Verliert der Taubenmarkt an Anziehungskraft?

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Der Taubenmarkt gehört schon über ein Jahrhundert zu Wasserburg
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Wasserburg - Kein Mensch dachte vor über hundert Jahren daran, dass der Taubenmarkt auch noch hundert Jahre später zur jährlichen Tradition gehören wird. Angebot und Datum haben sich entwickelt.

Der Wasserburger Taubenmarkt wurde grundsätzlich stets am 3. Februar veranstaltet. Seit dem Jahr 1878 findet er statt.

Der „Blasitag“ galt immer schon als der geeignete Markttag.

Tradition mit kleinen Veränderungen!

Weil es für die einheimischen Geschäfte in der Stadt zunehmend negativ auf die Umsätze einwirkte, wenn am 3. Februar der Taubenmarkt veranstaltet wurde, änderten die Veranstalter ab dem Jahr 1995 das Datum auf den ersten Sonntag im Februar.

Somit findet heuer am 2. Februar  der Taubenmarkt statt.

Bis vor kurzem zunehmende Besucherzahlen

Immer größer wurde die Beliebtheit des Marktes.

Im Jahr 1988 (es war das 110. Taubenmarkt-Jahr) wurden fast 10 000 Besucher registriert.

Auch in den weiteren Jahren kamen immer mehr Begeisterte hinzu.

Da der Andrang immer grösser wurde, beschloss man das Marktgelände zunächst auf den Kirchhofplatz und um die Kirche, später dann auch auf die umliegenden Straßen auszuweiten.

Nach einer Petition des deutschen Tierhilfswerkes an den Bayerischen Landtag stand der Taubenmarkt vor einiger Zeit schon einmal kurz vor dem Aus. „Das mittelalterlich anmutende Spektakel“ solle so schnell wie möglich abgeschafft werden, hieß es von den Organisatoren der Petition.

Nach langanhaltenden Verhandlungen konnte der Taubenmarkt erhalten werden. Jedoch wurde ein Meldeformular mitsamt Marktordnung eingeführt.

Im Jahr 2006 wurde der Markt zum zweiten Mal in seiner Geschichte aus Angst vor Verbreitung der Geflügelpest vom Veterinäramt für das Jahr untersagt.

Bereits 1964 musste wegen der Maul- und Klauenseuche der Markt pausieren.

Die Veranstalter hatten den Taubenmarkt abzusagen und hofften auf das Folgejahr.

Seither gibt es den Taubenmarkt in Wasserburg ohne weitere Zwischenfälle.

Doch Geschichtsbuch-taugliche Rekord-Besucherzahlen wird es heuer kaum geben.

Einschränkungen schmälern den Zulauf

Nicht mehr ganz so locker als noch vor einigen Jahrzehnten geht es mit dem Handel von Statten.

Zwei Verordnungen, die aufs Genaueste zu beachten sind, schränken das internationale Geschäft deutlich ein.

Die sogenannte „Binnenmarkt-Tierseuchen-Schutzverordnung“, die schon einige Jahre existiert, sieht vor, dass Tiere ohne gültiges Zeugnis nicht in weitere EU-Mitgliedsstaaten gebracht werden dürfen.

Zudem müsse auf eine deutschlandweite "Geflügelpest-Schutzverordnung" geachtet werden.

Hier besonders wichtig: Bei einem Markt unter freiem Himmel sollen lediglich Tiere aus den umliegenden Landkreisen ins Angebot.

Vom Wasserburger Kleintierzuchtverein heißt es, dass die Zahl der Verkaufs- sowie auch der Besucherzahlen deutlich gestutzt würden.

Zugelassen für den Handel  auf dem Taubenmarkt sind somit noch Verkäufer aus den Landkreisen Miesbach, Traunstein, Mühldorf, Ebersberg und natürlich Rosenheim. Auch aus dem Landkreis München Land können Teilnehmer kommen, so die Organisatoren.

Eine Kleintierausstellung als Zusatzangebot

Nach aktuellem Stand sind 1500 Tiere für Sonntag gemeldet, heißt es vom Kleintierzuchtverein Wasserburg. Zum Vergleich: 2013 gab es 10 000 gemeldete Tiere.

Auch die Besucherströme wie noch vor Jahren aus allen möglichen Regionen werden nicht mehr in Scharen antanzen, wird vermutet.

Der Markt an sich bleibt in der historischen Altstadt jedoch wie einst eine Tradition. Wenn nun auch etwas überschaubarer.

Quelle: rosenheim24.de

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