Werktags immer unterwegs

Der Alltag mit den Strafzetteln

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Gabriele Stephan im Einsatz in der Altstadt
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Wasserburg - Knöllchen oder nicht? Das entscheiden regelmäßig Gabriele Stephan und ihre Kolleginnen der städtischen Abteilung Verkehrsüberwachung. Ein Job ohne Berührungsängste.

Einige Kilometer am Tag ist Gabriele Stephan regelmäßig unterwegs. Der Fußmarsch in ihrem Job nicht zu ersetzen. Sie und ihre Kolleginnen verteilen Strafzettel an Parksünder im Stadtgebiet Wasserburg. Einige Dutzend an Werktagen können es durchaus sein.

Langweilig wird der Alltag dabei nicht, soviel ist sicher. Gabriele Stephan gehört seit Anfang der 90er Jahre zum Team der Verkehrsüberwachung der Stadt Wasserburg. Gemeinsam mit den Kolleginnen wird der ruhende Verkehr im gesamten Altstadtbereich und im Parkhaus an der Kellerstraße gesichtet.

Dabei wird vor allem darauf geschaut, ob Autos ohne Parkschein gelassen werden oder das Fahrzeug eventuell sogar unberechtigt auf einem Behindertenparkplatz steht. Immer wieder kommt es zu Diskussionen mit Fahrzeugbesitzern. Doch es gebe Regeln, die einzuhalten seien, heißt es aus dem Rathaus. Das teuerste „Knöllchen“ erhält man im Stadtgebiet für das Parken auf ausgewiesenen Behindertenparkplätzen sowie an Feuerwehrzufahrten. „Dies verstoße eindeutig gegen die Vorschriften“, zeigen sich die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung verständnislos. Schnell sind hier 35 Euro fällig. Doch es passiert immer wieder.

Das Warum ist schnell geklärt

Die Wichtigkeit der Verkehrsüberwachung speziell im ohnehin sehr engen Altstadtbereich ist schnell erläutert: „Die ordnungs- und sachgemäße Parkraumbewirtschaftung ist ohne Überwachung nicht möglich“, klingt es aus der zuständigen Abteilung. Auch der Sicherheit im Straßenverkehr sei der Einsatz der „Politessen“ dienlich. Falschparker behindern womöglich Einsätze von Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst, dies gelte es zu verhindern, sind sich die Mitarbeiterinnen der Verkehrsüberwachung in Wasserburg einig. Nur durch die regelmäßige Sichtung werde ein reibungsloses Parken im schmal eingeteilten Altstadtgebiet möglich.

Seit 22 Jahren aktiv

Die Verkehrsüberwachung in Wasserburg gibt es seit 1992. Zügig wurden Parkscheinautomaten eingeführt. Doch diese haben oft auch ein Eigenleben, lächelt Gabriele Stephan. Immer wieder passiere es, dass Münzen nicht akzeptiert werden und somit kein Erhalt des erwünschten Parkscheins möglich sei. Hier rät die Stadtangestellte: „Wenn der Parkscheinautomat nicht funktioniert, sollte ein nah gelegener Automat benutzt werden. Bei erfolglosem Versuch des Parkscheinkaufs sollten die Betroffenen eine Parkscheibe nutzen“. Außerdem wäre ein handschriftlicher Hinweis hinter der Scheibe nicht verkehrt, der auf die Fehlfunktion des Automaten hinweisen würde.

Eigentlich nennt man Stephan und die Kolleginnen „Verwaltungsangestellte mit Befugnis zur Kontrolle des ruhenden Verkehrs“,  doch der Ausdruck „Politesse“ gelte nicht als Schimpfwort in Wasserburg.

Bei Wind und Regen muss die zuständige Mitarbeiterin für den Außendienst ihre Runden drehen. Auch bei schlechtem Wetter bleibe man nicht vor Strafzetteln verschont, kommt es Gabriele Stephan ganz selbstverständlich über die Lippen. Doch auch im Innendienst gebe es viel zu erledigen: Schriftverkehr beantworten, Anhörungen drucken und verschicken, Kostenbescheide und dergleichen bearbeiten. Der Arbeitstag ist gut gefüllt.

Seit einigen Jahren gibt es übrigens keinen direkten Ausdruck mehr hinter den Scheibenwischer, sondern nur einen allgemeinen Hinweis, dass der Falschparker ins System aufgenommen  wurde. Der alte Apparat wurde mitsamt der Drucktechnik äußerst umständlich, nun werde die Meldung über das Falschparken in Wasserburg auf postalischem Wege versandt. Das eingenommene Geld wird nicht zweckgebunden investiert, heißt es aus der Kämmerei. Es komme im Allgemeinen der Stadtkasse zugute.

So manche verbalen Versuche, dem Strafzettel zu entkommen, scheitern übrigens klanglos. Zwar sei eine Löschung in besonderen Ausnahmefällen möglich, doch die existieren so gut wie nicht, fügt Stephan hinzu.

Direkte Beleidigungen führten noch nie zu einer Provokation des Teams, heißt es auf Nachfrage. Doch natürlich gibt es sie, die Autobesitzer ohne Verständnis für die Strafzettelausgabe. "Erst neulich habe ich wieder ein Auto falschparkend entdeckt, das hinter der Windschutzscheibe ein Schildchen hatte mit dem Aufdruck -Leck mich Zettelpuppe-", erzählt Gabriele Stephan abschließend. Doch persönlich nehme sie dies nicht.

Quelle: rosenheim24.de

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