Auch das Landratsamt hat eine Meinung

Nachhaltigkeits-Denken in Wasserburg: Kunden finden Mehrweg gut

wasserburg24.de-Reporterin Regina Mittermair im Gespräch mit Lukas Deliano, der das KEEPCUP-Tauschsystem äußerst nachhaltig findet. Bei den Kunden der Wasserburger Backstube kommt  diese Mehrweglösung für "Coffee to go" gut an.
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Wasserburg - Müll vermeiden, innovativ denken und bewusster leben. Eine Möglichkeit im hektischen Alltag nicht "einfach nur" einen "Coffee to go" zu bestellen, sondern "mehr" zu tun. Viele Kunden nutzen in Wasserburg diese Möglichkeit bereits.

Lukas Deliano hat das Einweg-Prinzip für "Coffee to go" schon lange gestört. "Natürlich haben wir auch noch die Einwegbecher für unsere Kunden, aber wir weißen schon darauf hin, dass es eben viele Vorteile bringt, das Mehrwegsystem zu nutzen", erklären Lukas Deliano und seine Mama und zugleich Geschäftspartnerin Christine Deliano.

Seit der Einführung des sogenannten "KeepCup" in der Kaffeerösterei Deliano und der Wasserburger Backstube nutzen viele der "To Go-Kunden" dieses Tauschsystem.

KeeCup als Mehrweglösung für "Coffee to go". In der Wasserburger Backstube wurde dieses Tauschsystem Anfang Juli eingeführt und findet Anklang.

Bis die Idee für Wasserburg umgesetzt werden konnte, gab es viele Monate der Überlegungen und der Testphasen sowie Planungen, damit das Tauschsystem mit "KeepCup" in der Praxis auch funktioniert. "Wir erhoffen uns als positiven Nebeneffekt weniger Müll und wollen gemeinsam mit unseren Kunden nachhaltig den Alltag erleben", betont Lukas Deliano.

Die Kunden, die bisher Interesse am "KeepCup"-Tauschsystem zeigen, sehen es als große Chance für die Umwelt und sind von den farbenfrohen Mehrwegbechern begeistert. "Ich finds eine tolle Idee und werde das definitiv nutzen", heißt es von einer Kundin der Wasserburger Backstube.

Jede Minute Unmengen Coffee to Go

Im Gespräch mit wasserburg24.de erklärt Lukas Deliano, dass es absolut erschreckend sei, wenn man sich bewusst mache, dass weltweit jede Minute über 1 Million Coffee to go-Einwegbecher über die Ladentheken gehen und das Wegwerfprinzip als einfachstes Muster immer noch als modern gelte. "Diese To Go-Einwegbecher sind nicht recycle-bar", macht Deliano aufmerksam.

Für die Umwelt etwas zu tun, ist dem jungen Barista aus Wasserburg ein besonderes Anliegen.

Die Mehrweg-tauglichen KeepCups, die es seit wenigen Tagen in der Wasserburger Backstube zu kaufen gibt, sind bunt, frisch und wirken ebenso farbenfroh, wie die Hausfassaden der Wasserburger Altstadt. "Sie schonen die Umwelt und sollen das Bewusstsein schärfen, nachhaltiger zu denken und zu leben", zeigt sich Lukas Deliano überzeugt. Nachhaltigkeit gehe durch so viele Instanzen im Bereich des Kaffees, bewusst den Kaffee zum Mitnehmen im Mehrwegbecher zu trinken, sei ein guter Schritt, findet Deliano.

So klappt es für den Endverbraucher

Das System funktioniert für den Kunden einfach. Einmalig kauft er bei der Wasserburger Backstube einen KeepCup für 12,40 Euro und kann diesen jedes Mal wieder frisch auffüllen lassen, oder aber wieder abgeben und einen frisch gereinigten erhalten. "Ich freu mich total, dass es in Wasserburg so ein Tauschsystem gibt und hab mir so einen Becher gleich geholt", freuen sich zwei junge Frauen, die sich regelmäßig ihren Kaffee nun im Mehrwegbecher mitnehmen.

Mit der eigenen Box zur Metzgerei?

Was im Bereich des Kaffees scheinbar wunderbar funktioniert, will bei Metzgereien in der Stadt nicht ganz umsetzbar sein. "Wir sind dazu angehalten, die Wurstware in den uns vorliegenden Folien und Papieren an die Kunden zu übergeben", heißt es von einer Metzgereifachverkäuferin auf Nachfrage von wasserburg24.de.

Es gebe Vorschriften was die Hygiene und die Gesundheitsbestimmungen betreffe, ist sich eine Verkäuferin hinter einer Metzgertheke sicher. Man reiche jedoch dem Kunden gerne die Ware in der hauseigenen Folie, er könne sie dann im Kundenverkaufsbereich gerne in seine mitgebrachte Box umverteilen. "Bei Metzgerware funktioniert kein Mehrweg", ist sich ein Metzger aus dem Altlandkreis Wasserburg sicher.

Was sagt das Landratsamt zum Mehrweg?

Wie ist es um die Vorschriften bestellt? Nachgefragt beim Landratsamt Rosenheim erklärt Pressesprecher Michael Fischer: "Es liegt in der Verantwortung des Inhabers, ob er diese Gefäße des Kunden annimmt oder nicht", so Fischer gegenüber wasserburg24.de. Ein Verbot gebe es grundsätzlich nicht, der Inhaber dürfe entscheiden, wie er es in der Praxis handhabe und ob durch den Kunden mitgebrachte Boxen oder Becher mit Ware befüllt werden.

Das Fazit für Wasserburg: Mehr als 70 Prozent der Leser, die bei der wasserburg24.de-Umfrage mitgemacht haben, sehen in Mehrweg-Tauschsystemen einen Sinn und finden die Idee und Einführung gut. Beim KeepCup kommen die bunten Farben und die praktische Nutzung gut an, auch der Aspekt des Umweltschutzes. Nachhaltig denken funktioniert, doch ob es das böse Erwachen gibt, wenn der Cup in der Handtasche verweilt und auf das Zurückgeben wartet? "Es ist nichts ausgetröpfelt, lächelt eine Wasserburgerin glücklich.

Neue Wege - neues Denken in Wasserburg. Eine Idee, die bei vielen Kunden gut ankommt und die im Bereich des Kaffees "to go" wohl auch Zukunft hat.

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