Soyenerin übernimmt "Café Schranne" am Wasserburger Marienplatz 

Kindheitstraum wird wahr: "Ich freue mich narrisch auf die Schranne" 

Die junge Konditormeisterin und Wirtin Barbara Hinterberger aus Soyen übernimmt das "Café Schranne" am Wasserburger Marienplatz. 
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Die junge Konditormeisterin und Wirtin Barbara Hinterberger aus Soyen übernimmt das "Café Schranne" am Wasserburger Marienplatz. 

Wasserburg/Soyen - Durchdachtes Konzept, Berufserfahrung und Bestnoten: Barbara Hinterberger übernimmt das "Café Schranne" am Marienplatz. Mit Leidenschaft für Torten und Backkunst will die junge Soyenerin die Gäste künftig überzeugen - und dabei schweben ihr schon ganz spezielle Ideen im Kopf herum.

"Ich freue mich narrisch über den Zuschlag der Stadt", betont die frisch gebackene Pächterin des "Café Schranne" im Gespräch mit wasserburg24.de. "Ich finde die Schranne einzigartig - alleine das Gebäude sowohl von innen als auch von außen. Ich weiß noch, als die Gastronomie vor 15 Jahren ausgeschrieben wurde - ich war gerade erst 15 und habe gerade mit der Lehre im Priener Café Heider begonnen. Damals habe ich nur gedacht: Mei, wenn ich doch nur zehn Jahre älter wäre, ich würde die Schranne so gerne betreiben. Dass dieser Traum jetzt wahr geworden ist, das kann ich noch gar nicht richtig glauben." 


Hochzeitstorten als Aushängeschild 

Wert auf regionale und frische Produkte, handwerkliche Verarbeitung vor Ort und selbst hergestellte Waren, die im Tagescafé verkauft werden - diese Kriterien der Stadt als Voraussetzung für die Pacht erfüllt Barbara Hinterberger. Die Konditormeisterin bewirtete bisher Gäste im Café Altensee in Soyen. Ihr Aushängeschild sind Hochzeitstorten. Die Tortenkunst postet die gebürtige Wasserburgerin regelmäßig auf Instagram. Für Schmunzeln sorgt bei den Gästen zudem immer wieder die Hinterberger-Torte. Dass die genauso heißt wie sie selbst? Reiner Zufall. Diese Schicht-Torte ist ähnlich aufgebaut wie eine Prinzregententorte, allerdings wird statt Creme zwischen den Schichten Sahne verwendet. Fingerfertigkeit verlangt die Torte von Barbara Hinterberger. Mit einem Lächeln im Gesicht macht die Soyenerin das aber mit links: "Ich mag Herausforderungen und ich tue mir bei Torten einfach leichter als manch andere. Doch da ist jeder sein eigener Meister." 

Die Zutaten, die in Kuchen- und Tortenkunst verarbeitet werden stammen allesamt aus dem Wasserburger Umland: Eier von Hühnern aus Freilandhaltung, Milch sowie der Käse vom Bio-Bauernhof ihrer Eltern in Kirchreit bei Soyen. "Das liegt nahe, dass ich davon einen Teil meiner Produkte beziehe. Aus der Biomilch entsteht auch mein selbstgemachtes Eis", erläutert die Soyenerin.


Mit Kunstwerken wie diesen überzeugte Barbara Hinterberger die Stadt Wasserburg bei der Auswahl des Pächters der "Café Schranne". 

Und das Café Altensee? "Der Pachtvertrag läuft im Herbst aus und womöglich geht es dort künftig nur noch mit den Fremdenzimmer und ohne Bewirtung weiter", spinnt die 30-Jährige den Faden fort und unterstreicht: "Vorrang hat ganz klar die Schranne." Für Umbau und Konzept schweben ihr bereits Ideen vor. Der Name "Café Schranne" bleibt: "Schranne ist die historische Bezeichnung für Mehl- und Getreideverarbeitung. Ich finde, das passt. Außerdem kenne die Leute das Café unter diesem Namen und wissen sofort, wo sie hinmüssen", erklärt Barbara Hinterberger. Was noch unklar ist sind die Öffnungszeiten, die möglicherweise von 7 bis 18 Uhr gehen. Morgens sollen die Leute die Möglichkeit bekommen Snacks, Brezen und Kaffee mitzunehmen." Wie bei der Vorgängerin solle es auch bei Barbara Hinterberger eine Frühstücksauswahl geben, mittags eine wechselnde Karte für den kleinen Hunger. Am Nachmittag bis zum frühen Abend ist der Cafébetrieb vorgesehen. 

Eröffnung im August 2020 geplant 

Die junge Soyenerin selbst sieht ihren Platz in der Schranne primär in der Konditorei, springt in der Küche ab und zu ein und lässt sich hin und wieder an der Kuchentheke sehen. Berufserfahrung sammelte sie in Aschau im Chiemgau, im Hotel Sacher in Salzburg, im Weinzelt Kuffler auf dem Münchner Oktoberfest und bei Dallmayr in der Landeshauptstadt, wo sie eine Kochlehre absolvierte und von der Patisserie, über kalte und Partyküche bis zur warmen Küche und Fleischvorbereitung in alle Sparten blicken durfte. Bis zu 20 Mitarbeiter möchte sie in der Schranne beschäftigen, ein paar hat sie schon gefunden, sie ist aktuell aber noch auf der Suche. "Ich habe schon Kontakte geknüpft und würde mich sehr freuen, einige ehemalige Mitarbeiter der vorherigen Betreiberin bei mir einstellen zu dürfen. Die kennen das Geschäft ja bereits besser als ich", erklärt Barbara Hinterberger lachend. 

Trotz der Corona-Krise diesen mutigen Schritt zu gehen, fiel ihr relativ leicht: "Corona ist irgendwann vorbei und dann geht es weiter in der Gesellschaft. Die Leute wollen wieder feiern, Geburtstage und Hochzeiten zelebrieren und gemütlich zusammensitzen. Aus der momentanen Situation mache ich einfach das Beste - freilich unter den Vorlagen von Sicherheit und Hygiene." Ein Termin für die Eröffnung ist für August angedacht, womöglich hat sich die Lage bis dahin weiter verbessert, mutmaßt die 30-Jährige. Übrigens: Gutscheine für das Café Altensee sind weiterhin gültig und dürfen in der neuen Schranne eingelöst werden. 

mb

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