in Wasserburg: Feldbegehung Fuchsthal

Ohne Zwischenfrucht und Untersaaten geht es nicht beim Wasserschutz

Wasserburg - Zu einer Feldbegehung im Wasserschutzgebiet Fuchsthal der Stadtwerke Wasserburg a. Inn trafen sich Landwirte, Vertreter der Stadtwerke und der Wasserschutzberater der Firma Ecozept aus Freising.

Der beste Schutz vor Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser ist es, ihn in der Wurzel-, Spross- und Blattmasse von Zwischenfruchtpflanzen zu binden. Gleichzeitig ernährt deren organische Masse zusätzlich das Bodenleben und erhöht so den Humusgehalt der Böden.

Der in der Pflanzenmasse gebundene organische Stickstoff ist weitgehend vor Auswaschung geschützt und wird den Kulturpflanzen nach und nach bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt. Dadurch kann Mineraldünger eingespart werden.

Doch Zwischenfrucht ist nicht gleich Zwischenfrucht

Je nachdem, wann die Pflanzenmischungen auf die Felder kommen, entwickeln sich unterschiedliche Bestände. Davon konnten sich Landwirte und Vertreter der Stadtwerke Wasserburg a. Inn bei einer Feldbegehung mit der Wasserschutzfirma Ecozept aus Freising überzeugen.

Landwirte bei der Feldbegehung im Wassereinzugsgebiet Fuchsthal, 1.von rechts Josef Mayer, Betriebsleiter Stadtwerke Wasserburg a. Inn, 10.von links Werner Rauhögger vom Ingenieurbüro Ecozept in Freising

So hatte Landwirt Martin Huber links und rechts der Straße zwischen Evenhausen und Stephanskirchen auf der Höhe von Halmannsöd nach einer Ganzpflanzensilage am 19.7.2017 eine solche bodenverbessernde Mischung angebaut.

Zwischenfrucht nach GPS, ausgesät am 19.7.2017

Durch den frühen Saatzeitpunkt konnten sich alle Pflanzenarten voll entwickeln, die Blütenstände der Sonnenblumen sind voll ausgebildet, auch Phazelia, Perserklee und Einjährige Luzerne kamen zur Blüte, was auch den Bienen und Schmetterlingen nutzt.

Der Boden ist optimal durchwurzelt, durch die organische Masse wird das Bodenleben ernährt und der Humusgehalt erhöht.

"Bei früh räumenden Feldfrüchten, wie Winter- und Sommergerste, haben wir die beste Wirkung der Zwischenfrüchte für den Boden" fasste Werner Rauhögger von Ecozept zusammen.

Zwischenfruchtpflanzen entfalten ihre ganze Wirkung

Für den Winterweizen ist man im Wasserschutzgebiet bemüht, die Zwischenfrucht möglichst früh auszusäen. Josef Sonnenholzner konnte seinen Weizen früh dreschen und Anfang August die Zwischenfrucht anbauen, wodurch sich auch hier ein sehr guter Bestand entwickelt.

"Für Ansaaten ab Mitte August setzt wir in den Mischungen einen höheren Anteil an schnellwachsenden und spätsaatverträglichen Pflanzen ein", so Werner Rauhögger von Ecozept.

"Buchweizen, Ramtillkraut und Kresse sichern eine schnelle Bodendeckung, Ölrettich entwickelt noch eine gute Pfahlwurzel." Dies ist besonders wichtig in einem Jahr wie 2017, in dem der September nicht so wüchsig und der Oktober eher kälter als sonst war.

Zwischenfrucht nach Winterweizen, ausgesät am 30.7.2017

Für die Untersaaten im Mais mit Weidelgräsern spielt das Wetter ebenso eine wichtige Rolle. Auch diese nehmen nach der Ernte des Maises den überschüssigen Stickstoff auf.

Das Untersaaten im Herbst 2017

Wie sich die Untersaaten im Herbst 2017 entwickelten, war ein zweiter Schwerpunkt der Feldbegehung.

Untersaat im Mais Herbst 2017

Durch den regelmäßigen Zwischenfrucht- und Untersaatenanbau wird das Nährstoff- und Wasserspeichervermögen der Böden erhöht und der Dünger kommt der Kultur zu Gute und geht nicht durch Auswaschung verloren.

Betriebsleiter Josef Mayer zeigte sich beeindruckt von den gut gelungenen Zwischenfrüchten und bedankte sich bei den Landwirten für ihre aktive Mitarbeit beim Trinkwasserschutz: "Die Begrünungen leisten einen unersetzbaren Beitrag zum Trinkwasserschutz und nutzen nachhaltig dem Boden und der Folgekultur."

Alle Teilnehmer waren sich einig, diesen gemeinsam entwickelten Weg konsequent weiter zu gehen.

Pressemitteilung Stadtwerke Wasserburg a. Inn

Rubriklistenbild: © Stadtwerke Wasserburg a. Inn

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser