In der Wasserburger Ponschabaustraße 

Geplante Sozialwohnungen finanziell überhaupt realisierbar? 

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Ein Hybridbau soll es werden in der Ponschabaustraße. Die beauftragten Architekten stellten dem Stadtrat eine Vorentwurfsplanung vor.  
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Wasserburg - Die ersten Planungen für eine großzügige Wohnanlage in der Ponschabaustraße stehen. Bezugsfertig sollen die Wohnungen frühestens in drei Jahren sein. Jetzt stellt sich die Frage, ob der Stadt auch ausreichende Haushaltsmittel für das Bauprojekt zur Verfügung stehen. 

In der jüngsten Sitzung des Wasserburger Stadtrats stellten die beauftragten Architekten von "Arge Farthofer - Scheithauer Architekten" den Mitgliedern eine erste Vorentwurfsplanung vor. Insgesamt 23 Wohnungen sollen im Bereich des "Stadler Gartens" entstehen. 

Der Zeitplan sei laut Stadtbaumeisterin Mechthild Herrmann zwar "straff, aber noch wissen wir gar nicht, wann wir überhaupt anfangen mit dem Bauprojekt". Laut der Architekten soll die Wohnanlage schätzungsweise bis spätestens April 2020 bezugsfertig sein. 

Mietpreis von maximal acht Euro pro Quadratmeter  

Edith Stürmlinger (Bürgerforum) ließ die Gesamtzahl der Mieter bei einer durchschnittlichen Personenanzahl von 2,5 Leuten pro Wohnung auf etwa 50 bis 55 Mietern schätzen. Ihr sei es wichtig, dass die Mieter einen gemeinsamen Treffpunkt haben und sich die Planungen auch weiterhin um Sozialwohnungen drehen

Auch Markus Pöhmerer (Wasserburger Block), pflichtete Stürmlinger bei und mahnte an, der maximale Mietpreis für sozial verträgliche Wohnungen solle acht Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten. "In dem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie hoch die Nebenkosten ausfallen", so Pöhmerer weiter. "In der Regel betragen die zwischen 2,50 und vier Euro." Die könne man laut der Architekten zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht exakt beziffern. 

Fokus auf sozialverträgliche Wohnungen 

Christian Stadler (Grüne Stadtratsfraktion) war der Meinung, eine Dachterrasse würde deutlich mehr Lebensqualität bieten.  Stadtbaumeisterin Herrmann aber erklärte, man setze den Fokus auf die nördlich gelegene Gemeinschafts-Terrasse und die Freiflächennutzung auf der gegenüberliegenden Seite. 

Die Nordansicht mit Blick Richtung Altstadt und die Südansicht mit den vorspringenden Holzelementen an den Balkonen. 

"Ich glaube, wir schwelgen hier im Luxus", warf Bürgermeister Michael Kölbl in die Diskussion ein. "Wo sonst wohnt man in einem Mehrfamilienhaus mit Balkonen, mittigem Atrium und Gemeinschaftsfreiflächen wie der Terrasse? Da würden sich viele andere die Finger danach abschlecken." 

Nichtdestotrotz fokussiere man natürlich weiter sozialverträgliche Mieten und Wohnungen. Wie der Bürgermeister weiter ausführte, habe sich der Bauausschuss erst kürzlich für die bereits im Oktober diskutierte Variante zwei des Hybridbaus ausgesprochen. In dieser Variante sei "so viel Beton wie brandschutztechnisch nötig und so viel Holzbau wie möglich" geplant. Um die Balkone sollen "vorspringende Holzelemente" enstehen. 

Vorsicht bei den Baukosten bei aktuell angespannter Haushaltslage

Andreas Aß (CSU) erinnerte daran, dass man guten Wohnraum zu vernünftigen Preisen anstreben solle: "Die Mieten soll sich jeder leisten können. Wir brauchen keine Luxuswohnungen mit diversem Schnickschnack, das ist meine oberste Prämisse. Ich habe jetzt das Gefühl, uns laufen jetzt schon die Kosten davon und das gefällt mir bei unserer aktuellen Haushaltslage gar nicht." 

Ob die Stadt Wasserburg tatsächlich Rücklagen in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro Baukosten für das Projekt in der Ponschabaustraße hat, soll der Haupt- und Finanzausschuss nach einer erneuten Kosten-Kalkulation der Verwaltung in einer der nächsten Sitzungen entscheiden. Erst dann geht das Projekt in den Stadtrat weiter. Ziel ist, den geplanten Baubeginn im Oktober 2018 zu realisieren. 

mb

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