Nach Wasserschaden in Aussendepot

Museum Wasserburg: Eine Truhe erhält ein neues Gesicht

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So sah die Truhe nach dem Wasserschaden aus.

Wasserburg - Im Frühsommer des Jahres 2014 hatte ein Wasserschaden in einem der Außendepots des Museums Wasserburg den dort gelagerten Objekten erheblichen Schaden zugefügt. Jetzt konnte eine Truhe wieder hergerichtet werden.

Besonders davon betroffen war eine historische Truhe. Das Objekt wurde nun von den Diplomrestauratoren Susanne Raffler und Armin Göttler restauriert.

Aufgrund mangelnder Kapazitäten muss das Museum Wasserburg seine historischen Objekte in über die gesamte Stadt verteilten Notdepots lagern. Die Bedingungen in diesen Räumen sind nicht optimal: Hitze, Kälte, Verschmutzung und Feuchtigkeit stellen eine ständige Gefahr für den Erhaltungszustand der dort untergebrachten Gegenstände dar. Im Frühsommer des Jahres 2014 verursachte ein undichtes Heizungsrohr in einem der Notdepots einen Schaden von etwa 40 000 Euro. Durch die lange anhaltende Feuchtigkeit entwickelte sich an zahlreichen Objekten ein Schimmelbefall. 

Besonders durch die Einwirkungen des Wassers und den Schimmelbefall geschädigt wurde eine wertvolle Truhe aus dem 18. Jahrhundert. 

Sie stand zum Zeitpunkt des Wasserschadens direkt unter dem lecken Heizungsrohr und war somit dem herab tropfendem Wasser unmittelbar ausgesetzt. Aber auch die im Raum herrschende Feuchtigkeit steigerte die Schimmelausbreitung auf dem Objekt. 

Die für das Erscheinungsbild der Truhe wertvollen Metallbeschläge waren in Folge der Wassereinwirkung korrodiert. An einer Stelle wurde die Korrosion durch das Wasser ausgewaschen, was zu massiven Verfärbungen an der zuvor geschwärzten Oberfläche der Truhe.

Um das Objekt erhalten zu können, musste es aufwendig restauriert und konserviert werden.

Bis Ende des Jahres 2015 arbeiteten die Diplomrestauratoren Susanne Raffler und Armin Göttler an der Truhe. Dabei wurde das Objekt zunächst vollständig getrocknet, mechanisch vom

Schimmelbefall befreit und anschließend desinfiziert. Die Restauratoren entfernten die Papierkaschierung im Inneren der Truhe, da sie ein großes Risiko für die erneute Entstehung eines Schimmelbefalls in einem Depotraum darstellte. 

Glücklicherweise hatte sich unter den Korrosionsschichten auf den Metallbeschlägen meist die gravierte Oberfläche erhalten.

Somit konnten die Restauratoren nach dem Abtragen der Korrosionsschichten auch die gestalterischen Details der Truhe erhalten. Um eine erneute Korrosion auszuschließen, überzogen sie alle Metallteile mit mikrokristallinem Wachs. Zudem reinigten sie die

Oberflächenfarbe der Truhe und retuschierten sie anschließend mit wässrig und alkoholisch gelösten Beizen. Somit konnte die Optik der zuvor schwarz gestrichenen Oberfläche wieder hergestellt werden. Des weiteren wurden die Schlösser der Truhe wieder schließfähig gemacht und passende Schlüssel angefertigt.

Pressemitteilung Museum Wasserburg

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