Grundsteinlegung für Neubau RoMed und kbo-Innsalzach-Klinik Wasserburg am Inn 

Laut Söder "erblassen die Münchner vor größtem Bauprojekt Bayerns" 

+
Der bayerische Ministerpräsident war am 24. September 2019 bei der Grundsteinlegung zum Neubau RoMed und kbo-Innsalzach-Klinikum in Wasserburg am Inn. 
  • schließen

Wasserburg - Ein "bayerisches Mammutprojekt" - mit diesen Worten drückte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei der Grundsteinlegung seine Bewunderung für den Neubau des Klinik-Komplexes aus. Auf der Großbaustelle ließ es sich Söder nicht nehmen, der Bayerischen Landeshauptstadt einen kleinen Seitenhieb zu verpassen.

Das größte Neubauvorhaben eines Krankenhauses in Bayern rechtfertige es, dass er, der Bayerische Ministerpräsident, und die Bayerische Gesunheitsministerin Melanie Huml gemeinsam bei der Grundsteinlegung am 24. September 2019 in der Innstadt zugange seien. 

Söder: "So geht moderne Versorgungssicherheit im ländlichen Raum" 

Ministerpräsident Markus Söder (links) bei der Grundsteinlegung auf der Großbaustelle zum Neubau des Klinik-Komplexes in Wasserburg am Inn. 

"Die Verbindung der somatischen und psychiatrischen Abteilungen, wie es hier beim gemeinsamen Neubau von RoMed- und kbo-Innsalzach-Klinikum geschieht, ist etwas ganz Besonderes", betonte Söder und spannte sogleich den Bogen zum ländlichen Raum, in dem es seiner Ansicht nach essentiell sei, die medizinische Versorgung der Bürger zu gewährleisten. 

"Es muss nicht alles Geld immer in die Großstädte fließen. Mit dem Neubau legen wir den Grundstein für zukunftsfeste medizinische Versorgung der Menschen im Landkreis Rosenheim und darüber hinaus. Wir investieren kräftig und unterstützen die ersten beiden Bauabschnitte mit rund 105 Millionen Euro."

"Menschlichkeit und Qualität" mache Söder zufolge das humane Gesundheitswesen aus. "Seele und Körper sind hier in Wasserburg gut aufgehoben und haben darüber hinaus einen sensationellen Blick in die bayerischen Alpen", untermalte Söder und ließ den Blick für einen kurzen Moment über die Baustelle schweifen bevor er grinsend ergänzte: "Ich wünsche dem Bauvorhaben viel Erfolg, einen unfallfreien Fortschritt und Gottes Segen, denn ohne den geht es nicht. Vor dem größten Bauprojekt Bayerns erblassen die Münchner vor Neid und wenn die Münchner einmal vor Neid erblassen, dann ist das schon was wert." 

Söder unterstrich abschließend: "Psychiatrie und somatische Grundversorgung in einem leistungsstarken Klinikzentrum - so geht moderne Versorgungssicherheit im ländlichen Raum."

Huml: "Ein Vorbild für regionale Zusammenarbeit von Krankenhäusern" 

Für Ministerin Huml war es schon der zweite Besuch auf der Großbaustelle zum Neubau des Klinik-Komplexes: Sie machte sich vor fast genau einem Jahr, im September 2018, ein Bild von der damaligen Baugrube. "Ich konnte mir die Dimensionen noch überhaupt nicht vorstellen, deshalb stand es außer Frage, dass ich wiederkomme," erklärte Huml lachend. Und es hat sich augenscheinlich gelohnt, denn mittlerweile wächst die Baustelle stetig, das ist tagtäglich zu beobachten

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml. 

Für Huml sei es wichtig, dass Somatik und Psychiatrie auf gleicher Augenhöhe fungiere: "Wenn jemand operiert wird, lässt sich das leichter verarbeiten und im Bekanntenkreis mitteilen, als wenn die Tochter plötzlich wegen Magersucht in die psychiatrische Abteilung eingewiesen wird", brachte sie als Beispiel an. "Dass was hier entsteht, die Zusammenarbeit zwischen Körper und Seele, das ist etwas ganz Besonderes. Wasserburg wird ein medizinisch und wirtschaftlich leistungsstarker Krankenhausstandort. Dieses wegweisende Strukturprojekt konnte nur realisiert werden, weil die beteiligten kommunalen Träger bereit waren, langfristig eine enge Kooperation einzugehen. Das Projekt ist ein Vorbild für die trägerübergreifende und regionale Zusammenarbeit von Krankenhäusern."

Bezirkstagspräsident Josef Mederer (rechts am Rednerpult). Im Hintergrund Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsministerin Melanie Huml und Dr. Theodoer Danzl, Leiter des kbo-Innsalzach-Klinikums. 

Den lobenden Worten der beiden Minister konnte sich Bezirkstagspräsident Josef Mederer nur anschließen: "Diesen Grundstein könnte man philosophisch sehen als Blick in die Zukunft, als Hoffnungsträger und er unterstreicht die Bedeutung für die Entstehung eines großartigen Klinikums in Wasserburg am Inn."
Für Mederer sei diese Grundsteinlegung eine Art Déjà-Vu, denn 1883 wurde die erste Kreisirrenanstalt in Gabersee bei Wasserburg am Inn eröffnet. "Auch die aktuelle neue riesige Anlage wird wieder Nachahmer finden und Bauprojekte der Zukunft positiv beeinflussen."

Huber: "Lieber arm und g'sund als reich und krank"  

Josef Huber sprach stellvertretend für Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler. 

Josef Huber, Babenshams Bürgermeister und stellvertretender zweiter Landrat Rosenheims, begann seine Rede mit den Worten: "Ich hatte zu Beginn große Bedenken, dass die kleine RoMed-Klinik vom kbo-Innsalzach-Klinikum inhaliert werden könnte, bin aber inzwischen eines Besseren belehrt worden. Wissen's, Herr Ministerpräsident", führte Huber fort, "wir sind ein sehr schöner, aber armer Landkreis - jeder Euro, der hier investiert wird, dient der Zukunft unserer Bürger."
Huber weiter: "Bei uns zu wohnen is scho schee, aber wenn man zudem noch krank ist, ist man hier besonders gut aufgehoben." Söder warf prompt ein: "... in einem armen Landkreis", woraufhin Huber konterte: "Lieber arm und g'sund als reich und krank."  

Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl betonte als letzter Redner des Abends, Wasserburg sei immer der lachende vierte, denn die Stadt habe diese große Klinik hier vor Ort und profitiere vom Standort: "Es ist nicht nur das größte Bauprojekt Bayerns sondern auch das größte für die Stadt Wasserburg. Ich bin froh, dass der Bezirk damals grünes Licht gegeben hat, sonst würden wir heute nicht über die Zukunft der RoMed-Klinik diskutieren und hätten womöglich bereits einen Schlussstrich gezogen - ich weiß es nicht." 

Kölbl zeigte sich am Ende besonders stolz, dass Ministerpräsident Söder sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen habe. Der letzte offizielle Besuch eines Ministerpräsidenten war nämlich im Jahr 1988 zur 850. Jahrfeier der Stadt Wasserburg - und zwar von Franz Josef Strauß

Ehrengäste Söder und Huml bei "größtem Bauprojekt Bayerns"  

Rund 200 Ehrengäste auf ISK-Gelände 

Auf dem Gelände des Innsalzach-Klinikums haben sich am frühen Dienstagabend zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Medizin, Gesellschaft und Wirtschaft eingefunden, um der Grundsteinlegung zu dem 240-Millionen-Euro-Projekt mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und der Bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml beizuwohnen.

Etwa 200 Gäste begrüßten Dr. Theodor Danzl (kbo-Innsalzach-Klinikum) und Dr. Jens Deerberg-Wittram (RoMed-Klinikum) auf der Baustelle im Herzen des Areals des Innsalzach-Klinikums Platz - darunter natürlich viele kbo-Innsalzach-Mitarbeiter und -Chefärzte, zahlreiche Lokal-Politprominenz wie die CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer, diverse Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, der Wasserburger Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Peter Schwertberger, nahezu der gesamte Stadtrat Wasserburgs neben Oberhaupt Michael Kölbl sowie Vertreter von Behörden, beteiligten Architekturbüros und Baufirmen

mb

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT