Natur am Inn stärken

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Die Attlerau wurde ökologisch aufgewertet, sogar wiederhergestellt.
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Wasserburg - Es pfeift in der Attlerau. Viele Vögel tummeln sich, ebenso wie Fische und Pflanzen. Doch dieses Fleckerl war nicht immer idyllisch.

Die Zeichen stehen gut, um die Fischökologie am Inn und die gesamte Natur in der Attlerau stabil voran zu bringen. Viel Kraft wurde in den vergangenen Monaten eingesetzt, um hier einen Lebensraum zu erneuern, der mit Pflanzen und Tieren einvernehmlich funktioniert. Vor Ort angekommen, scheint die Zeit stillzustehen.

Nicht zu glauben, dass hier vor wenigen Wochen Bagger gestanden haben sollen.

Attlerau als funktionierendes Nebengewässer

Doch tatsächlich: Das lange, über die Jahre ausgetrocknete Altwasser wurde gebaggert und neu geflutet, nun ist ein traumhaft schönes Areal daraus geworden. „Dadurch wurde das gesamte Ökosystem aufgewertet“ freuen sich die Beteiligten. „Langfristig wird die Nahrungskette nicht abreißen. Die Wasservögel, die Fische fressen, finden Nahrung. Die Rohbodenstandorte gewährleisten, dass Pflanzengesellschaften aufwachsen. Der Auwald-Bestand ist jünger geworden“, heißt es von Georg Loy, Projektleiter der Verbund Innkraftwerke.

Die Gemeinschaftsaktion durch Wasserkraftsbetreiber, Kreisfischereiverein Rosenheim und Fischereiverein Wasserburg werte das Areal auf und sei im Einklang mit den Genehmigungsbehörden entstanden, freuen sich die Verantwortlichen. Naturschutzfachlich sei alles abgestimmt auf die Bedürfnisse des Gesamtsystems.

1,5 Kilometer Auen-Element entstand, die Verbindung zum Inn besonders wichtig. Rainer Schäfer vom Kreisfischereiverein Rosenheim erklärt, dass die Maßnahme in der Attlerau außerhalb der Vogelbrutzeit gemacht wurde. „Gearbeitet wurde nur von 20. Januar bis 25. Februar, danach kehrte sofort wieder Ruhe ein“. Eigentlich sei lediglich etwas wiederhergestellt worden, das Jahrzehnte verschwunden war, erklären die Herren des Fischereivereins. „Jahrzehnte lang hat es existiert, durch ein extremes Ereignis 1986 wurde diese Fläche verschüttet, jetzt einfach wieder ins Leben gerufen“ so Schäfer.

Bei der Begehung mit den Experten sieht und hört man Natur, die sich entfalten kann. Zaunkönig, Buchfinken, Grasmückenfinder zwitschern freudig, auch der Biber hat diese Wasserstraße schon entdeckt. Hier könne er sich austoben, ohne schädlich auf Bodenwerte einzuwirken, heißt es im Gespräch mit den Verantwortlichen. Zufrieden ist auch Franz Göpfert vom Fischereiverein Wasserburg. Die Nachhaltigkeit in diesem Bereich wirke positiv auf die Strukturen, ist sich der Vorsitzende sicher.

Ohne das Eingreifen und Wiederherstellen in der Au hätte wilder Wuchs aus Brennnessel, Schilf und Springkraut überhand genommen. Jetzt sei es möglich, dass alles so wächst, das dem Ökosystem Nachhaltigkeit in der Region geschenkt wurde.

Wissenschaftlich wird das Gebiet, die Arbeit auf dem Areal durch die TU Weihenstephan begleitet. Die Attlerau wurde wieder zum funktionierenden Nebengewässer des Inns. Es wurden keine Silberweiden entnommen, die verschilfte, versandete Auenrinne einfach neu aufgewertet, so die Anwesenden.

Die Investitionen hätten sich gelohnt, loben sich die Beteiligten untereinander. Nicht nur menschlich sei es ein gutes Zusammenspiel gewesen, die Natur hier hätte den richtigen Platz vorgesehen.

Quelle: rosenheim24.de

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