Der Ratsälteste blickte zurück

Die besondere Entwicklung Wasserburgs

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Hans Köck unterstützt nach 24 Jahren nicht mehr den Stadtrat, ein Rückblick beweist, wie sehr er sich mit den Stadtbelangen auseinandergesetzt hat
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Wasserburg - Wie hat sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten entwickelt? Wer kennt die Haushaltszahlen, die sich um Millionen verändert haben, ganz genau? Es ist Stadtrats-Ruheständler Hans Köck.

Die frischgewählten Stadträte kommen am Donnerstagabend zur ersten Sitzung zusammen. Dann werden auch die verschiedenen Ausschüsse personell neu belegt.

Diejenigen Stadträte, die nach der letzten Stadtratssitzung nun also in „Ratsurlaub“ oder „Ratsruhestand“ gehen, erhielten von Bürgermeister Michael Kölbl unter anderem einen Wasserburger Löwen. Teils bewegende Abschiedsworte gab es.

So freuen sich die scheidenden Ratsmitglieder über mehr Freizeit oder die Möglichkeit, die Stadtpolitik nun von einer anderen Seite zu sehen. Auch Hans Köck ist ab sofort nicht mehr im Amt. Viele Ausschüsse hat er personell bestückt.

24 Jahre war er im Stadtrat, von 1990 bis 1996 sogar als dritter Bürgermeister aktiv. Er hat sich stetig für die Belange der Stadt sehr interessiert und eingesetzt, hieß es von verschiedenen Stadtratskollegen.

Ihm machen Zahlen Spaß und so manche Haushaltsrede hat er mit viel Würze und Pfiff versehen. Durch seine loyal-kritische Haltung hat er fraktionsübergreifend großen Respekt eingefangen.

Bei seiner Abschiedsrede im Rathaus waren süffisante Aussagen dabei. Die wichtigste Folge der diesjährigen Kommunalwahl sei nicht der personelle Wechsel, hieß es von Köck abschließend, sondern der personelle Wechsel beim „Motto Alterspräsident der Räte“. Ihm folge nun ja Peter Stenger als „ältester Stadtrat von den Lebensjahren gerechnet“.

Köck blickte zurück und erläuterte die Entwicklungen Wasserburgs von Zahlen und Fakten aus: „Mein erster Haushalt als Stadtrat im Jahr 1990 hatte umgerechnet 11 Millionen Euro, jetzt haben wir 32 Millionen. Die Einnahmen der Gewerbesteuer lagen bei 3 Millionen Euro, mittlerweile sind es 11 Millionen. Umgekehrt hatten wir damals 16 Millionen Euro Schulden der Stadt zu verzeichnen, diese schrumpften während der Jahre auf 3 Millionen“.

Köck berichtet weiter, dass nicht immer alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ gewesen sei im gemeinsamen Entscheiden und Diskutieren während der vergangenen 24 Jahre, in denen Köck dem Stadtrat angehörte. Gerade in den 90er-Jahren ging vieles „unter die Gürtellinie“. Vielfältige Meinungen galt es sich zu Gehör zu führen, grinste Köck. „Wasserburg ist schon etwas Besonderes“, führte er weiter aus. Er könne nicht verstehen, wie sich überhaupt jemand dafür entscheiden könne, aus dem Stadtgebiet weg zu ziehen.

Politisch gäbe es auch etwas Bemerkenswertes zu benennen: „In 72 Jahren hat Wasserburg lediglich 3 verschiedene Bürgermeister im Amt gehabt. So eine Beständigkeit können nicht viele Städte vorweisen. Politische Stabilität ist also ein Credo für Wasserburg“. Das Wahlergebnis vom März habe gezeigt, dass auch weiterhin die Vielfalt der Meinungen entscheidend für den Wasserburger Stadtrat sein werde, erzählt Köck.

Er bestärkte die Stadträte, weiter zusammenzuhalten und gegebenenfalls auch mal Kompromisse zugunsten der Bürger einzugehen. Dies sei ein wesentliches Merkmal der Demokratie. Er selbst habe gerne für seine Heimatstadt im Stadtrat gesessen und wünsche den Räten auch weiterhin viel Arbeit und gutes Gelingen.

Quelle: rosenheim24.de

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