Wie sich Luis Prantl (20) aus Wasserburg für Inklusion einsetzt

„Es geht uns um alle Menschen“ - Das steckt hinter „Cloud 21“

Luis Prantl aus Wasserburg mit dem vierjährigen Quirin
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Luis Prantl mit dem vierjährigen Quirin.

Bei Luis Prantl wird Inklusion groß geschrieben. Er möchte sich gezielt für Menschen mit Beeinträchtigung einsetzen. Was hinter der Idee „Cloud 21“ steckt, hat uns der 20-Jährige erzählt. 

Wasserburg am Inn - Luis hat Erfahrung im Umgang mit Menschen, die körperlich beeinträchtigt sind. Er arbeitet mit zwei Kindern, die das Down-Syndrom haben. Angefangen hat er als Schulbegleiter für ein kleines Mädchen, ein Werkstudenten-Job neben dem Studium.

Wegen Corona erfolgt der Kontakt allerdings seit Weihnachten fast ausschließlich online. „Das ist anstrengend, aber es hilft nichts. Es macht nach wie vor sehr Spaß. Ich unterstütze sie normalerweise nicht nur in der Schule, sondern auch bei allem, was ihr Freude in der Freizeit bereitet und sie in ihrer Motorik fördert.“

Regelmäßig Kontakt und Erfahrung mit Menschen mit Behinderung

Daneben betreut der Wasserburger auch Quirin (4). Der Bub hat die ersten zwei Jahre seines Lebens sehr schlecht gehört, dank Paukenröhrchen hat sich das verbessert. Allerdings fällt ihm der richtige Umgang mit der Sprache extrem schwer. Luis unterstützt ihn mehrmals die Woche, spielt mit ihm und versucht viel mit ihm zu reden, um seine Entwicklung positiv zu unterstützen.

Luis Vater arbeitet in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Daher hatte der 20-Jährige schon immer regelmäßig Kontakt zu Menschen, die körperlich beeinträchtigt sind. Nach einem kurzen Schulpraktikum in der Einrichtung kam der Gedanke auf, das Ganze beruflich anzugehen. Da allerdings hatte Luis großer Traum Pilot zu werden noch ein Wörtchen mitzureden, dem inzwischen jedoch ein Studium zum Tourismus-Management gewichen ist – auch wegen Corona.

Vom Slogan „We decide“ zum Projekt „Cloud 21“

„Jeder kennt das Wort Inklusion. Jeder weiß, man sollte das fördern – doch keiner wird wirklich aktiv“, erklärt Luis seine Beweggründe, das Modelabel „Cloud 21“ zu gründen. „Cloud“ als Speicherplatz für verschiedenste Dateien, die miteinander harmonieren und „21“ aufgrund von „Trisomie 21“.

Luis stellt sich mit seinem Projekt breit auf: Es gehe nicht nur um Menschen mit Down-Syndrom, wie er unterstreicht: „Egal, ob Rollstuhlfahrer, dunkle oder weiße Hautfarbe, lange oder kurze Haare – es geht uns um alle. Der dazugehörige Slogan ‚We decide‘ offenbart, dass es möglich ist, dass alle Menschen ihr Leben selbst entscheiden und bestimmen sollen.“

Die Intuition: „Jeder der einen Pulli von uns cool findet und ihn kauft, dem ist bewusst, dass er sich auch gleichzeitig für Inklusion einsetzt. Denn ein Großteil des Erlöses aus dem Verkauf soll an inklusive Projekte und Organisationen gespendet werden. Mit ihm Boot hat er schon einige Unterstützer, darunter Sebastian Schindler, Jung-Regisseur und Schauspieler aus Soyen, sowie die Ameranger Firma „RECED-Production“. Nicole Dengel macht Fotos, Antonia Artmann und Lisa Maier rühren auf Social Media die Werbetrommel und kümmern sich federführend um die Instagramseite.

Aktuell sind Luis und seine Mitstreiter drauf und dran, sich entsprechend aufzustellen, Partner zu finden sowie ein Logo zu entwickeln. Ziel ist es am 21. Mai mit dem Online-Shop zu starten. Sobald es Corona zulässt, sollen in Zukunft konkrete Projekte und Veranstaltungen stattfinden. „Ich bin optimistisch“, schließt Luis lachend seine Erklärungen.

mb

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