Bauausschuss nicht glücklich über Pläne eines Kaufinteressenten 

Wie geht es weiter mit dem verlassenen Haus in Wasserburgs Einöde? 

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Das alte verfallene Haus in "Urfahrn 1" am Inn.

Wasserburg - "Urfahrn 1" liegt still und verlassen direkt am Inn. Erwacht das alte Haus nach Jahren des Verfalls doch noch aus dem Dornröschenschlaf? Ein Kaufinteressent hat bei der Stadt Pläne eingereicht für eine Sanierung im Bestand - mit denen sind die Mitglieder des Bauausschusses jedoch nicht ganz glücklich.  

Eigentümerin des Hauses ist eine Erbin aus dem Landkreis Mühldorf. Nachdem das Haus nun einen Kaufinteressenten hat, liegen der Stadt Pläne für einen Um- und Rückbau vor. Bereits im Herbst 2019 gab der Wasserburger Bauausschuss grünes Licht für eine Voranfrage, nun beschäftigten sich die Mitglieder mit einem Antrag auf Vorbescheid, den sie am Ende ablehnten


"Urfahrn 1" befindet sich südlich vom Burgerfeld, "im finstersten Außenbereich, in dem Naturschutz und FFH-Gebiet eine Rolle spielen", erklärt Bürgermeister Michael Kölbl in der Sitzung des Bauausschusses am 4. Februar.

Baugesetze im Außenbereich schreiben Sanierung im Bestand vor

Geplant sei jetzt eine Wohneinheit mit rund 250 Quadratmetern Fläche sowie eine Einliegerwohnung mit 40 Quadratmeter zu errichten. Die Sanierung ist nur im Bestand genehmigt, es gelten die Vorschriften des Paragraphen 35 des Baugesetzbuches "Bauen im Außenbereich". Die schreiben unter anderem vor, dass ein Vorhaben nur dann zulässig sei, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die Erschließung flächensparend und im Außenbereich auf schonende Art und Weise gesichert sei. Absatz 1 spannt den Bogen zudem zu einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb.


Gegen die Wohneinheit im Bestand gebe es keine Einwände. Ein Problem hingegen stelle die geplante Einliegerwohnung dar, die für eine spätere Pflegekraft vorgesehen sei, und die der Antragsteller zunächst als gewerbliche Bürofläche nutzen wolle. Hier legten die Mitglieder des Ausschusses ihr Veto ein. 

Antragsteller nicht privilegiert

Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann erklärte: "Eine gewerbliche Bürofläche kommt überhaupt nicht in Frage und auch die Errichtung der Einliegerwohnung geht gemäß Absatz eins des Paragraphen 35 des Baugesetzbuches nicht. Ob es auf diesem Grundstück jemals eine landwirtschaftliche Nutzung gab, wissen wir nicht. Falls überhaupt, dann Mitte des 19. Jahrhunderts. Damit für der Antragsteller für ein Baurecht für eine zum Bestand zusätzlich Einliegerwohnung nicht privilegiert, da in den letzen Jahren keine aktive Landwirtschaft nachgewiesen werden kann." 

Dem Antrag auf Vorbescheid zu Umbau des Wohnhauses in ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, dem Abbruch zweier Erker, dem Umbau der Scheune/Geräteschuppen in zwei Garagen und ein Gerätehaus sowie den Abbruch der restlichen Kubatur stimmte der Bauausschuss deshalb geschlossen nicht zu

Die Begründung: "Da derzeit eine Teilpriveligierung nicht nachgewiesen werden kann, wird das Einvernehmen nicht erteilt."

Das Grundstück in "Urfahrn 1" 

Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg.
Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg. © mb
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Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg.
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Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg.
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Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg.
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Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg.
Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg. © mb
Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg.
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Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg.
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Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg.
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Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg.
Das Gelände in "Urfahrn 1" in Wasserburg. © mb

Geschichtsträchtiges Gebäude in Wasserburgs Einöde 

Das Haus, das seinen Ursprung im 15. Jahrhundert hat, ist seit mehreren Jahren unbewohnt. Zuletzt wurde es als Wohnhaus genutzt, vor etwa 40 Jahren war dort ein Gaststättenbetrieb mit Biergarten, dessen Zulassung längst verfallen ist. Zu dem Grundstück hinter dem Haus gehört eine rund 3.000 Quadratmeter große Weidefläche und ein mehrere Hektar großer Forst.

Die Zufahrt zu dem Grundstück wäre Kölbl zufolge nur über den oberhalb gelegenen Hohlweg zulässig, der allerdings hergerichtet werden müsste, da der Weg aktuell von tiefen Löchern sowie Schlamm und Matsch gepflastert ist. Der untere Weg direkt am Inn gehört zum Betriebsgelände des Verbunds uns ist keine öffentliche Zufahrt.

"Das Gebäude wird uns wohl immer wieder beschäftigen." Mit diesen Worten schloss der Bürgermeister den Diskussionspunkt um die Umbau- und Rückbaupläne für das Grundstück in "Urfahrn 1". Stadtbaumeisterin Herrmann ergänzte: "Das Grundstück liegt direkt am Nordhang neben dem Inn, sonnig ist es dort auch nicht - aber das muss jeder selber wissen." 

Damit ist fraglich, wie es in Zukunft weitergeht mit dem verlassenen Gebäude am Inn und ob es doch noch irgendwann aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. 

mb

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