Einmaliges Inklusionsmodell in Wasserburg

Im November 2015 Einzug der Bewohner geplant

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Gemeinsam den Startschuss für die Bauarbeiten gegeben: Viele Verantwortliche und ein Bewohner des Wohnheims beim Spatenstich am Bahnhofsplatz in Wasserburg.
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Wasserburg - Der Startschuss ist gefallen, die Bauarbeiten zum geplanten Wohnheim für die Stiftung Attl beginnen. Mit Ehrengästen, darunter die zukünftigen Bewohner, war Spatenstich.

„Eine rundum gelungene Aktion“, so das Fazit vieler Anwesenden beim Spatenstich am Bahnhofsplatz in Wasserburg. Wie berichtet, soll hier das Wohnheim für schwerstbehinderte Menschen aus der Stiftung Attl entstehen.

Die GWG Wasserburg hatte sich auf die Ideen von Bereichsleiter Rupert Ober eingelassen, gemeinsam mit Unterstützung der Stadt kann die Idee des Wohnheims für Menschen mit großem Hilfebedarf nun also zügig umgesetzt werden.

Spatenstich für Wohnheim-Bau in Wasserburg

Nicht viel zum Reden kamen die Gäste, denn die Regenwolken schütteten einiges ab. Doch zu den wesentlichen Informationen des Projekts kam es: In den nächsten Monaten wird das 4-Millionen-teure Gebäude durch die GWG gebaut, unter anderem gefördert durch staatliche Mittel, die gerne bereitgestellt wurden, hieß es von Roman Dienersberger, der als Vertreter der Regierung von Oberbayern nach Wasserburg kam. Trotz regennasser Lesebrille konnte er seine Rede detailliert präsentieren.

Der Vorsitzende der GWG in Wasserburg, Josef Brandl zeigte sich erfreut, dass das Projekt eines Wohnheims für die Stiftung Attl so zentrumsnah gebaut werden kann: „Wie Sie heute schon oft gehört haben, ist diese Art der Inklusion bislang noch einmalig“, so Brandl. „Wir sind sehr glücklich, dass wir von der Regierung von Oberbayern tolle Unterstützung erfahren, um dieses gemeinsame Stadtleben zu realisieren.

Das Wohnheim integriert sich auch baulich gut in das Umfeld am Bahnhofsplatz

Bürgermeister Michael Kölbl zeigte sich absolut professionell beim Spatenstich. Er war es, der als Erster Material auf seine Schaufel gab, um den Spatenstich im wahrsten Sinne auszuführen. Stiftungsvorsitzender Friedrich Seipel zog schnell nach und auch die weiteren Ehrengäste nahmen den Spaten, um aktiv den Bau des Wohnheims einzuläuten.

Besonders emotional war die Art und Weise, wie sich die zukünftigen Bewohner des Wohnheims am Bahnhofsplatz einbrachten: Hubert machte beim Spatenstich mit, und nach den einzelnen Reden der Verantwortlichen rund um das Projekt wurden von den Bewohnern und Betreuern bemalte Steine symbolisch gelegt, um zu zeigen, wie sehr sich alle auf die neue Heimat freuen.

Äußerst schön wirkten die Worte von Bewohnerin Lisa, die den Gästen mitteilte, dass sie sich alle schon so freuen, ins schöne Wasserburg zu ziehen. Fast nebenbei erwähnte Bürgermeister Michael Kölbl, dass der Stadtrat beschlossen habe, den Bau durch die Heiliggeist-Spitalstiftung mit 50.000 Euro zu unterstützen.

Unter die Gästeschar mischten sich viele Offizielle: Vertreter der Regierung von Oberbayern, Mitarbeiter und Bewohner der Stiftung Attl, Stadträte und Mitarbeiter der Stadt Wasserburg (beispielsweise Stadtbaurätin und Kämmerer) sowie Vertreter von Planungsbüro, Bauleitung und ausführende Firmen für das Wohnheim. Besonders geschlossen zeigte sich die GWG, die als Bauträger zukünftig das Wohnheim an die Stiftung Attl vermietet, durch die Bauförderungen bleibe der Mietsatz im akzeptablen Bereich, hieß es im Gespräch mit den Beteiligten. Es herrschte trotz Regenwetters ausgelassene Stimmung, weil Wasserburg hier in eine Vorreiter-Rolle komme, die seines Gleichen sucht: „So wird Inklusion geschrieben, genau das ist der richtige Weg eines normalen Miteinanders“, so Dienersberger.

Bei einem gemeinsamen Essen kamen die Anwesenden nochmals Positions-übergreifend ins Gespräch. Die Wichtigkeit des Wohnheims für Menschen mit schweren Behinderungen im Stadtkern Wasserburgs sehen alle gleichermaßen gegeben. Viele sehnen der Fertigstellung des Gebäudes am Bahnhofsplatz im November 2015 entgegen. Dann sollen die Bewohner der Stiftung Attl einziehen können.

Quelle: rosenheim24.de

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