Vorerst kein Besuch in der Heimat

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Wie gastfreundlich ist Russland?
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Wasserburg - Die Winterspiele beschäftigen auch russische Staatsbürger, die schon viele Jahre in Wasserburg leben. Mit wasserburg24 werfen sie einen Blick nach Sotschi.

Nadja und ihre Familie leben schon viele Jahre in Wasserburg. Doch weitere Familienangehörige sind in Russland ansässig. Die Vorbereitungen auf die Olympiade in Sotschi hat Nadja aus Erzählungen von ihrem Schwager und den Eltern sowie russischen Freunden mitbekommen. Im Vorfeld wurde viel gebaut, Geld nicht nur in teure Stadien, sondern auch in Straßen investiert.

Viele Jahre hatte Russland die Olympiade fest im Blick, jetzt – kurz vor der Eröffnungsfeier sind die Polizisten besonders aufmerksam, damit nichts schiefgehen wird. Der Schwager von Nadja beispielsweise ist Polizist und auch für die Sicherheit um das Gelände zuständig. Viele Monate gab es Sondertraining. Zusätzliche Aufgaben, die im normalen Alltag in Russland sonst nicht bewältigt werden müssen, stehen an.

Besuche derzeit verboten

Nadja berichtet, dass es jetzt nicht möglich wäre, ihre Familie oder Freunde zu besuchen: „Die Region um Sotschi ist für uns derzeit gesperrt. Es wurde mitgeteilt, dass erst nach den Olympischen Spielen wieder ein Einreisebesuch möglich sei. Jetzt wird jeder genauestens kontrolliert und dann entschieden, ob er abgewiesen wird, das Gebiet zu bereisen“.

Auch weitere russische Familien leben in Wasserburg und sehen das Heimatland jetzt oft im Fernsehen.

Vito sieht, wie bunt und prächtig alles erbaut und gestaltet wurde wegen Olympia. Den kleinen Dörfern helfe dies sicher nicht, glaubt Vito. Nur die großen Städte in Russland profitieren von dem Flair der Olympischen Spiele und von der ausgebauten Infrastruktur. Seine Oma wohnt in einem kleinen Ort. Sie bekommt nichts davon mit, dass Russland so im sportlichen Mittelpunkt steht.

Wie geht es Russland?

Nadja hat von ihren Verwandten erzählt bekommen, dass Präsident Putin einen kleinen Aufschwung erreicht hat. Auch für die kleineren Regionen. Die Regale von Geschäften seien gut gefüllt, ein breiteres Angebot auch an Lebensmitteln sei erkennbar. Dies gefalle den Russischen Bürgern, weil der Alltag viel leichter geworden wäre. Auch im Bereich der finanziellen Unterstützung sei ein Fortschritt zu verzeichnen.

Von den Vorwürfen der Ausbeutung von Arbeitern wegen dem Sportereignis hat sie nichts dazu von ihren Freunden gehört. Entweder spreche man nicht gerne darüber oder die Verwandten wären davon auch nicht betroffen.

Eine Freundin allerdings wollte gerne eine olympische Veranstaltung besuchen und hat sich keine Eintrittskarte  leisten können, alles rund um Olympia sei enorm teuer, erzählt Nadja weiter. Das Wetter ist in Russland übrigens sehr unterschiedlich: Wenn es in Sotschi wie aktuell, sehr windig ist, kann 100 Kilometer weiter schon wieder Schnee liegen. Aber auch die Sonne lässt sich blicken, dann herrscht traumhafte Aussicht in den russischen Regionen rund um den olympischen Mittelpunkt.

Russische Familien sind sehr gastfreundlich

Die Russen feiern gerne. Auch Nadja berichtet, dass ihre Landsleute sehr gesellig  sind und offen für Neues und für Gäste.

Wichtig dabei ist nicht nur das beisammen sein, sondern auch das Kochen und Essen: In Russland wird sehr viel auf Vorrat gekauft. Große Säcke an Zutaten kommen ins Haus.

Und in den russischen Kochtöpfen befinden sich die leckersten Zutaten, um beispielsweise „Borsch“ zu machen. Die wichtigste Zutat überhaupt ist in Russland die Kartoffel. Mit Fleisch, Karotten, roter Bete und Zwiebeln wird sie im Kochtopf geschmort, hinzu kommen wässrige Tomaten und Gewürze. Auch die Kräuter dürfen nicht fehlen, Dill und Petersilie sind oft mit von der Partie.

„Was nie ausgehen darf bei den russischen Menschen ist Brot. Selbst wenn andere Beilagen gereicht werden, ohne Brot am Tisch ist die Mahlzeit nicht perfekt“, schmunzelt Nadja und weiß, dass es bei ihr daheim genau so ist. Auch viele gefüllte Teigwaren gibt es in Russland zu essen. Alles wird immer selbst gemacht. Viel Mehl würden die Russen brauchen, um die verschiedensten Leckereien herzustellen.

Nadja hat sogar eine kleine Kostprobe dabei, die köstlich schmeckt und die Gesprächsrunde gleich noch etwas mehr in die Diskussion starten lässt. Es stimmt eben doch: Eine gemeinsame Mahlzeit bringt Menschen noch näher zusammen.

Quelle: rosenheim24.de

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