Wasserburger Stadtrat vor schwerer Entscheidung

Jetzt 3,8 Millionen Euro: Kostenexplosion beim Bau des Museums-Depots

So soll das Zentraldepot für die Wasserburger Museumsstücke aussehen.
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So soll das Zentraldepot für die Wasserburger Museumsstücke aussehen.

Wasserburg - Böse Überraschung in der letzten Sitzung des Stadtrats vor der Sommerpause: Die Kosten für den Bau des Museumsdepots am Herder steigen um rund 25 Prozent. Steht das Projekt damit vor dem Aus? 

"Wir haben leider mit einer enormen Kostenexplosion zu kämpfen", offenbarte Bürgermeister Michael Kölbl am Donnerstagabend in der Sitzung des Stadtrats. Maßgeblich für die Mehrkosten von 832.000 Euro, die beim Bau des Zentraldepots für Wasserburgs Museumsstücke jetzt überraschend anfallen, seien die Außenwände, die Decken sowie die Baukonstruktion. Die Räte sahen sich mit einer Steigerung von 25 Prozent konfrontiert und waren dementsprechend nicht begeistert. Denn ursprünglich sollte das Projekt nur 3 Millionen Euro insgesamt kosten.


Sie standen nun vor der Entscheidung, ob am Beschluss zum Bau des Depots trotz der Kostenmaximierung weiter festgehalten werden soll. Kölbl beantwortete die Frage, ob sich die Stadt in Anbetracht der (auch coronabedingten) Haushaltslage diese Mehrkosten überhaupt leisten könne, positiv: "Wir haben deutlich mehr Rücklagen als Schulden und können das stemmen. Aus Sicht der Verwaltung sollte die Errichtung des Depots trotz der erheblichen Mehrkosten durchgeführt werden. Auch der Arbeitskreis Depot sprach sich bereits für eine Fortführung der Baumaßnahme aus." 

Argumente für den Bau des Museums-Depots am Wasserburger Herder: 

Der Bürgermeister nannte einige Aspekte, die für den Bau des Zentraldepots für das städtische Museum sprechen: "Unserer Museen-Sammlung gehört zu den ältesten in Bayern und ist die größte zwischen München und Salzburg. Ohne den Bau des Zentraldepots jedoch würde sie sich erheblich verkleinern und dadurch deutlich an Wert verlieren. Wir können die Bürger nicht vor den Kopf stoßen, schließlich stammen viele Werke aus privaten Haushalten, die der Stadt übergeben wurden, um die jahrhundertealte Historie Wasserburgs zu würdigen. Ohne eine fachgerechte Aufbewahrung in einem Museums-Depot, das ideales Raumklima bietet zum Erhalt der Werke, müsste die Sammlung aufgegeben werden." 


Die Planungen seien bereits überarbeitet worden. Nicht zwingende Details müssen beim Bau entfallen, um einzusparen. Insbesondere auf die einteilige Ausführung der sieben Meter hohen Fertigteilwände sowie auf kostenträchtige luxuriöse Gestaltungselemente wie eingefärbter Beton soll verzichtet werden.

Eure Meinung zur Entscheidung des Rats in Bezug auf das Museums-Depot: 

Diese Aspekte überzeugten am Ende die Stadträte, weswegen der Beschluss zur Fortführung des Projekts einstimmig positiv ausfiel und die Planungen für den Bau des Projekts jetzt mit 3,8 Millionen Euro Gesamtkosten weiter gehen. Im Beschluss mit aufgenommen wurde, dass weitere mögliche Einsparpotentiale - sofern sie sich ergeben - auszuschöpfen sind.   

Seit 2006 schwebt das Projekt des Zentraldepots schon über der Stadt. Im Jahr 2016 wurden die Pläne konkreter. Der Zeitplan soll sich aufgrund der neuen Situation der Mehrkosten um genau ein Jahr verschieben. So sind die Ausschreibungen nun im Herbst 2020 geplant und ein Baubeginn 2021

mb

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