Stadt macht sich ein Bild von der Lage 

Wuhrthal in Wasserburg: Trügerische Idylle

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Verborgen inmitten der Stadt liegt das Wasserburger Wuhrthal. Aktuell hat die Stadt mit dem idyllischen Gebiet ein wenig Sorge. 
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Wasserburg - Das Wuhrthal - ein grünes Paradies mitten in der Stadt. Doch der Schein trügt: Auf den Hangflächen wütet eine Pilzerkrankung und sorgt für ein Massensterben der heimischen Eschen. Und das ist nicht das einzige, was das idyllische Gebiet trübt:

Die Mitglieder des Wasserburger Umweltausschusses machten sich am Donnerstagabend des 6. Aprils ein Bild von der Lage am Wuhrweiher, um das Thema Eschensterben auf den Hangflächen vor der Staumauer des Wuhrweihers zu analysieren. Ludwig Krug ist Revierleiter der Stadtwaldungen bei den Forstdienststellen. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem massiven Problem Eschentriebsterben: "Der Tod kommt schleichend – aber unerbittlich. In den ersten Jahren sieht man den Eschen kaum etwas an. Es sterben nur einzelne Zweige oder junge Bäume ab, die Krone wird zunehmend lichter, der Baum seiner Standfestigkeit beraubt", beschreibt Krug die Merkmale des großflächigen Eschensterbens. "Die Wurzel allen Übels ist das "Falsche Weiße Stengelbecherchen", das den Eschen schwer zusetzt. Es dringt über die Blätter in den Stamm und verstopft die Leitbahnen im Inneren. Der Baum stirbt sehr schnell ab."

Die Mitglieder des Umweltausschusses ließen sich vom Revierleiter der Stadtwaldungen, Ludwig Krug, die Problematik des Eschensterbens im Wuhrthal erklären.  

"Gefahr des Fallens der Eschen bannen" 

"Besteht die Gefahr des Fallens, müssen wir definitiv handeln", konstatiert Bürgermeister Michael Kölbl mit einem kritischen Blick auf die krakeligen Eschen. Die Verkehrssicherheit müsse weiter gewährleistet sein - schließlich sei das Wuhrthal beliebt bei Spaziergängern und Radlfahrer. 

"Gibt es denn kein Mittel gegen den Pilz?", war die zentrale Frage der Ausschussmitglieder. Die Antwort von Ludwig Krug fällt ernüchternd aus: "Ein Weg, um das Eschensterben zu stoppen existiert nicht. Wir konzentrieren uns aktuell auf das Entfernen der kranken Bäume durch gezieltes Fällen, um die Gefahrlage zu entzerren", erklärt Krug. "Teilweise arbeitet auch der Biber für uns, er fühlt sich hier im Wuhrthal pudelwohl." Und nicht nur Wasserburg sei von dem Pilz betroffen. Auch an der Innhöhe bei Griesstätt und am Rosenheimer Schlossberg seien Fällungen von erkrankten Eschen bereits geschehen oder in Planung. 

Viele Eschen im Wuhrthal sind bereits umgestürzt. Sophia Jokisch (Die Linke) macht sich ein Bild von der Lage am Hang. 

Thema Pacht-Fläche auf dem ehemaligen Rahm-Gelände

Ein weiteres Thema, das die Stadt beschäftigt, ist das am Wuhrweiher anliegende Grundstück, das von der Wasserburgerin Birgit Reiserer seit nunmehr drei Jahren bewirtschaftet wird. Auf der einen Seite sei es laut Bürgermeister Kölbl "etwas besonderes", dass die Stadt ein so landwirtschaftliches Gelände beinhaltet, "andererseits ist es schwierig für die Stadt, das Grundstück zu pflegen." Deshalb sei die Stadt Birgit Reiserer sehr dankbar, dass sie sich mit 3 Ziegen und einem Ziegen-Baby dem unwegsamen Gelände angenommen hat. 

Birgit Reiserer erklärt den Ausschussmitgliedern die Problematik, die das Pachtgrundstück auf dem ehemaligen Rahm-Gelände mit sich bringt. 

Aus Sicht des Naturschutzes seien die Hanglagen mitsamt den Tieren eine Win-Win-Situation. Das Ganze verlaufe allerdings nicht immer reibungslos, offenbart die Pächterin: "Da es sich um sogenannte Quellhänge handelt, kann ich keine Schafe weiden lassen. Das Grundstück ist einfach zu nass." Zudem fehle es an Trinkwasser, das Quellwasser sei nicht genießbar. Strom gebe es nur mithilfe eines kleinen Solarpanels, das die Pächterin am Hang bei den Ziegen installiert hat. Im Winter sähen die Ziegen zwei Monate lang keinen einzigen Sonnenstrahl. Das Grundstück und die Stallungen seien nur zu Fuß erreichbar. Heu und Futter für die Tiere muss hinuntergetragen werden. "Ich bewirtschafte die Lage wirklich mit großer Freude", erklärt Reiserer, "aber manchmal stoße ich schon an meine Grenzen.

Dass die Mauer gegen Hochwasser weichen muss, sorgt nicht nur bei Bürgermeister Kölbl (links) und Armin Sinzinger (rechts) für Kopfschütteln.

Schwarzbau: Hochwasserschutzmauer soll weichen

Am Wuhrbach hat Birgit Reiserer eine kleine Mauer errichten lassen, "als Hochwasserschutz", wie sie sagt. "Sie glauben gar nicht, mit welcher Sekundenschnelle das scheinbar friedliche Bächlein bei Regen anschwellen kann." Und genau hier liegt der Hund begraben: Bei einer Besichtigung wertete das Wasserwirtschaftsamt den steinernen Hochwasserschutz als Schwarzbau. Birgit Reiserer soll die Mauer wieder abreißen. Für die Ausschussmitglieder unfassbar. Damit es nicht so weit kommt, will Bürgermeister Michael Kölbl das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen: "Wir finden einen Termin und werden das Thema zur Diskussion bringen", verspricht Kölbl. Des Weiteren beraten die Ausschussmitglieder über die Möglichkeit eines besseren Zugangs zu dem Grundstück.

Eschensterben und feuchte Quellhänge

mb

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