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"Campingwagen-Auflauf" in Wasserburg trotz Corona: Das steckt dahinter

Ein Dutzend Wohnwagen aus den Niederlanden und Frankreich finden sich derzeit auf dem Gelände des Badria-Parkplatzes in Wasserburg. 
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Ein Dutzend Wohnwagen aus den Niederlanden und Frankreich finden sich derzeit auf dem Gelände des Badria-Parkplatzes in Wasserburg. 

Wasserburg - Dutzende Wohnwagen aus den Niederlanden und Frankreich stehen aktuell auf dem Badria-Parkplatz, Kinder spielen und tollen um geparkte Autos, Familien sitzen in gemütlichen Runden auf Klappstühlen zusammen. Wie passt das mit den derzeitigen Corona-Beschränkungen zusammen? 

Es handle sich dabei um "fahrendes Volk", erklärt Stadtwerke-Leiter Marinus Regler auf Nachfrage von wasserburg24.de. Am vergangenen Wochenende hätten sie sich dort niedergelassen, der Badria-Parkplatz sei nicht zum ersten Mal das Ziel von Reisenden. "Das Thema wurde in der Dienstbesprechung am Montagnachmittag mit dem Bürgermeister besprochen, wir haben das Ordnungsamt bereits informiert", sagt Regler. "Es wurde vereinbart, ihnen eine Frist bis Mittwoch, 29. April, 10 Uhr, zu setzen - bis dahin dürfen sie dort kampieren, danach ist es rechtlich gesehen Hausfriedensbruch auf dem Gelände des Badrias, weil es sich hier um keinen öffentlichen Platz handelt." 


Natürlich habe man Regler zufolge "eine gewisse Toleranz, solange sie keine Straftat begehen". Erst vor Kurzem hätten an dieser Stelle schon Nomaden für einige Tage ihre Zelte aufgeschlagen. "Die Frage, die sich die Bürger allerdings zu Recht stellen, ist jene, ob sich auch alle an die derzeitigen Corona-Regeln halten. Und das ist schwierig zu beantworten. Die Reisenden - häufig miteinander verwandt oder verschwägert - verweilen im Normalfall nicht sehr lange Zeit an der gleichen Stelle. Die Polizei hat schon Personalien aufgenommen, bei den 'Staatenlosen', die oft keiner direkten Nationalität angehören sowie keinen festen Wohnsitz haben und in großen Familien in den Wohnwagen zusammenleben, aber kaum Handhabe." 


Das kann auch ein Beamter der Polizei Wasserburg im Gespräch mit wasserburg24.de bestätigen: "Wir haben Kontakt aufgenommen, doch für die Reisenden stellt der Badria-Parkplatz eine Möglichkeit zum Verweilen dar und so war es in der Vergangenheit bereits des Öfteren. Das verläuft in der Regel unproblematisch, dass es in der Bevölkerung aber zu Diskussionen führt ob der Bestimmungen und Einschränkungen durch Corona, ist vorstellbar. Das Volk aber lebt in häuslichen Gemeinschaften, begründet ihren Wohnsitz mit ihren Wohnwagen - insofern ist es für uns schwierig einzuschätzen, ob sie sich wirklich an die derzeitigen Ausnahme-Regelungen halten. Wir haben sie auf die Corona-Situation hingewiesen."

Die Frist, die man dem "fahrenden Volk" bis Mittwoch gesetzt habe, hätte man wohl auch ohne Corona gesetzt, erklärt Regler abschließend: "Wir sind jetzt sogar noch kulanter, weil der Parkplatz derzeit nicht gebraucht wird, da das Badria wegen der Krise geschlossen ist."  

mb

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