Nachbarn berichten vom langen Einsatz

Nach Bombendrohung in Wasserburg – Bekannter der Familie festgenommen

Polizei
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Wegen einer Bombendrohung wurde ein Wohnhaus in Wasserburg geräumt.

Wasserburg am Inn – Am Samstagnachmittag, 15. August, kam es in der nördlichen Burgau zu einem Großeinsatz. Hintergrund war ein telefonischer Drohanruf gegen einen privaten Haushalt. So erlebten die Nachbarn den Einsatz:

Ausnahmezustand in Wasserburg: Eine Bombendrohung gegen einen privaten Haushalt sorgte für ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr. Diese sperrten die Gegend um das betroffene Haus großflächig ab. „Gegen 16 Uhr klingelte es plötzlich Sturm und wir wurden aufgefordert alle Türen und Fenster zu schließen und schnellstmöglich unsere Wohnung zu verlassen“, schildert ein Anwohner. Zunächst hieß es von Seiten der Polizei, dass der Einsatz gegen 20 Uhr zu Ende sein sollte. Als Begründung nannte die Polizei eine mögliche Gesundheitsgefährdung.


Bombendrohung in Wasserburg - War ein Bekannter der Familie der Täter?

Ein Nachbar berichtet, es käme oft zu Streitigkeiten. Bei dem Drohanrufer könne es sich um einen alten Bekannten der Familie handeln mutmaßen einige Nachbarn.


Ein Expertenteam aus München hat das Haus nach Sprengstoff untersucht. Es wurde dafür sogar eine Person mit einem Hubschrauber eingeflogen. Erst gegen 23.35 Uhr konnte die Polizei allerdings Entwarnung geben und die evakuierten Personen durften nach fast acht Stunden wieder nach Hause. „Der Einsatz hat aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen für die Einsatzkräfte und die Anwohner recht lange gedauert“, schilderte Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber wasserburg24.de. Die Sprengstoffexperten seien aus München und Nürnberg angereist, zudem habe man sie an einem Feiertag auch erst informieren müssen.

Verständnis für langen Einsatz

Die meisten Anwohner ärgerten sich natürlich darüber, zeigten aber auch Verständnis für den langen Einsatz: „Ich glaube persönlich nicht daran, dass an der Drohung was dran ist. Aber lieber überprüft das die Polizei, ehe doch was Schreckliches passiert“, so ein Nachbar am Samstagabend. Zudem gebe es in der Siedlung viele Gasleitungen, was eine mögliche Bombe noch verschärfen könnte.

Der Polizeieinsatz wegen einer Bombendrohung in Wasserburg dauerte bis kurz vor Mitternacht.

Auf jeden Fall hat die Polizei noch während des Einsatzes in Wasserburg einen Treffer gelandet. „Wir haben eine Person in Sachsen-Anhalt festgenommen, bei dem es um den vermeintlichen Anrufer handelt“, gab der Pressesprecher der Polizei Samstag Nacht noch zu Protokoll. Er bestätigte auf Nachfrage von wasserburg24.de außerdem, dass der mutmaßliche Urheber des Anrufes eine Vorbeziehung zu der Familie hat.

Für alle evakuierten Personen, die nicht wussten, wo sie die Wartezeit verbringen sollen, wurde bei der Freiwilligen Feuerwehr in Reitmehring ein Versorgungsbetrieb eingerichtet. „Eigentlich sollte man glauben, dass es zu solchen Geschichten nur in Großstädten kommt, aber nicht hier in Wasserburg“, so ein Anwohner. Am Ende dürften alle Beteiligten mit einem Schrecken davon gekommen sein.

jz

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