Historikerin dokumentiert wahres Verbrechen in Bachmehring bei Wasserburg 

Was alte Gerichtsakten über einen brutalen Mord aus dem Jahr 1942 verraten 

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Ulrike Claudia Hofmann, Archivarin und Historikerin, hat einen wahren Mordfall aus dem Jahr 1942 in Bachmehring bei Wasserburg am Inn aufgearbeitet und ein zeitgenössisches Dokument basierend auf wahren Gegebenheiten in Form eines Buches herausgebracht. 

Wasserburg - Ein hinterhältiger brutaler Mord an einem gehörlosen Knecht im Jahr 1942 auf einem kleinen Hof in Bachmehring, eine junge Magd als Täterin. Das Buch von Ulrike Claudia Hofmann liest sich wie ein Thriller, basiert aber auf wahren Gegebenheiten. Was hinter der "Ermittlungsakte Cäzilie Bauer" steckt, hat die Münchnerin im Interview verraten. 

Bei einer Lesung im Staatsarchiv München erfuhr Archivarin und Historikerin Hofmann zum ersten Mal von dem Mord aus dem Jahr 1942 bei Wasserburg am Inn. Das war 2016. Seitdem hat sie der Fall nicht mehr losgelassen. Sie wollte mehr über die Hintergründe erfahren und begann zu recherchieren. Grundlagen waren Ermittlungsakten von Polizei und Staatsanwaltschaft


Ein Krimi - basierend auf einem echten Mord 

Aus den alten Gerichtsakten hat die Münchnerin einen Thriller basierend auf echten Begebenheiten, die sich vor knapp 80 Jahren zutrugen, niedergeschrieben. Im Übrigen handelte es sich damals um einen Hof aus dem Familienbesitz Stemmer, der gleichnamigen Holzhandlung in Bachmehring.

"Die Ermittlungsakte Cäzilie Bauer" sei "Dokumentation eines Verbrechens", erklärt die Autorin im Gespräch mit wasserburg24.de: "Ich wollte mir ein Bild machen, was damals auf dem Bauernhof passiert ist und welche Motive die 25-jährige Magd zu der grausamen Tat an dem gehörlosen Knecht trieben, mit dem sie überdies eine Liebelei hatte." 


Hofmann erklärt weiter: "Ich wollte den Mord anders aufarbeiten. Als Archivarin ist mir bewusst, dass Mordakten wie diese oft unübersichtlich sind - wenngleich auch unheimlich authentisch und spannend." 

Die Münchnerin möchte, dass sich die Leser selbst ein Bild machen können: "Wie werden Zeugen, Angeklagte, Ermittler oder Anwälte beurteilt? Das Buch lässt den Gang des Geschehens sich selbst aus den Quellen heraus erzählen. Man beschäftigt sich nicht nur mit einem wahren Kriminalfall, sondern kann den damaligen Verlauf nachverfolgen." 

Leser soll sich einfühlen in die Geschichte 

Das Buch bietet dem Leser die Gelegenheit, Originalakten der Ermittler ungefiltert zu lesen. Man werde laut Hofmann "nicht nur in einen Mordfall mitgenommen, sondern erlebt auch live die Aufklärung des Verbrechens - von der Auffindung der Leiche in der Kammer bis zur Hinrichtung der Täterin im Schafott im Gefängnis Stadelheim in München". 

Verhöre, Gerichtsprotokolle, Briefe - alle zu dem Fall vorhandenen Dokumente hat Hofmann durchforstet und zusammengetragen. Sämtliche Schutzfristen auf den Akten sind inzwischen abgelaufen. Etwa zwei Jahre hat es gedauert, bis sie das Buch in ihrer Freizeit neben ihrem Beruf fertig gestellt hat.

Seit Mitte September 2019 ist das zeitgenössische Dokument "Aktenzeichen 1 KL-So 59/42: Die Ermittlungsakte Cäzilie Bauer" von Ulrike Claudia Hofmann in jeder Buchhandlung erhältlich. Nähere Informationen gibt es auf der Homepage der Autorin. Dort findet sich auch eine Leseprobe

Zum Inhalt des Buches: 

Es beginnt mit dem Tod eines Menschen und endet mit einer Kostenabrechnung: Die junge Magd Cäzilie Bauer findet am 2. Februar 1942 auf einem Hof in Bachmehring bei Wasserburg am Inn eine Leiche. Es handelt sich um den fast 60-jährigen gehörlosen Fuhrknecht Leonhard Eder. Er liegt mit Schnittwunden an den Pulsadern blutüberströmt in seiner Kammer. Die Magd gibt an, Eder habe Selbstmord begangen.

Stimmt das - oder wurde Eder kaltblütig ermordet? Der Tod des gehörlosen Knechts wirft Fragen auf. Wo befinden sich Eders Ersparnisse? Und wieso hat die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Magd plötzlich das Geld für teure Kleidung und Schmuck? Die Kriminalpolizei München ermittelt nach einem Hinweis der Schwester von Cäzilie Bauer anders als die Gendarmerie in Wasserburg. Die Magd gesteht und widerruft die Tat wieder - doch am Ende wird sie überführt.

Hintergrundkapitel liefern Informationen zu den Hauptprotagonisten und zu zeitgenössischen Besonderheiten. Dafür wurden teilweise bisher unberücksichtigte Quellen ausgewertet. Sie geben wertvolle, bisher noch wenig bekannte zeithistorische Einblicke.

mb

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