Hunderte Lkw-Fahrten eingespart 

Kostenexplosion beim Klinik-Neubau verhindert

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Die Großbaustelle auf dem Gelände des kbo-Innsalzach-Klinikums. Durch eine Änderung des Bebauungsplans können jetzt hunderte Lkw-Fahrten mit Erdaushub eingespart werden. 
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Wasserburg - Könnten beim Neubau des Innsalzach-Klinikums hunderte Lkw-Ladungen eingespart werden? Durch eine Erweiterung des Bebauungsplans wäre das mit der großflächigen Aufschüttung der Aushübe auf eigenem Gelände realisierbar. 

Es war der letzte Tagesordnungspunkt in der jüngsten öffentlichen Sitzung, der in erster Linie Stadtratsmitglied Wolfgang Schmid, stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, am Herzen lag. 

Wie Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) erklärte, sei man im Vorfeld der Bauarbeiten auf ein Problem gestoßen, das mit dem Aushub für die Bauelemente zu tun habe: "Der Abtransport der Erde in eine von der Baustelle entfernt liegenden Deponie  könnte für eine explosionsartigen Kostenanstieg sorgen. Um das zu vermeiden, kam der Bezirk als Bauträger auf die Idee, die Erdmassen direkt an der Baustelle neu zu verteilen. Dazu ist allerdings eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig, da der aktuelle Geltungsbereich dafür zu klein wäre. Rund 3,5 Hektar südlich der Baustelle werden nach der Rechnung des Bezirks benötigt." Zur Umsetzung sei eine Änderung und Erweiterung des Babauungsplans nötig. 

Reaktionen aus dem Stadtrat:

Lorenz Huber (Bürgerforum) steht der Idee der Deponie auf bezirkseigenem Grund als Umweltreferent positiv entgegen: "Die Lage lässt eine Verteilung zu, für mich ist das die sinnvollste Lösung. Sie spart hunderte Lkw-Fahrten."

Christian Stadler (Grüne Stadtratsfraktion) zeigte sich über die Bebauungsplanänderung ebenfalls erfreut: "Jetzt können wir den  Radlstellplatzschlüssel auch auf die Klinik anwenden. Die Zahl der Planer von sage und schreibe 17 Radlstellplätzen bei künftig weit über 1.000 Beschäftigten in beiden Kliniken war so nicht tragbar." 

Wolfgang Schmid (CSU/Wasseburger Block) nutzte die Gelegenheit, um zum wiederholten Mal auf eine südliche Zufahrt zum Baustellen- und Klinikgelände anzusprechen: "Wenn wir schon den Bebauungsplan in die Hand nehmen, sollten wir auch  prüfen, ob eine südliche Zufahrt für die neue Klinik von der B15 her nicht doch sinnvoll ist". Andernfalls müsse der ganze Verkehr über den Kreisel in Gabersee laufen. 

Die beiden überzeugten Radfahrer Norbert Bourtesch (Bürgerforum) und Peter Stenger (SPD) regten in diesem Zusammenahng an, den Sichtschutz für den Fahrradweg entlang der B15 zu verlängern, da man als Radfahrer "praktisch überhaupt nichts mehr sieht, wenn einem nachts Autos entgegenkommen." Nur an den Stellen, an denen Hecke oder Bäume zwischen Radweg und Straße stehen, sei die Sicht gut. Man solle doch überlegen, einen Sichtschutz für den ganzen Radlweg anzulegen.

Der Beschluss der Stadt: 

Der Rat beschloss auf der Grundlage der vorliegenden Gebietsdarstellung einstimmig die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplan Nr. 46 „Inn-Salzach-Klinikum". Damit werden die Voraussetzungen für eine Auffüllung mit dem Erdaushub auf bezirkseigenem Gelände für den Klinikneubau geschaffen. Notwendige Ausgleichsflächen müssen berücksichtigt werden, die Thematik der Oberflächenwasserbeseitigung mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt werden. Der städtische Kanal darf durch die Maßnahme in seiner Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt werden.

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann nahm die Anregungen zum Sichtschutz am Radweg, zu den Zufahrten über die B304 und die B15 sowie zum Schlüssel für die Fahrradstellplätze im Zuge der Bebauungsplanänderung zu den weiteren Beratungen mit dem Bezirk Oberbayern auf.

Diskussion auf Bürgerversammlung Reitmehring

Neben der Zukunft der Geburtshilfe in Wasserburg und dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) wurde auch der Kliniknaubau auf einer kürzlich stattfindenden Bürgerversammlung der Freien Wähler Reitmehring-Wasserburg thematisiert. Wie die Wasserburger Zeitung berichtet, habe Dr. Clemens Bitter im Reitmehringer Schützenheim die Planungen zum Neubau der Romed-Klinik Wasserburg in Verbindung mit dem Neubau des ISK in Gabersee vorgestellt. 

mb

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