Spektakuläre Hörner gehen auf Bayerntour

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Die Realhörner und ihr Erbauer: Andreas Plodek ist viel in der Region unterwegs und bereichert so die Veranstaltungen.
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Wasserburg - Nur an wenigen Abenden patzte das Wetter. Grundsätzlich sprechen die Organisatoren von einem absoluten Erfolg der Innbühnen-Veranstaltungen. Und auch die Zuschauer zeigen sich begeistert.

Wertvolle Technik und ein leidenschaftlicher Technikfan machten die Innbühnen-Events zu einem klangvollen Erlebnis. Wasserburg24 hat sich mit Andreas Plodek unterhalten, der sich nach den Wasserburger Nächten auch auf dem Altöttinger Stadtfest präsentiert hat, und zwar mit seinen Realhörnern. Plodek hat gut zu tun, und die Realhörner kommen bei den Zuschauern gut an. Begeistert zeigte er sich von den kulturellen Anstrengungen Wasserburgs. „Wasserburg hat eine positive Atmosphäre, der Inndamm ist ein besonders schöner Fleck und meine Realhörner passten hier echt gut her“. Andreas Plodek verlieh den Veranstaltungen an der Innbühne dieses Jahr den besonderen Ton. Er hat die Hörner konstruiert und nutzt seit Jahren den positiven Effekt, den die Hörner den Tonfolgen bringen. Wie kam es zu dieser Begeisterung der besonderen Soundtechnik? Segelfliegen, am Auto schrauben oder sich beim Bungee-Jumping ausprobieren. Es gibt viele Sachen, die Leidenschaft weckt. Andreas Plodek aus Eggenfelden hat sich den Soundsystemen verschrieben. Der 58-Jährige baut und bastelt sehr gerne, kennt sich in vielen Handwerksbereichen gut aus. Er konstruiert sehr gerne und möchte seine Arbeit immer verbessern, befindet sich nie am Ziel.

Seine handwerkliche Begabung entdeckte Plodek während seiner Landwirtschaftslehre. „Hier ist es von Vorteil, wenn man sich selbst gut helfen kann und nicht immer gleich einen Handwerker braucht“, heißt es von dem Eggenfeldener. So sammelte er Erfahrung in praktischen Dingen.

Die Musik hat ihn nie losgelassen. Er hört sie gerne, spielt Gitarre und ist fasziniert vom Ausprobieren von Tonquellen. In den 80er Jahren hat er mit einem Geschäftsfreund angefangen, mit Soundsystemen zu arbeiten. „Ich habe schon damals versucht, viel aus 1 einzelnen Lautsprecher herauszuholen. Das Hornprinzip ist hierfür ideal“. Andreas Plodek erklärt, dass ein Horn die Töne in eine Richtung schicke und ähnlich wie ein Spiegel reflektiere. „Weil die tiefen Töne eine viel höhere Wellenlänge haben als die hohen Töne, müssen auch die Hörner unterschiedlich lang sein“ heißt es von Plodek weiter. Für die tiefen Töne brauche es große Hörner, für die hohen Töne die Kleinen. Ein Horn sei die intensivste Möglichkeit, Schall auszubreiten, geht der leidenschaftliche Soundsystem-Profi ins Detail. Im weiteren Alltag ist der 58-Jährige Messebauer. Beim Soundsystem der Realhörner arbeitet er immer wieder an Fortschritten, probiert aus, experimentiert mit dem Klang, damit ein bestmöglicher Erfolg zustande kommt. Ihm sei wichtig, dass sein Produkt exakt wirke und einen tollen Effekt erziele.

Er vergleicht sich selbst mit einem Autofreak, der immer etwas an seinem Fahrzeug optimiert. Plodek ist stets darum bemüht, noch erfolgreicher mit den Tönen zu arbeiten, wird im Gespräch klar. Selbst hier am Wasserburger Inndamm hat er an dem System weitergebaut und es noch besser zum Klingen bringen können, zeigt er sich begeistert. „Das schöne ist, dass es nie einen Stillstand gibt. Es gilt, immer etwas zu verbessern“. Ihm seien satte Töne sehr wichtig, Effekte für den Zuhörer.

Die Töne, die er mit seinen Realhörnern den Besuchern an der Innbühne lieferte, wurden begeistert aufgenommen. „Der Inn bringt eine tolle Atmosphäre, die Hörner gaben zusätzlichen Effekt, es ist traumhaft schön hier“ erzählt der Eggenfeldener. Seinen Sound nennt er überirdisch, er entdeckt gerne neue Möglichkeiten, um den Ton großartig wirken zu lassen. Die großen Hörner, die aktuell an der Innbühne stehen, sind aus Fichte gefertigt, im Horn sorgen Einheiten aus Bambus für eine tolle Schallführung. Ein Blick in das Innenleben verrät, dass mittig ein Lautsprecher eingebaut ist, außerdem noch drei zusätzliche Lautsprecher einmünden, die sich in Schächten an der Seite befinden.

Das Holz der Hörner ist gewachst und geölt, die Hörner halten auch Regenwetter aus.

Andreas Plodek hat sowohl die Hörner als auch die Befestigungselemente selbst gebaut, er ist ein Tüftler und nennt die Arbeit mit dem Realhorn als sein liebstes Hobby. „Neigung und Richtung spielen bei den Hörnern eine wichtige Rolle. Darum ist ein ständiges Ausprobieren der Schlüssel zum Erfolg und zu einer ausgezeichneten Wirkung“. Seit dem Jahr 2002 baut er an den Realhörnern, doch als fertig bezeichnet er seine Arbeit noch lange nicht. Insgesamt hat Plodek 6 Surround-Türme, eine kreisförmige Aufstellung ist somit leicht möglich. Der Aufbau gestaltet sich äußerst aufwendig, doch der Effekt der durch die Realhörner erzeugt wird, schaffe ganz eigenes Flair, sind sich die Besucher einig. Realhörner tragen die Töne über große Entfernungen, klar und deutlich.

Die Gäste der Innbühne erlebten saubere Tonarten, als würde man über einen Kopfhörer Melodien hören. Seinen nächsten Einsatz mit den Realhörnern hat Andreas Plodek in Altötting beim Stadtfest. Auch dann wird er vor Ort wieder optimieren und für den bestmöglichen Ton sorgen. Die Töne werden wieder gleichzeitig in den Ohren der Zuhörer ankommen, weil die gefertigten Hörner dies optimal weitergeben. Die Flächen sind drei Meter hoch, die Spitzen 3,40 Meter auseinander. Die sechs Hornseiten wurden wabenartig angebracht, jedes Horn ist ein Unikat, doch eine Berechnung war dringend erforderlich, um den Klang bestmöglich arrangieren zu können.

Andreas Plodek wird auch zukünftig Veranstaltungen in der Region bereichern und mit den Realhörnern Flair schaffen. Immer im Hinterkopf: „Wie kann ich den Klang der Realhörner weiter optimieren“. So, wie es sich für einen Tüftler mit Leidenschaft gehört.

Quelle: rosenheim24.de

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