Satzungsänderung im Friedhofs- und Bestattungswesen

Stadt Wasserburg setzt Grabsteinen aus Kinderhand ein Ende 

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Wasserburg - Ein Großteil deutscher Grabsteine wird importiert. Viele stammen aus Indien und werden von minderjährigen Kindern hergestellt. Die Stadt Wasserburg schiebt nun einen Riegel vor, Grabsteine aus Kinderarbeit zuzulassen. 

Schätzungen zufolge kommen mindestens die Hälfte aller Grabsteine, die auf Deutschlands Friedhöfen stehen, aus Indien. Das Problem bei den Grabsteinen: In den indischen Steinbrüchen arbeiten Tausende von Kindern - darunter viele, die noch keine zehn Jahre alt sind. 

Grabsteine aus Kinderarbeit sind bereits länger umstritten. Immer mehr Kommunen versuchen dieses Problem zu lösen. Die Stadt Laufen und die Gemeinde Obing gehen in dieser Thematik schon mit gutem Beispiel voran. Jetzt hat sich auch Wasserburg dazu entschlossen einen Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Änderung der Satzung über das Friedhofs- und Bestattungswesen der Stadt zu befürworten.

In der jüngsten Sitzung am 14. Dezember hat sich der Wasserburger Stadtrat einstimmig und fraktionsübergreifend dagegen entschieden, Grabsteine oder Grabdenkmäler zuzulassen, die durch ausbeuterische Kinderarbeit entstanden sind. Diese Entscheidung bringt eine Änderungen in der Satzung über das Friedhofs- und Bestattungswesen der Stadt Wasserburg auf Grundlage des Artikels 24 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern, Gemeindeordnung (GO), mit sich. 

Die Änderung der Satzung im Wortlaut

Stefanie König unterstrich noch einmal die Bedeutung, die dieser Entschluss enthält: "Wir von der Grünen Stadtratsfraktion sind sehr froh, dass diese Satzungsänderung jetzt vollbracht wurde. Es ist ein kleiner aber wichtiger Schritt gegen Kinderarbeit." 

Was man jedoch nicht nachprüfen könne, seien Umbettungen von Gräbern in andere Kommunen. Georg Machl (CSU) sprach das an, dass bereits existierende Grabsteine nicht mehr im Nachhinein überprüft werden könnten. Die neue Satzung im Friedhofs- und Bestattungswesen tritt am 1. Januar 2018 in Kraft. 

mb

Rubriklistenbild: © Fotomontage

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