Patientenverlegungen ins Inn-Salzach-Klinikum  

Statt "Horrorszenarien" professionelle und moderne Medizin

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Das Innsalzach-Klinikum in Wasserburg nimmt ab Oktober Patienten der psychosomatischen Abteilung (PSO) aus der Kreisklinik Ebersberg auf.
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Wasserburg - Patienten der psychosomatischen Abteilung (PSO) müssen ab Oktober von der Kreisklinik Ebersberg auf das Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg ausweichen. Das sorgt für kontroverse Diskussionen bei den Betroffenen - völlig unbegründet, erklärt das Bezirksklinikum: 

Patienten-Zuwachs für Inn-Salzach-Klinikum - Kritik von Betroffenen

Dass die Patienten überhaupt ab Herbst auf das Inn-Salzach-Klinikum oder in das Isar-Amper-Klinikum München-Ost am Standort Haar verlegt werden müssen, das entschied der Aufsichtsrats der Kreiskliniken. Die stationäre Aufnahme von Patienten in der psychosomatischen Abteilung (PSO) soll es künftig nicht mehr geben. Gründe dafür sind enorm gestiegene Patientenzahlen in den somatischen, aber auch internistischen und chirurgischen Abteilungen, Enpässe auf den Stationen, die sogenannte "Gangbetten" unvermeidbar machen ließen und begrenzte Räumlichkeiten der psychosomatischen Station in Ebersberg. 

Angst vor Einweisung in "Irrenhäuser" 

Betroffene Patienten berichteten unter anderem der Süddeutschen Zeitung, sie seien ganz und gar nicht begeistert von der geplanten Verlegung. Viele fürchten eine Stigmatisierung, weil sowohl das Innsalzach-Klinikum als auch Haar mit dem Ruf einer "Irrenanstalt" zu kämpfen haben. 

"Jahrzehntelanger Kampf gegen Windmühlen"

"Die Ängste und Sorgen sind völlig unbegründet", versichert Dr. Stefan Piehler, kaufmännischer Leiter des ISK. Natürlich gebe es auf dem Gelände auch Stationen, auf denen schwer erkrankte Patienten behandelt werden - "aber das Inn-Salzach-Klinikum ist definitiv keine Irrenanstalt", unterstreicht Dr. Piehler. "Das ist ein jahrzehntelanger Kampf gegen Windmühlen, den wir hier führen. Das Inn-Salzach-Klinikum hat einen sehr guten medizinischen Ruf und die Patienten brauchen in keinster Weise eine Stigmatisierung fürchten." Man dürfe alte Behandlungsmethoden, die früher praktiziert wurden, nicht mit den modernen und professionellen Mitteln der heutigen Medizin gleichstellen

Mit knapp 100 Betten sei das ISK außerdem auf den Patientenzuwachs aus dem Ebersberger Raum "gut gerüstet". Die Psyochosomatische Abteilung gebe es schon sehr lange, eine Vielzahl an Angeboten sowie ausreichend Räumlichkeiten seien gegeben: "Wir arbeiten hochprofessionelll mit einem guten Team aus Medizinern und Mitarbeitern und verfügen über flexible Therapiemöglichkeiten. Die PSO-Patienten sind bei uns in guten Händen und genießen eine Rundumbetreuung. Das Ziel, die Menschen anhand ihrer Diagnosebilder gut zu betreuen und ihnen langfristig zu helfen, ist unser tägliches Credo", so Dr. Piehler abschließend. 

Befürwortung einer künftigen Zusammenarbeit 

Um die psychosomatische Versorgung betroffener Bürger des Landkreises Ebersberg nachhaltig zu sichern und der wachsenden Nachfrage in den somatischen Fachabteilungen gerecht zu werden, strebt die Kreisklinik Ebersberg eine enge Zusammenarbeit mit den kbo-Kliniken im stationären Bereich an. Eine Erweiterung und Umstrukturierung der psychosomatischen und psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung im Landkreis Ebersberg sei geplant. Bezirktagspräsident Josef Mederer begrüßt die Zusammenarbeit zwischen der Kreisklinik und den kbo-Kliniken: "Hier kommt fachlich und strukturell zusammen, was zum Vorteil für die Patienten zusammen gehört." 

Auch der Geschäftsführer des Inn-Salzach-Klinikums, Dr. Theodor Danzl, ist überzeugt, Wasserburg sei für eine Realisierung der Kooperation "bestens vorbereitet". Professor Dr. Peter Zwanzger, ärztlicher Direktor, freut sich, dass "niederschwellige ambulante und tagesklinische Behandlungsangebote gerade für Menschen mit psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen und Krisen" aufrecht erhalten bleiben. 

mb

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