Täter war ins Visier der Fahnder geraten

Nach Brandanschlag in Inn-Salzach-Klinik: Rosenheimer (50) stellt sich Polizei

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Der Täter des Brandanschlags am ISK hat sich gestellt

Wasserburg - Am Sonntag beging ein Unbekannter einen Brandanschlag auf einen Pfleger im KBO-Inn-Salzach-Klinikum im Ortsteil Gabersee. Der Täter entkam vom Tatort. Nun stellte sich ein 50-jähriger Rosenheimer der Polizei

Der Mann, der am Sonntag, den 17. November in den Morgenstunden einen Brandanschlag im Wasserburger KBO-Inn-Salzach-Klinikum im Ortsteil Gabersee beging, hat sich der Polizei gestellt, berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Er hatte sich gegen 1.25 Uhr Zutritt zur Klinik verschafft und einen Pfleger mit Benzin übergossen. Anschließend legte er Feuer im Flur der Station. Der Pfleger konnte sich gerade noch in Sicherheit bringen, während der Täter Benzin, das er im Flur verschüttet hatte, anzündete. Es kam dabei zu einer Verpuffung. Der entstandene Brand wurde vom anwesenden Personal gelöscht, doch in der Zwischenzeit suchte der Täter das Weite.


Dr. Theodor Danzl, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, zeigte sich wasserburg24.de gegenüber erschüttert von dem Anschlag, der für ihn an "Brutalität kaum zu überbieten" sei. 

Die Polizei hatte den Tatverdächtigen bereits auf dem Radar. Nun ist er vorerst in einer Fachklinik untergebracht worden. Nur vom Kanister, mit dem er das Benzin transportierte, fehlt noch jede Spur. 


Das Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim hatte die Ermittlungen nach dem Anschlag übernommen und die Ermittlergruppe "Kanister", der neun Mitarbeiter angehören, gegründet. Diese fahndeten unter Hochdruck nach dem Täter, unter Anderem mit einer Öffentlichkeitsfahndung. Auch wurden mehrere Tatverdächtige untersucht, darunter auch ein 50-jähriger Mann aus Rosenheim. Zunächst konnte man ihm die Tat nicht nachweisen, aber aufgrund des Fahndungsdrucks kam der Mann in der Nacht auf Mittwoch, den 20. November zur Polizeiinspektion Rosenheim und gestand die Tat.

Die Ermittlungen der EG Kanister untermauerten die Angaben des Mannes. Der Tatverdächtige war bereits 2015 in einer Fachklinik gewesen, weil er versucht hatte schwere Brandstiftung zu begehen. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft nehmen an, dass er sich am Sonntag in einem psychischen Ausnahmezustand befunden hat. 

Ein Ermittlungsrichter erließ einen Unterbringungsbefehl auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, weshalb der Verdächtige nun in einer Fachklinik stationär untergebracht wurde. 

Kripo sucht noch Kanister

Der schwarze Fünfliterkanister, in dem der Verdächtige den Brandbeschleundiger transportierte fehlt noch immer. Er hat einen gelben Drehverschluss.

Personen, denen ein solch weggeworfener Kanister aufgefallen ist oder diesen eventuell sogar mitgenommen haben, werden gebeten, sich bei der Kripo Rosenheim unter der Rufnummer 08031/200-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

jv/Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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