Kulisse gefunden

Des Rätsels Lösung

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Das Bild hat nun endlich auch eine örtliche Zuordnung

Wasserburg - Vor zwei Wochen hatte das Museumsteam die Wasserburger um Mithilfe gebeten. Es ging um die Verortung eines Gemäldes des Malers Joseph Pilartz. Nun steht die Kulisse fest.

15 Personen haben sich schließlich daran beteiligt, das Rätsel zu lösen, sei es mit dem erfahrenen Blick eines der älteren Bewohner der Häuser oder mit Hilfe historischer Landkarten und genauer Beobachtung der Landschaft.

Das Gemälde selbst ist vom Atelierfenster des Malers aus aufgenommen, dessen Haus auf einem kleinen Moränenhügel steht, der heute noch der „Pilartz-Berg“ genannt wird.

Im Vordergrund zeigt es den Heißenhof in Bachmehring. Der Blick geht Richtung Hafenham. In der Mitte ist dort das Anwesen der Familie Aigner zu sehen, rechts davon befindet sich der Schöberlhof. Ganz links im Bild geraten noch zwei Häuser von Thalham in den Blick.

Sebastian Aigner kann sich noch gut an den Maler und seine Frau erinnern. Er lernte das Ehepaar kennen, als er als Junge gemeinsam mit seinem Vater dort einen Fußboden verlegte. Später fuhr er oft mit dem Fahrrad vorbei, bekam ein Glas Wasser und schaute beiden beim Malen zu. So wurde er Zeuge, wie Pilartz die Landschaft in Tage und Wochen langer Arbeit minutiös unter Zuhilfenahme eines Vergrößerungsglases einfing. Dabei ging er aber nicht rein dokumentarisch vor.

Hin und wieder wurde auch mal etwas weggelassen oder ergänzt. Dies offenbart auch der heutige Blick auf die Szenerie. So hat er beispielsweise die Berge etwas mächtiger erscheinen lassen, als sie vom Pilartz-Berg bei Weikertsham aus wirken.

Im Jahr 2014 erscheint die Landschaft durch die zunehmende Verdichtung der Bebauung völlig verändert.

Der Heißenhof ist noch stärker eingewachsen und kaum vom Pilartz-Berg aus zu erkennen.

Vor ihm ist ein Neubaugebiet entstanden. Wo die Tannen zu seiner Linken standen, befindet sich heute das Betriebsgelände der Firma Huber & Sohn.

Links neben dem Hafenhamer Wald ist das Gelände der Firma Raab zu sehen, daneben kommen die Ausläufer von Bachmehring in den Blick, dahinter das heute deutlich größere Thalham.

Auch um das Haus der Familie Aigner und dem Schöberlhof sind Anbauten und weitere Häuser entstanden. Der Wald dahinter hat durch einen Sturm Schaden genommen. Neue Straßen verbinden die Siedlungen. Dominiert wird der heutige Anblick durch Hochspannungsleitungen.

Pressemeldung Museum Wasserburg / Regina Mittermair

Quelle: rosenheim24.de

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