Die Freizeit wird sozial bestückt

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Freizeit mal etwas anders: Das Sozialpraktikum bringt jedem was!
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Wasserburg - Für die Realschule Wasserburg ist soziales Engagement sehr wichtig. Passend dazu gibt es für die Neuntklässler ein Sozialpraktikum, das sich großer Beliebtheit erfreut.

Soziale Reife ist eines der Kompetenzen, die den Schülern mit auf den Weg gegeben werden. Seit drei Jahren hilft das Projekt des ehrenamtlichen Einsatzes in sozialen Einrichtungen.

Obwohl der Schulalltag in den neunten Jahrgangsstufen mit dem Betriebspraktikum und den bevorstehenden Bewerbungen schon ausgefüllt genug wäre, gibt es viele Freiwillige für diese Aktion.

Zwischen den Herbst- und Weihnachtsferien sozial sein

Die Schülerinnen und Schüler der Neunten Klassen der Realschule Wasserburg sind gefordert.

Im Zeitraum zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien nehmen sie eine ehrenamtliche Praktikumsstelle in einer sozialen Einrichtung an.

Nicht nur dabei sitzen und schauen, nein - das ganze Spektrum erleben sei die Devise, heißt es von den begleitenden Lehrkräften Ruth Pötzl und Josef Haubner.

Zumeist suchen sich die Schüler die soziale Einrichtung selbst aus. Hilfe steht immer zur Seite.

Ob Kindergärten am Wohnort des Betroffenen oder Altenheime, auch in der Stiftung Attl werden in bestimmten Gruppen gerne Schüler angenommen. Ein breiter Zugriff auf mögliche Stellen steht in der Region zur Verfügung.

Auch im Mehrgenerationenhaus in der Wasserburger Burgau ist man über den Einsatz glücklich. MGH-Leiterin Regina Semmler findet es Klasse, dass durch die ehrenamtliche Mithilfe der Schüler so viel zusätzliches Leben in die Einrichtung gehaucht wird.

Für Chia und Julia ist es eine schöne Zeit hier. Die beiden Mädchen kommen jeden Donnerstag in die Kindergruppe, um mit den Kids ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen.

Viele Familien nutzen regelmäßig die Nachmittagsangebote des Mehrgenerationenhauses. Gemeinsam wird gebastelt, getobt, gespielt und gelacht. Die 15jährigen kennen dabei keine Berührungsängste.

Es ist schön mitanzusehen, wie nahbar sich die beiden zeigen. Unverkrampft und glücklich wirken sie. Auch bei den Kindern, die von ihren Mamas zum Kindertreff gebracht werden, merkt man sofort Begeisterung. Augen leuchten, die fröhliche Runde gestaltet sich umgehend zu einer amüsierten Gruppe. Und die Schülerinnen mittendrin.

Realschüler sozial engagiert

Dass nicht alles nur Spaß sein kann, wissen die beiden. Im Gespräch wird klar, dass ihnen durchaus bewusst ist, wie wichtig es für viele Familien erscheint, dass es solche Angebote, wie hier im Mehrgenerationenhaus, gibt. „Draußen am Spielplatz toben wir ebenso gerne wie im Gruppenraum, berichtet Chia“. „Schön, dass wir hier dabei sein dürfen“. Auch Julia zeigt sich verständnisvoll: „Es ist eine kleine Auszeit vom normalen Alltag, der für viele Familien eben nicht immer unbeschwert ist“.

Durchhaltevermögen ist vorhanden

Die Einrichtungen sind dankbar für die Mithilfe der Schüler.

Auch wenn es nur ein begrenzter Zeitraum ist, kein Haus hat das Engagement der Praktikanten bislang negativ beurteilt. Anhand eines Bewertungsbogens wurde stets positives Feedback gegeben.

Bemerkenswert: Noch kein Schüler, der sich für eine soziale Praktikumsstelle entschieden hatte, wollte vorzeitig aufgeben. Durchhaltevermögen kann den Wasserburger Realschülern also auch noch bescheinigt werden.

Der Blick hinter andere Türen öffnet vielen sicherlich die Augen. Es schärft das Einfühlungsvermögen und den Gerechtigkeitssinn. Mit diesem Projekt wird jedoch auch den Widersachern, die junge Menschen oft als faul und sozial unaufgeklärt bezeichnen, ein bisserl der Wind aus den Segeln genommen.

Quelle: rosenheim24.de

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