Antrag der Grünen erneut im Wasserburger Ausschuss *Mit Voting* 

Standort-Frage weiter offen: Wohin mit legalen Graffiti-Flächen? 

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Graffitis in Wasserburg wie hier an der Rampe oder die Graffiti-Maus am Brückenpfeiler an der B15 - könnte es in Zukunft legale Flächen für Graffiti-Kunst im Stadtgebiet geben?
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Wasserburg - Freie Bahn für Graffiti-Künstler in der Innstadt? Ganz so einfach scheint die Idee der Grünen wohl nicht umsetzbar zu sein - ihr Antrag wird nun noch einmal von Anfang an behandelt. Die Hintergründe: 

Im Januar diesen Jahres bereits beantragte die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen "Flächen für Graffitis im öffentlichen Raum" zu prüfen und dem Stadtrat vorzuschlagen. Eine oder mehrere Flächen für legale Spray-Kunstaktionen freigeben ist das Ziel ihres Antrags. 

Das Thema ist nicht neu im Wasserburger Rathaus: Es wurde im Haupt- und Finanzausschuss im März diesen Jahres zuvor beraten und stieß dort auf überwiegend positive Resonanz. Auf Nachfrage der Redaktion erklärte zudem ein Beamter der Polizeiinspektion Wasserburg, er könne sich durchaus vorstellen, dass solche Flächen angenommen würden.

Die Stadtratsmitglieder waren allerdings dann in ihrer Sitzung Anfang Mai nicht überzeugt von der Idee der Grünen, Graffiti-Kunst an bestimmten Standorten im Stadtgebiet zu erlauben. Es herrschte Uneinigkeit im Rat - gerade was die Standorte anbelangt. 

Wasserburgs Kämmerer Konrad Doser erklärt im Gespräch mit der Redaktion zum aktuellen Stand: "In der Sitzung im Mai gab es keine Einigung der Ratsmitglieder - es fielen sowohl Pro- als auch Contraargumente. Primär ist die Frage nach geeigneten Plätzen für Graffiti-Kunst noch offen, es gibt noch keine Vorschläge für Flächen." 

Eine Möglichkeit für eine legale Graffiti-Fläche: Das WC-Häuschen am Gries, das in der Vergangenheit (wie hier auf dem Bild auch) immer wieder zum Ziel von Vandalen wurde. 

Neben dem Stadtgebiet habe man auch Flächen außerhalb der Altstadt durchaus in Erwägung gezogen. Generell müsse bei dieser Planung beachtet werden, dass die Stadt nur über eigene Flächen oder Objekte verfügen könne, im Bereich der Altstadt die Gestaltungssatzung zu berücksichtigen sei und bei den Trafostationen die Stadtwerke ein Wörtchen mitzureden hätten. Fix sei mitunter auch deshalb in punkto Standortsuche noch nichts. 

In Erwägung gezogen wurden neben dem wahrscheinlichsten Standort, dem WC-Häuschen am Parkplatz am Gries, dem Kämmerer zufolge noch die Grundschulturnhalle am Gries, die Gartenmauer am Kaspar-Aiblinger-Platz 1 sowie die Wände der beiden Parkhäuser am Kellerberg und in der Überfuhrstraße. 

Thema "legale Graffiti-Flächen" landet wieder im Ausschuss

Weil es am Ende der Sitzung zu keiner Einigung kam, hat sich der Stadtrat entschieden, zurückzurudern und das Thema komplett zurückzustellen um es in der kommenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 11. Juli erneut zu behandeln. 

Dass Meinungen zu Graffiti auseinander gehen, zeigt sich auch in anderen Städten der Region: Im Landkreis Altötting beispielsweise gibt es geteilte Ansichten zu "Comic-Kunst". 

mb

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