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Schulz will Parteibasis über SPD-Regierungsbeteiligung abstimmen lassen

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Meggle-Gründerpreis 2017

Riederinger Metallbauer punktet mit besonderer Lagerfeuerromatik 

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Andreas Weinfurtner aus Riedering bekam von Marina und Toni Meggle den ersten Platz des MEGGLE-Gründerpreises 2017 verliehen. 
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Wasserburg - Zum sechsten Mal zeichnete Toni Meggle mutige Unternehmensgründer aus der Region mit insgesamt 50.000 Euro aus. So verlief der Festabend im Historischen Rathaussaal: 

Der von Jung-Unternehmern begehrte Meggle-Gründerpreis wurde am Freitagabend des 20. Oktobers zum sechsten Mal in Folge, seit der 125-Jahr-Feier der Firma Meggle 2012, verliehen. Seit der ersten Veranstaltung wurden mit der diesjährigen Ausgabe insgesamt 300.000 Euro überreicht. Toni Meggle belohnte inmitten der Kulisse des Historischen Rathaussaals in Wasserburg mutige Unternehmensgründer aus der Region mit 50.000 Euro Preisgeld. 

Die Kriterien zur Teilnahme: 

Teilnahmeberechtigt waren Unternehmen, die maximal seit sieben Jahren am Markt agieren, aber schon seit mindestens drei Jahren mit ihrer eigenen Geschäftsidee, ihren innovativen Produkten oder ihren erfolgsversprechenden Dienstleistungen gegen die Konkurrenz am Markt bestehen. 

Die Sitze der Unternehmen mussten die Städte oder die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Ebersberg und Mühldorf sein. Von der Teilnahme ausgeschlossen waren Unternehmen, die von den Mitgliedern der Jury gegründet worden sind, sowie die Preisträger der vergangenen Jahre.

MEGGLE-Gründerpreis eine "Herzensangelegenheit" 

Durch den Abend führte Dr. Sonja Lechner, begleitet vom Streichquartett des Mozarteums in Salzburg. Die Moderatorin hob das große Engagement der beiden Initiatoren für junge Unternehmer hervor: "Für Toni und Marina Meggle ist der Gründerpreis eine Herzensangelegenheit."

"Toni Meggle setzt sich auch deshalb für junge Unternehmer ein, weil er aus jahrelanger Erfahrung weiß, welches Durchhaltevermögen für erfolgreiches Wirtschaften nötig ist. Er  übernahm den Betrieb seiner Eltern, investierte kräftig in den Hauptsitz in Wasserburg und gründete zahlreiche, weitere Standorte auf der ganzen Welt. Dabei musste er sich immer bewusst sein, dass er für mehrere hundert Mitarbeiter und deren Familien die Verantwortung trägt." 

Stelldichein von Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft 

"Gesellschaft im tiefen Wandel - Was hält uns zusammen?" 

Unternehmer bilden einen wichtigen Teil in einer funktionierenden Gesellschaft. Dass diese im Umbruch ist, ist seit einigen Jahren immer häufiger zu hören. Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht, sprach in seinem Vortrag im Rahmen der Veranstaltung genau diesen gesellschaftlichen Wandel an und beantwortete die Frage was die Menschen wirklich zusammenhält.  

Twittermeldungen vom amerikanischen Präsidenten, der Brexit als Zeichen europäischer Rebellion, die Blitzkarriere des neuen österreichische Bundeskanzlers oder das diktatorische Vorgehen der Kommunistischen Partei Chinas - Beispiele, die auf einen tiefen Wandel der Gesellschaft hindeuten, gibt es laut Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio genug. 

Dass bestimmte Themen in der Frage der Einwanderung überzeugend geregelt werden müssen, das stand im Mittelpunkt seines Vortrags. "Es kann nicht sein, dass ein junger muslimischer Mann eine weibliche Lehrkraft nicht akzeptiert. Hier müssen wir ansetzen", betonte Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio und ergänzte in Hinblick auf die Verantwortungsethik: "Auch wenn die Einwanderung für manche die Lösung des demographischen Wandels darstellt, ich plädiere für ein Einwanderungsgesetz, das diesen Namen auch verdient. Wir können die Grenzen nicht schützen, indem wir jeden sofort erschießen, wir müssen genau überprüfen wer die Menschen sind, die zu uns kommen. Es steht uns schließlich nicht zu, dass wir Menschen in Not die Einreise nach Deutschland verweigern." 

Ausgehend von diesem Thema des Vortrags startete die Diskussion, bei der die Gäste direkt Fragen an Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio stellen. Bevor es zur Bekanntgabe der Gewinner kam, übergab Dr. Lechner das Wort an die Preisträger des vergangenen Jahres. 

Resümee der Preisträger 2016

Im Anschluss an die Diskussion lieferten die Preisträger aus dem Jahr 2016 jeweils einen kurzen Rückblick, wie es ihnen seit der Verleihung des MEGGLE-Gründerpreises ergangen ist. 

Markus Fußstetter, den Gründer der Firma Fußstetter Planungs-Gesellschaft mbh aus Wasserburg, gab zu, er habe die Bedeutung dieser "tollen Auszeichnung" erst viel später realisiert. "Der dritte Platz war für unser Unternehmen eine ganz große Sache, wir bekamen viel Feedback von außen, entwickelten neue Ideen und Konzepte. Wir konnten unser Personal verdoppeln und sind mittlerweile in Luxemburg und der Schweiz vertreten. Ich kann nur jeden, der überlegt, Gründer zu werden, motivieren, anzufangen." 

Dirk Huber stellt hochflexible und nachhaltig produzierte Akustiklösungen in seiner Firma B11 in Edling her. Er wurde dafür 2016 mit dem zweiten Platz belohnt. "Wir haben uns seitdem weiterentwickelt und wichtige Kontakte geknüpft", blickte Huber auf das vergangene Jahr zurück. "Drei Wochen Tauchen auf den Malediven? Natürlich nicht", witzelte der Unternehmer. "Das Preisgeld ist geparkt, damit es nicht im Alltag verpufft. Wir sind ständig auf der Suche nach Herausforderungen, werden durchhalten und nach vorne schauen. Dieser Spruch stammt von Toni Meggle und motiviert mich immer wieder aufs Neue." 

Die Ledermanufaktur Lerner unter der Geschäftsführung von Klaus Lerner konnte sein Unternehmen dank des Preisgelds von 25.000 Euro vergrößern. "Wir stehen kurz vor dem Umzug in eine größere Werkstatt samt Verkaufsfläche mitten in Amerang", verkündete Lerner stolz. "Es ist jetzt schon ein Jahr her, dass Toni Meggle mir den ersten Platz des Gründerpreises übergeben hat. Als er mir damals meinen Gesellenbrief zum Industriemechaniker überreichte, hätte ich nie geglaubt hier einmal zu stehen." 

Die Gewinner des Abends 

"Feuer und Flamme" für den ersten Platz 2017

Imagefilme über die Unternehmen stellten die drei Gewinner des Meggle-Gründerpreises 2017 vor. Platz eins mit 25.000 Euro ging an den Metallbauer Andreas Weinfurtner aus Riedering. Der selbstständige Unternehmer überzeugte die Jury mit seinem "Kugelblitz". Mit der Idee, einen qualitativ hochwertigen Grill zu bauen, der die Hitze gezielt nur auf die Produkte und nicht nach außen abgibt, traf der Riederinger voll ins Schwarze. Da man sich beim Grillen um den runden Kugelblitz versammeln kann, entsteht zudem ein echtes Gemeinschaftsgefühl. Weinfurtner ist seit seiner Meisterprüfung 2011 selbstständig und entwickelt seit dem Jahr 2013 diesen besonderen Grill.

Der Jury-Sprecher, Gerd Maas, führte in seiner Laudatio die Gründe auf, warum sich der Metallbauer von den Mitbewerbern nochmal ein Stück abheben konnte und deshalb den Wettbewerb gewinnen konnte: Maas lobte die "Verbindung zwischen solidem Handwerk und einem innovativen Produkt". Weiter habe Weinfurtner eine "spannende Neudefinition eines Marktsegments" geschaffen, dabei treibe der Riederinger konsequent die Entwicklung der Vertriebswege für den Kugelblitz voran. 

Rang zwei ging im Jahr 2017 an die gepedu GmbH. Das Unternehmen aus Egmating im Landkreis Ebersberg entwickelt und vertreibt erfolgreich onlinegestützte Testverfahren zur beruflichen Kompetenzfeststellung. Die Geschäftsführer Christoph Vogt und Christian Buss konzipieren diese Tests auch, um Migranten den Weg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Diese Idee belohnte die Gründerpreis-Jury mit 15.000 Euro.

Die Wanner GmbH aus Mühldorf, eine regional ausgerichtete Unternehmensberatung für Klein- und Mittelständler, holte sich den dritten Platz und freute sich über 10.000 Euro.

mb

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