Messungen von Stickstoffdioxid in Wasserburg

"Wollen wir Fahrverbote in der Altstadt und Verkehr umleiten?"

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Wie hoch ist die Schadstoffbelastung in der Altstadt? Messungen von Stickstoffdioxid sollen Licht ins Dunkel bringen. 
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Wasserburg - War der Aprilscherz unserer Redaktion von einer künftigen autofreien Altstadt möglicherweise gar nicht so abwegig? Der Umweltausschuss hat am 6. April einen Beschluss auf den Weg gebracht, erste Schadstoff-Messungen durchzuführen:

Das bayerische Landesamt für Umwelt geht in einem Schreiben an die Stadt von erhöhten Schadstoffbelastungen in der Altstadt aus. Das teilte Bürgermeister Michael Kölbl mit. Bruckgasse und Schmidzeile seien demnach am meisten von Schadstoffen betroffen. Das Landesamt legt den Fokus der geplanten Messungen jedoch auf Luftschadstoffkomponente Stickstoffdioxid (NO₂). Messungen zur Feinstaubbelastung sollen erstmal außen vor gelassen werden. Diese Entscheidung sorgte für Diskussionsbedarf unter den Ausschussmitgliedern:

"Feinstaub nach wie vor präsent"

Sophia Jokisch (Linke Liste) kann bei den Messungen nicht nachvollziehen, wieso das eine das andere ausschließt. Norbert Buortesch (Bürgerforum) indes warnt, die Feinstaubbelastung sei nach wie vor präsent, das sehe man tagtäglich an den Fenstern. "Feinstaub ist und bleibt ein großes Thema - besonders für unseren Altstadtkessel", so Buortesch. Beide sprechen sich zwar dafür aus, das Angebot des Landesamtes, vorerst nur Stickstoffdioxid-Messungen durchzuführen, anzunehmen, regten aber an, die Stadtverwaltung möge Angebote einholen, falls man doch auf die weitere Messungen bezüglich der Feinstaubbelastung zurückkommen wolle. Buortesch: "Mit den NO₂-Ergebnissen können wir arbeiten und gegebenenfalls weitermachen in Richtung Feinstaub.

"Wollen wir Fahrverbote in der Altstadt?"

Armin Sinzinger (WBl) hingegen hinterfragt das Vorhaben an sich: "Wollen wir wirklich Dauermessungen, die von Wetterlage und Verkehrsaufkommen abhängen und bei erhöhten Werten gar Fahrverbote in der Altstadt erlassen oder den Verkehr weiträumig um die Stadt leiten? Vielleicht noch die Produktion bei Meggle einstellen? Das sind immense Kosten! Wenn wir erst Messungen in der Bruckgasse durchführen, werden wir uns anschauen, was dabei rauskommt." Diese Befürchtung hat auch Bürgermeister Kölbl. "Dennoch brauchen wir Klarheit", so Kölbl. "Vielleicht bringt ja die Stickstoffdioxid-Messung schon ein Ergebnis, auf dass die Kommunalpolitik reagieren muss."

Insgesamt einigt sich der Umweltausschuss auf eine erste Messung der Stickstoffdioxidwerte. Im vorläufigen Beschluss heißt es wörtlich: "Auf die Durchführung von Feinstaubmessungen in der Altstadt wird bis auf Weiteres verzichtet. Dem Vorschlag des Landesamtes für Umweltschutz, Immissionsmessungen für die Stickstoffdioxidbelastung in der Altstadt durchzuführen, wird zugestimmt. Die Verwaltung wird zudem beauftragt, Angebote für Feinstaubmesssungen einzuholen."

mb

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