Aufwertung des Nachtlebens in Wasserburg *Mit Voting* 

Nächtlicher Shuttle-Bus vom "Uni" in die Altstadt? 

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Die Fraktionsgemeinschaft Bürgerforum/Freie Wähler beantragte einen Nacht-Shuttle-Bus von der Disco "Uni" in die Altstadt. 

Wasserburg - Wenn es nach der Fraktionsgemeinschaft Bürgerforum/Freie Wähler geht, soll künftig für die jungen Nachtschwärmer ein Shuttle-Bus nachts zwischen dem Außenbereich an der Disco "Universum" und der Altstadt pendeln. Diese Idee aber stieß im Haupt- und Finanzausschuss auf keine große Zustimmung. 

Nicht so viel Glück wie mit der Idee einen Biergartens am Inn ins Leben zu rufen hatte Edith Stürminglers (Bürgerforum) mit ihrem Anliegen das Wasserburger Nachtleben attraktiver zu gestalten. Ihr Antrag auf Einrichtung eines Nacht-Shuttle-Busses, der in der Sitzung des Ausschusses am Donnerstagabend (5. Dezember) behandelt wurde, war Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) laut eigener Aussage "zu unausgegoren mit nur zehn Zeilen Text"


Taxi-Unternehmen vor Shuttle-Bus? 

Kölbl erklärte: "Dieser Vorschlag wirft einen ganzen Berg an Fragen auf, darunter an welchen Tagen der Bus verkehren soll und zu welchen Zeiten, in welchem Takt und auf welchen Strecken bis in den Altlandkreis hinein. Die Konzession für den Raum Wasserburg besitzt außerdem der RVO." 

An diesem Punkt nannte Kölbl die bereits bestehenden nächtlichen Verbindungen im Stadtgebiet: "Es gibt den Nacht-Express vom Badria aus um 0.30 Uhr und um 2.30 Uhr, der aber immer wieder auf der Kippe steht weil er nur unzureichend angenommen wird. Mit der Einführung des Halb-Stunden-Takts ab 2022 fahren auch die nächtlichen Busse immer zur halben Stunde. In meinen Augen wäre es viel sinnvoller die Taxi-Unternehmen zu mobilisieren, denn das ist unser allergrößtes Problem, dass die Nachtschwärmer ewig auf Taxen warten und in der Altstadt häufen sich wegen der Lautstärke vor den Lokal die Beschwerden der Anwohner." 


Zudem sehe er keinen städtischen Handlungsbedarf: "Wenn der Diskotheken-Betreiber an einem Shuttle-Service interessiert ist, kann diese Aufgabe auch er übernehmen." Schließlich handle es sich lediglich um eine einzige Lokalität, das wiedereröffnete "Uni". Der Meinung des Bürgermeister schloss sich die Mehrheit der Ausschuss-Mitglieder an, sah nicht ein, weshalb hier Steuergelder fließen sollten. 

Anderer Ansicht hingegen war die Antragstellerin: "Anscheinend rede nur ich mit den jungen Leuten, denn sowohl mit denen als auch mit den Wirten habe ich das Gespräch gesucht. Es geht in meinem Antrag nicht nur um das 'Uni', sondern um alle Lokalitäten im Stadtgebiet, vom El Paso über den Roten Turm bis hin zum Stechl Keller. Wir wollen mit dem Shuttle-Bus die Autos aus der Stadt halten, eine Lärmreduzierung erwirken und die Attraktivität der Altstadt zum Weggehen für die jungen Leute steigern, denn durch die inzwischen abgeschaffte Sperrstunde hat diese in Punkto Nachtleben sehr gelitten." 

"Win-Win-Situation" abgelehnt

Der Stadtbus mit den nächtlichen Zeiten sei ihr überdies "nicht flexibel genug". Stürmlinger hätte sich einen Versuch über mehrere Monate gewünscht - mit einem Kleinbus, der in der Altstadt kreise und die Leute einsammle. Die Strecke könne man je nach Bedarf nach Reitmehring oder Gemeinden im Altlandkreis ausweiten. 

"Das könnte eine 'Win-Win-Situation'" werden", betonte Stürmlinger abschließend. Diese Meinung aber teilte der Rest des Ausschusses nicht, denn bis auf die Stürmlingers eigene Stimme wurde der Antrag mit fünf Gegenstimmen abgelehnt

mb

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