

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