Serie: Drogenthema in Wasserburg

Mehr Drogen im Umlauf? Das sagt die Polizei

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Was sagt die Polizei zur Drogenproblematik in Wasserburg?
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Wasserburg - Steigender Drogenkonsum? Möglicherweise, vielen Offiziellen falle dies auf. Wie hat sich die Zahl der Drogentoten in der Stadt entwickelt? Das sagt die Polizei dazu:

Bürgermeister Michael Kölbl hat sich mit Verantwortlichen der Polizei zu einem Gespräch zum Thema Drogenkonsum getroffen. Seither wird versucht, mehr Kontrollarbeit zu leisten.

Trotz allem gehen die Meinungen auseinander, ob Wasserburg ein zunehmendes Drogenproblem plagt.

Die Polizei Wasserburg erläutert, dass im Jahr 2014 im Einzugsgebiet durchaus mehr Fälle rund um den Besitz und Gebrauch von Drogen zu bemerken war. 

„Das Thema ist wichtig und das Gespräch mit dem Stadtoberhaupt ein besonderes Anliegen, das wir ernst nehmen“, teilt Inspektionsleiter Manfred Brandt auf Nachfrage mit. „In unserem Einsatzbereich konnten 2014 vermehrt Fälle von Drogenkonsum aufgedeckt werden“, so Brandt.

Dies sei in der Tat vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kontrollen in Stadt und Land Wasserburg verstärkt worden seien.

So habe man bis Juli 2014 bislang 29 Fälle von Drogenkonsum erfasst, ein Jahr zuvor seien es im Vergleich während der ersten sieben Monate im Jahr 2013 lediglich 11 Fälle gewesen. „Allerdings wurde bei einer einzigen Kontrolle heuer gleich bei mehreren Personen der Konsum von Drogen festgestellt, somit relativiert sich die Vergleichsrate“, heißt es aus Wasserburg.

Sehr wohl brächte es etwas, wenn man mehr kontrollieren würde und gezielt auf das Thema Drogenkonsum und Verbreitung setzen würde, berichtet die Polizei Wasserburg.

Dies sei ein großes Vorhaben, um die Stadt und das Umland Wasserburg weiter sicher und stabiler zu halten. „Weil eine Kontrolle im Bereich des Drogenkontakts neben dem allgemeinen Alltag und Einsatz der Polizei durchgeführt wird, scheitern verstärkte Kontrollen oft an der Kapazität der einzusetzenden Beamten“.

Für die Polizei in Wasserburg bleibe es jedoch ein richtiger Schritt, die Kontrollen zu erweitern und verstärkt zu suchen, wo und in welchem Ausmaß sich Drogenkonsumenten auffinden lassen, so die Wasserburger Polizei abschließend.

Bei Zahl der Drogentoten uneins?

Während die Polizei in Wasserburg direkt aus der Praxis und dem Alltag berichten kann, hält das Polizeipräsidium Oberbayern Süd insbesondere die Fakten transparent.

In ihrer Funktion als Wasserburger Stadträtin hat Friederike Kayser-Bücker bei der Polizei nachgefragt, wie sich die Zahl der Drogentoten entwickelt hätte. „Hier gab es zunächst unterschiedliche Zahlen, ich möchte aber ganz klar wissen, wie viele Drogentote Wasserburg dieses Jahr bereits zu beklagen hat“, so Kayser-Bücker. Sie bemerke die nötige Arbeit bei den Suchtberatungsstellen und finde, dass dem Thema noch mehr Gehör verschafft werden solle, auch im Stadtrat.

In der Stadt Wasserburg kam im Jahr 2014 eine Frau nach Drogenkonsum ums Leben, zudem mussten heuer bereits zwei weitere Drogentote im Wasserburger Land und damit ebenfalls im Zuständigkeitsbereich der Polizei Wasserburg festgestellt werden.

Stadtzahlen als Fakt?

Vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd heißt es: „In den letzten vier Jahren hatten wir rein in der Stadt Wasserburg drei Todesfälle, die auf Drogenkonsum zurück zu führen sind“, so Frank Konrad.

Im Jahr 2010 kamen demnach in der Stadt zwei Menschen durch Drogen ums Leben, 2014 bislang Einer.

Die Zahl der Drogentoten könne aktuell nur bedingt den Beweis liefern, dass Wasserburg ein Drogenproblem plage, so Konrad im Gespräch mit wasserburg24.de. In bayerischen Städten vergleichbarer Größe seien die Todesfälle, die auf den Konsum von Drogen zurückzuführen seien, teils erheblich mehr, weist das Präsidium weiter auf.

Sowohl vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd als auch der Inspektion in Wasserburg werde allerdings eine Sache nicht unterschätzt:

Der willkürliche Gebrauch von Fentanyl in Form von Schmerzpflastern sei vermehrt im Umlauf, dies sei in der Tat eine äußerst riskante Anwendung von Wirkstoffen unter Drogenabhängigen.

Diesem Thema und seiner dramatischen Gebrauchsentwicklung und den Auswirkungen widmen wir uns am morgigen Mittwoch in unserem nächsten Artikel.

Quelle: rosenheim24.de

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