Petition zur Verbesserung der Schulbus-Lage gestartet

Abstand halten im Schulbus wegen Maske nicht nötig? Kopfschütteln beim Eltern-Bündnis Wasserburg

Schulus befördert Kinder
+
Ein Schulbus befördert Kinder in der Corona-Pandemie.

Wasserburg/Landkreis - Überfüllte Schulbusse, kein Abstand, weiterhin zu wenig Verstärkerbusse im Einsatz: Dem Eltern-Bündnis Wasserburg gehen die Maßnahmen zur Verbesserung der Schulbussituation noch immer nicht weit genug. Nun gehen die Mitglieder mit einer Petition einen Schritt weiter.

Es wird noch immer zu wenig getan“, ist Anita Arz, Initiatorin des Eltern-Bündnisses, überzeugt. Sie sorgt sich um die Sicherheit der Schulkinder vor Infektionen mit dem Corona-Virus in den Bussen und hat sich mit ihrem Anliegen an Landrat Otto Lederer gewandt. Der hat ihr versichert, dass von insgesamt zwölf Verstärkerbussen im Landkreis Rosenheim aktuell allein vier im Raum Wasserburg unterwegs seien, räumt aber gleichzeitig ein: „Aufgrund der bestehenden Maskenpflicht im ÖPNV (Busse, U-Bahn, S-Bahn, Schienennahverkehr) muss das Abstandsgebot nicht zwingend eingehalten werden.“


Trotzdem habe der Landkreis Rosenheim mit den Busunternehmen vereinbart, dass nicht mehr als 50 Prozent der an sich zugelassenen Stehplätze in den Bussen belegt werden sollen. Wird diese Auslastung überschritten, soll Lederers Antwort zufolge nach Möglichkeit ein Verstärkerbus zum Einsatz kommen. Zur „Rush-Hour“ seien zumeist fast alle vorhandenen Linien-Busse ohnehin in Betrieb.

Keine Verbesserung vor Ort in den Schulen in Sicht?


Der Gesichtspunkt, dass mit der Maske ein Abstandsgebot nicht eingehalten werden müsse, sorgt beim Eltern-Bündnis für Kopfschütteln, wie Arz daraufhin im Gespräch mit wasserburg24.de erklärt. Das Eltern-Bündnis Wasserburg setzt sich seit Wochen für eine Verbesserung der Situation für Schüler in der Pandemie ein. „Es ist ein Wahnsinn, dass das Kultusministerium zwar von einem unnormalen Schuljahr spricht, vor Ort an den Schulen allerdings keine Verbesserung eintritt“, übt Arz Kritik an den Behörden. Aus diesem Grund hat sie nun im Namen des Bündnisses eine Petition gegen „Überfüllte Busse“ im Landkreis Rosenheim ins Leben gerufen. Diese läuft seit 1. Dezember und richtet sich an den Landrat. Zu finden ist sie online.

Gerade nachdem Ministerpräsident Markus Söder verschärfte Maßnahmen ab dem 9. Dezember angekündigt hat, sei es in den Augen von Arz dringend notwendig, dass die Behörden jetzt reagieren und die Lage an den Schulen entzerren. Denn viel ändern wird sich trotz Verschärfungen wohl nicht, fürchtet die Wasserburger Mutter: „Wechsel- und Distanzunterricht ab einer Inzidenz von mehr als 200 ab der 8. Klasse ist ja schön und gut - aber was ist mit den Kleineren? Die Erst- bis Achtklässler haben auch ein Recht auf Schutz vor Ansteckungen. An der Wasserburger Grundschule sind derzeit eine erste und eine vierte Klasse in Quarantäne - ob ein Buskind der Träger war, ist ungewiss, aber nicht auszuschließen.“

Es habe nämlich in der jüngsten Vergangenheit bereits den Fall gegeben, dass einem infizierten Schulkind in Wasserburg samt seiner Klasse 14 Tage Quarantäne verordnet worden sei. „Dass das betroffene Kind ein Buskind war, interessierte das Gesundheitsamt nicht im Geringsten. Dabei befinden sich viele Schüler der umliegenden Gemeinden deutlich länger als 15 Minuten in engstem Raum in den Bussen“, untermauert Arz.

„Wir wollen in unseren Anliegen und Sorgen endlich ernst genommen werden“

Das Argument von Andreas Datz, dem Niederlassungsleiter von „DB Regio Bus - Region Bayern“ in Bischofswiesen, dass es keinen nachweisbaren Fall eines Infektionsherdes in einem Schulbus gebe, kann Arz indes nicht folgen: „Dass die Beförderung von Schülern weiterhin in überfüllten Bussen stattfindet, scheint Stadt und Landkreis Rosenheim trotz Hotspot-Region nicht zu interessieren. Auch aufgrund des Platzmangels gestalten sich Masketragen im Bus oft schwierig, weil diese im Gedrängel und nahen Kontakt oft verrutscht. Viele Eltern lösen die derzeitige Problematik bereits selbst, indem sie ihre Kinder zur Schule fahren, was wiederum die Eltern-Taxi-Problematik anheizt.“

„Während überall mit großer Genauigkeit auf die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) geachtet wird und sogar Busgelder verhängt werden, werden Schüler dazu gezwungen, diese in den Bussen zu missachten. Dieser Widerspruch zu den erarbeitenden Konzepten in Schulen und anderen Bereichen sowie zu den empfohlenen Vernunft-Appellen in öffentlichen und privaten Bereichen, stößt besonders bei Schülern, Eltern und auch Lehrern auf großes Unverständnis“, unterstreicht Arz abschließend. „Wir wollen in unseren Anliegen und Sorgen endlich ernst genommen werden und verlieren langsam die Geduld ständig nur belogen und vertröstet zu werden.“

mb

Kommentare