Wasserburger erfindet plastikfreie Alternative

Verpackungswelt ohne Plastik - "Grünkunft" macht's möglich 

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Das Wasserburger Ehepaar Christoph Kleber und seine Frau Edna Kleber-Belizário haben eine plastikfreie Variante der Verpackung erfunden. 

Wasserburg  - Sieht aus und knistert wie Plastik - doch es ist keines. Mit ihrer plastikfreien Verpackung in ihrem eigenen Bioladen "Grünkunft" am Marienplatz nehmen Christoph Kleber und seine Frau Edna Kleber-Belizário eine Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz ein.  

"Kein Tag vergeht, ohne dass über Umweltschutz und die Verschmutzung der Weltmeere durch Massen an Plastikabfall debattiert wird. Viele hunderte Jahre müssen vergehen, bis Plastik verrottet und doch ist unser Alltag umgeben von Plastik", betont der Wasserburger Christoph Kleber, Inhaber des Bioladens "Grünkunft". Mit seiner plastikfreien Erfindung hat er eine Revolte angezettelt. 


Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen 

Denn es geht auch anders: Seit Februar gibt es seinen Bioladen "Grünkunft" am Marienplatz. Es ist der einzige Laden, der nur die "Grünkunft"-Produkte verkauft. Neben dem Onlineshop ist die plastikfreie Alternative an mittlerweile zwölf Standorten bei Einzelhändlern in der Umgebung schon im Sortiment zu finden - der jüngste Abnehmer ist im im Berchtesgadener Talkessel zu Hause: Ein Rewe-Markt in Schönau am Königsee hat die Produkte am 15. Oktober in sein Sortiment aufgenommen. 

Kompostierbare biovegane Folien für Lebensmittel aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen - das zeichnet die umweltfreundlichen Verpackungen des Ehepaars aus. "Unsere transparenten Zellulosebeutel bestehen rein aus Holz - überwiegend von Holzschnittabfällen der Forstwirtschaft. Der Beutel ist frei von Plastik, Erdöl und Schadstoffen und verrottet innerhalb weniger Wochen auf dem Kompost und ist außerdem über die Altpapiersammlung recycelbar", erklärt Kleber. 


Ist der Beutel mit dem gewünschten Inhalt gefüllt, wird er mit einem grünem Biobaumwollfaden am oberen Rand verschlossen und wandert ins Sortiment. 

Der Laden unter dem Arkaden am Wasserburger Marienplatz. 

Die Idee sei vor circa drei Jahren bei einer Urlaubsreise auf dem Biobauernhof seiner Frau in Brasilien entstanden. "Wir waren sehr unzufrieden mit dem Verpackungsmaterial Plastik für Lebensmittel. Deshalb haben wir kurzerhand die plastikfreie Alternative aus Zellulose erfunden." 

Kleber erklärt: "Das Folienmaterial und dessen Rezeptur, das aus Zellstoff besteht, stelle dabei das Gesamtprodukt 'Nachhälter' dar - eine Erfindung unseres Hauses. Diese beinhaltet insbesondere auch die Beutelverschlusstechnik." Die Formel für das Material hält der Wasserburger streng geheim, die Tüten werden bei einem Auftragsfertiger produziert. Seine Idee hat er schützen lassen.

Bio und Regionalität im Fokus

Zucker, Mehl, Reis, Nudeln, Nüsse oder Müsli - alles wird in die umweltfreundlichen Folienbeutel verpackt. Selbst der Kautschukkleber und die Etiketten sind komplett kompostierbar.

Der am nächsten gelegene Lieferant ist im nahe gelegenen Babensham beheimatet, der am weitesten entfernte in Sri Lanka - von dort beziehen die Klebers für ihren Laden die Kokosflocken, die es in Deutschland nicht gibt. Der Inhaber betont: "Bio ist Mindestanforderung auch für die Inhalte. Regionalität kommt gleich danach." 

Sieht aus wie Plastik, ist aber keins: Die Verpackungen im Bioladen "Grünkunft". 

Das Konzept kommt an bei den Kunden gut an. "Die Resonanz ist durchaus positiv. Anfangs waren die Leute noch etwas skeptisch, es braucht eben Zeit, bis Neuerungen angenommen werden - zumal unsere Erfindung ja wirklich aussieht wie eine Plastikverpackung", schmunzelt Kleber. Nach und nach aber ließen sich immer mehr Kunden überzeugen. "Wir haben inzwischen treue Stammkunden und viele Fans." 

Die Revolte von den beiden Jungunternehmern, mithilfe  der plastikfreien Verpackungen das Gesundheits- und Umweltbewusstsein der Menschen zu verändern - sie hält an. 

mb

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