Angst vor Abschiebung

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Steffi König, Christian Stadler, Claudia Stamm und Miriam Faßbender waren vom Film sehr beeindruckt

Wasserburg - Derzeit befinden sich zehn Asylbewerber aus Mali in der Stadt. Gemeinsam mit vielen Interessierten sahen sie den Film „Fremd“, der ihr eigenes Schicksal und das ihrer Landsleute näher brachte.

Der Film dokumentiert den Versuch, den Weg nach Europa zu schaffen. Emotional sehr bewegt und berührt zeigten sich auch die Asylbewerber aus Mali, die derzeit in Wasserburg untergebracht sind angesichts des Filmes "Fremd", der im voll besetzten Utopia Kino gezeigt wurde. Ein breites Publikum interessierte sich für den von der Grünen Landtagsfraktion gesponserten Film.

Aktuell sind zwei Malier von Abschiebung bedroht, kaum dass sie in Wasserburg Fuß fassen konnten.

Spontan wurde deshalb von MdL Claudia Stamm und der Sprecherin der Grünen von Wasserburg, Steffi König, zu Spenden aufgerufen. Der dabei gesammelte Betrag von 427,- Euro kommt nun für Hilfsmaßnahmen im Bereich des angeregten Patenprojektes bezüglich Rechtsbeistandskosten gerade recht.

Sechs Jahre hatte die ebenfalls mit anwesende Regisseurin Miriam Faßbender die zwei Hauptprotagonisten des Filmes bei ihren Versuchen den europäischen Kontinent zu erreichen begleitet  und auf sehr drastische Weise dokumentiert, welche Probleme Flüchtlinge aus Afrika unter Einsatz ihres Lebens bewältigen.

Dass es gar nicht so einfach gewesen sei, deren Vertrauen zu gewinnen, zeigte Faßbender anschaulich auf, beantwortete unter anderem auch zusammen mit Denise Lößer auf französisch die unterschiedlichsten Fragen aus dem Publikum, so dass die Malis auch viel von der Diskussion mitnehmen konnten. Letztlich hätten Deutsche und Malier sehr ähnliche Vorstellungen vom Leben, betonte Faßbender, die den Film nun schon gut 50 Mal vor Publikum besprochen und kommentiert hat, eine Politik der Abschottung in der Welt funktioniere nicht auf Dauer,

Issa, als der Sprecher der Malis, dankte den Wasserburgern für ihre freundliche Aufnahme und beantwortete die Frage nach einem vordringlichen Wunsch der Gruppe mit: "Wir wollen Deutsch lernen und ein Diplom machen, um arbeiten zu können." Eine weitere Grundversorgung, wie sie z. B. auch beim grünen Kleidertauschmarkt im letzten November ermöglicht wurde, ist derzeit nur mehr für neue Asylbewerber nötig.

Claudia Stamm riet den von der Abschiebung Bedrohten auch die politische Schiene zu nutzen. Eine Petition im bayerischen Landtag einzubringen, könne ebenso sinnvoll sein wie die Einschaltung der Härtefallkommission  oder des bayerischen Flüchtlingsrates, auch um Zeit zu gewinnen.

Das angestrebte Patenprojekt, bei dem sich derzeit Bürger mit den verschiedensten Angeboten und Fähigkeiten bei Monika Rieger zu den Bürozeiten im evangelischen Pfarramt Wasserburg unter 08071-8690 melden können, soll für die Zukunft für noch mehr Effektivität bei Hilfsmaßnahmen sorgen, da ja auch Asylbewerber aus anderen Ländern und mögliche Neuzugänge in Wasserburg Hilfen benötigen.

Pressemeldung Grüne Wasserburg / Regina Mittermair

Quelle: rosenheim24.de

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