Kommt Fletzi wieder nach Wasserburg?

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Fletzi verweilt in München. Darf er irgendwann nach Wasserburg zurück?
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Wasserburg – Das Skelett, dass bei Bauarbeiten gefunden und von Archäologen und Bürgern gleichermaßen bestaunt wurde, hat sich vielen Untersuchungen unterzogen. Weiß man schon genaueres?

Wie geht es Fletzi? Das Skelett, das im Sommer 2013 auf dem Fletzinger-Areal gefunden wurde, kam nach München. Zahlreiche Untersuchungen wurden gemacht. Archäologe Dr. Martin Pietsch vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erklärt im Gespräch mit wasserburg24.de, dass die sogenannten Anthropologischen Untersuchungen zwar abgeschlossen seien, noch einige Zeit mehr werde vergehen, bis auch die Ergebnisse der C14-Untersuchung vorhanden seien, so Pietsch. Momentan verweilt Fletzi in einem gut klimatisiertem Depot.

Die Anthropologische Staatssammlung in München beherbergt Fletzi und untersuchte in den vergangenen Monaten viele verschiedene Dinge, beispielsweise die Knochen.

Kommt Fletzi jemals wieder zurück?

Skelette, die aus Ausgrabungen kommen, und nicht unbedingt von einem christlichen Friedhof stammen, verbleiben in diesen Sammlungen. „Die Skelette werden in fachgerechter Art und lagerungsbedingt korrekt aufbewahrt“, so Dr. Pietsch gegenüber wasserburg24.de.“Die klimatischen Bedingungen müssen passen, es darf nichts schimmeln und nichts durch Stöße beschädigt werden, darum lagern diese ausgegrabenen Skelette in Schachteln“, erklärt der Archäologe. Es sei zunehmend wichtig, die Ausgrabungen für möglicherweise in der Zukunft hinzu kommende neue Untersuchungsmöglichkeiten stabil zu halten. Es sei daher notwendig, die Quellen aufzubewahren.

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Die Anthropologische Staatssammlung hat einen Forschungsauftrag, dazu gehört auch die Depotangelegenheit. Doch es gäbe ein Schlupfloch: „Wenn es von der Stadt gewünscht wird, könnte man Fletzi möglicherweise noch einmal zum Bestaunen nach Wasserburg bringen“, so Dr. Pietsch. Allerdings halte er es für kritisch. „Es könnte dann ja vielleicht der Wunsch von einigen Wasserburgern aufkommen, dass Fletzi in Wasserburg bleiben soll und dort eventuell sogar wieder bestattet werden solle“, so Pietsch. Dies könnte für spätere Untersuchungswünsche verheerend sein, weil die Knochen wieder konterminiert mit neuer Erde, nur noch bedingt verwertbar würden. Dadurch könnten zukünftig neue Untersuchungen, wie etwa zur Herkunft oder den Verwandschaftsverhältnissen an Fletzi in einigen Jahrzehnten nicht mehr gemacht. Ein Skelett solle frei von fremden Einflüssen aufbewahrt werden.

Knochenspezialisten am Werk

Die Beurteilung der Knochen ist abgeschlossen. „Jetzt warten wir lediglich noch auf sogenannte C14-Daten“, so Dr. Pietsch auf Nachfrage. Diese werden in Erlangen gemacht und dauern viele Monate. Sobald diese Ergebnisse vorliegen, kann die Frage geklärt werden, zu welcher Zeit Fletzi gestorben ist. „War es siebtes, achtes Jahrhundert, oder gar noch früher. Mit der letzten Untersuchung kann es eine Antwort geben“, betont Dr. Pietsch. Voraussichtlich im Juni könnten die Ergebnisse vorliegen.

Frühe Mauer

Es wurden an der Ausgrabungsstätte in Wasserburg Scherben gefunden, die eindeutig von einer früheren Zeit als der Nennung Wasserburgs stammen. Fletzi lag im Abbruchschutt dieser Mauer, diese Zeitdifferenzen gelte es nun herauszufinden, so Pietsch im Interview. Eindeutig fest steht immer, dass Fletzi keine Fletzeline war.

Quelle: rosenheim24.de

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