Suizidgefährdeter Afghane abgeschoben

Linke Wasserburg: "Verhalten des ISK-Arztes eine Schande"

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Christian Oberthür, Kreisvorsitzender der Linken, kritisiert das Vorgehen des Innsalzach-Klinikums scharf. 
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Wasserburg - In einer Pressemitteilung erhebt die Linke schwere Vorwürfe gegen das Innsalzach-Klinikum. Der Grund: Ein suizidgefährdeter Afghane wurde für gesund erklärt, um ihn abzuschieben.

Der Geflüchtete sei unter denen gewesen, die am vergangenen Montag von München aus nach Afghanistan abgeschoben wurden. Christian Oberthür aus Wasserburg, der Kreisvorsitzende der Linken, macht im Namen der Partei dem Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg dazu einen schweren Vorwurf. 

Die Presseerklärung der Linken im Wortlaut:

"Herr K., einer der Geflüchteten, die am vergangenen Montag von München aus nach Afghanistan abgeschoben wurden, saß in Mühldorf in Abschiebehaft. Dort beging er in der Nacht auf den vergangenen Freitag einen Suizidversuch, schnitt sich die Handgelenke auf und trank eine chlorhaltige Lösung. 

Nach einer Erstversorgung auf der Krankenstation wurde Herr K. in die Innsalzach-Klinik nach Wasserburg gebracht. Wie die Verlobte Herrn K.'s dem Bayerischen Flüchtlingsrat mitteilte, habe ein Arzt der Klinik Herrn K. schon am Freitag gesagt, dass er am Montag wieder aus der Psychiatrie entlassen werde, was dann auch so geschah. 

Das Verhalten des Klinikarztes ist eine Schande für alle Vertreter seines Berufsstandes. Eine Psychiatrie stempelt einen Suizidgefährdeten gesund, damit die Behörden den Betroffenen ja noch mit ins Flugzeug nach Kabul setzen können. Damit machen sich Ärzte zu willfährige Handlanger des bayerischen Abschiebeministers, der einzig das Interesse kennt, Menschen aus dem Land zu schaffen. Hinzu kommt in diesem Fall, dass Herr K. wohl schon lange mit einer Deutschen liiert ist, die seit einem Jahr geplante Heirat scheitert noch an der Beschaffung eines Papiers aus Kabul. Nun wurde er noch schnell abgeschoben, bevor das Papier da ist.“

Pressemitteilung Christian Oberthür, Kreisvorsitzender der Linken

Die Redaktion von wasserburg24.de hat das Innsalzach-Klinikum um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten. 

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