Gefährliche Werkausfahrt in Reitmehring *Mit Voting* 

Ampellösung abgelehnt - Wie kann der Schulweg in der Megglestraße sicherer werden? 

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Die Werkausfahrt der Molkerei Meggle. 

Wasserburg - Die Verbesserung der Schulwegsicherheit in der Megglestraße ist seit Jahren ein heißes Thema - bisher ist keine Lösung in Sicht. Die jüngste Idee einer Ampelschaltung an der Werkausfahrt wurde abgeschmettert. 

Es brannte Antragsteller Armin Sinzinger unter den Nägeln, doch in de Sitzung des Bauausschusses ist Zuhörern und somit Nicht-Mitgliedern des Ausschusses Rederecht untersagt. 


Ausschlaggebend für eine durchaus hitzige Diskussion am Abend des 4. Februar war ein Antrag der Stadtratsfraktion CSU/Wasserburger Block auf Errichtung einer benutzerorientierten Ampel im Verlauf der Megglestraße für Schulkinder. Damit soll der tägliche Weg des Nachwuchses sicherer gestaltet werden. 

Vorgesehen hätte man laut Antrag drei Ampeln im Bereich der Werkausfahrt der Molkerei Meggle, deren Schaltung Fußgänger beeinflussen könnten. 


Ampel-Installation rechtswidrig

Bürgermeister Michael Kölbl erklärte, das Landratsamt lehne in seiner Stellungnahme, die mit der Polizei abgestimmt sei, diese Lösung ab. Begründung: Das Vorhaben sei rechtswidrig

Die Werkausfahrt münde in eine übliche Gemeindestraße, das Molkerei-Gelände und die Zufahrt seien privat. Die Benutzung des vorhandenen Gehwegs für Fußgänger stelle keine Gefährdung dar und ein Unfall-Schwerpunkt liege hier nicht vor.

Es würde sich um straßenbegleitende Ampeln handeln und um keine klassischen wie solche, die an Kreuzungen den Verkehr regeln. Das Problem sei Kölbl zufolge, dass es sich an diesem Standort weder um eine Kreuzung noch eine Querung handle und die Ampelanlage daher nicht rechtmäßig installiert werden könne.

Meinungen aus dem Ausschuss: 

Dr. Herrmann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring Wasserburg) empfand die Idee der Stadtratsfraktion als nicht schlecht: "Das ist eine gefährliche Situation, die wir nicht zum ersten Mal besprechen und dass hier etwas verbessert werden muss steht außer Frage. Nicht umsonst hatten wir hier schon einige Ortstermine." 

Friederike Kayser-Büker (SPD) konnte sich mit dem Wort "Unfall-Schwerpunkt" nicht anfreunden, empfand es als "schwierig": "Wir können von Glück reden, dass an dieser Stelle noch nie etwas passiert ist. Man stelle sich das Horroszenario Kind vs. Lkw einmal vor - das hätte fatale Folgen und wäre schrecklich." 

Peter Stenger (SPD) sah auch die Eltern in der Pflicht aktiv zu werden. Kölbl erwiderte allerdings, es hätten sich beispielsweise freiwillige schulwegbegleitende Elternteile bisher nicht gefunden

Dass eine Lösung her muss, da waren sich die Ausschussmitglieder einig. Christian Stadler (Grüne Stadtratsfraktion) warf weitere Ideen in den Ring, darunter ob die Anbringung eines weiteren Spiegels sinnvoll wäre, um dem toten Winkel der Lkw auszuleuchten. 

Wolfgang Schmid (CSU) überlegte, ob der Gehweg nicht verlegt werden könne, da die Laster beim Ein- und Ausfahren den Weg ja ohnehin überfahren. Letzeres habe Kölbl laut eigener Aussage bereits in Gesprächen vorgeschlagen, wurde jedoch von Seiten Meggles abgelehnt. "Ich habe hierzu schon zahlreiche Gespräche bis zur Vorstandsebene geführt, aber leider konnte sich die Stadt mit der Firma Meggle bisher auf keine vernünftige Lösung einigen." 

Die Werkeinfahrt für Lkw zur Molkerei Meggle - hier befinden sich bereits ein Spiegel, eine Bodenmarkierung und ein Hinweisschild. 

Ortstermin zur Klärung der gefährlichen Situation 

Der Bürgermeister betonte, ihm liege das Thema am Herzen und er sei gewillt, weitere Gespräche zu führen, um die Situation langfristig zu entschärfen. Mit der jetzt vorgeschlagenen Lösung der Ampelschaltung allerdings gehe es nicht. 

Damit wurde der Antrag aufgrund der rechtlichen Beurteilung der Fachaufsicht einstimmig abgelehnt und werde in dieser Form nicht weiter verfolgt. Im Beschluss wurde jedoch mit aufgenommen, dass ein gemeinsamer Ortstermin mit Mitgliedern des Bauausschusses und der Stadt sowie Vertretern der Polizeiinspektion und der Firma Meggle anberaumt werden soll, um eine Verbesserung der Verkehrssicherheit in dem Bereich zu erreichen

Es soll darüber hinaus geprüft werden, ob ein weiterer Spiegel am südlichen Einfahrtsbereich der Lkw angebracht werden könnte - als "kleine Verbesserung" neben bereits vorhandenen Markierung und Beschilderung. 

Antragsteller Sinzinger erklärte nach der Sitzung auf Nachfrage von wasserburg24.de, dass er es "sehr schade" finde, dass der Antrag in seiner jetzigen Form abgelehnt wurde: "Ganz verstehe ich es nicht, aber wir bleiben weiter dran und suchen nach einer Lösung." 

mb

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