Alt oder Jung - wer wird lieber eingestellt?

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Michael Kölbl schaut nicht aufs Alter sondern auf das Engagement von Bewerbern
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Wasserburg - Warum haben sowohl Junge als auch Alte bei der Stadt Wasserburg eine Chance? Wasserburg24 wollte von Rathauschef Michael Kölbl wissen, wie er sich seine Mitarbeiter aussucht.

Auffällig ist es schon, dass in der Stadt Wasserburg und den dazugehörigen Einheiten seit geraumer Zeit viel junge Leute bestimmte Positionen besetzen.

Blicken wir ins Museum zur dortigen Leiterin Sonja Fehler. Oder ins Stadtarchiv zu Matthias Haupt. Auch der jetzige Kämmerer war ein „junger Spunt“ als er angefangen hatte.

Was ist das Geheimnis dieser zweifelsohne engagierten aber eben sehr jungen Menschen, die solche Stellen Inne haben? Nötige Erfahrung dürfte nicht dahinter stecken.

„Eigentlich ist es gar kein Geheimnis“, beteuert Michael Kölbl.

„Wir schreiben eine Stelle aus und schauen, wie engagiert ist der Bewerber oder die Bewerberin. Wie möchte sich derjenige in den Arbeitsalltag einbringen. Wenn diese Qualifikation also passt, ist Jugend kein Hindernis“, zeigt sich der Rathauschef bestärkt.

Warum solle ein 25- oder 30-jähriger nicht die Chance bekommen, sich einzubringen, wenn man das „Herzblut“ erkennen könne und der Wille vorhanden sei, sich zu beweisen.

Michael Kölbl spürt man an, wie sehr er hinter diesem vermeintlich „logischen Konzept“ steht.

Im Gespräch erzählt er, dass auch ihm oft diese Chance in jungen Jahren gegeben wurde. Mit 21 Jahren kam er in den Wasserburger Stadtrat. Mit 29 wurde er als Richter im Landgericht in Traunstein eingesetzt. Hier war er einer der Jüngsten im Kollegium. Dennoch gab es für den jungen Richter Kölbl Respekt von den Kollegen.

Selbst sei man voll Engagement, etwas zu bewegen und seine Sache gut zu machen, bereite sich gut vor, lese sich ein. „So kann man die Routine der anderen durch eigenes Engagement ausgleichen“. 

Die jungen Mitarbeiter in der Stadt Wasserburg und den Abzweigungen dürfen sich einbringen und zeigen was sie können. Bereut habe er es noch nie, so Kölbl weiter.

Die Älteren sind ebenso ein guter Fang

Ausdrücklich betonen möchte das Stadtoberhaupt, dass im Gegenzug auch „Alter“ kein Hindernis sei.

Bestärkt erzählt er, dass im vergangenen Jahr ein neuer Werkleiter eingestellt wurde, der bereits als „Endfünfziger“ gilt.

Bemerkenswert, denn in vielen Betrieben werden erfahrene Bewerber ab einem bestimmten Alter nicht mal mehr in die engere Wahl genommen.

„Für uns war Herr Selig der Qualifizierteste und ich bin sehr glücklich darüber, dass er uns so toll unterstützt“.

Äußerst gestärkt erklärt Kölbl, dass es unter seiner Leitung nicht in Frage komme, lediglich Bewerbern zwischen 30 und 49 eine Chance zu geben, wie es oft in den Gedanken vieler Arbeitgeber aufblitze. Hier beschränke man sich als Arbeitgeber selbst, so Kölbl weiter: „Wir haben ausschließlich gute Erfahrungen gemacht und scheuen uns nicht, älteren eine Position zu geben.

Auch die Stadtbaumeisterin war bei Antritt der Stelle in Wasserburg bereits 51. Doch Kölbl ist begeistert, welch qualifizierte Arbeit sie leiste.

Sein Fazit: „Jeder Generation eine Chance geben. Und als Arbeitgeber diese Chance und diesen Einsatzwillen, das Herzblut nutzen!“

Quelle: rosenheim24.de

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