Aufrüstung der städtischen Lkw geplant 

Lebensretter Abbiegeassistent? Stadt Wasserburg setzt erstes Zeichen 

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Im April 2018 übersah ein LKW in Rosenheimer Stadtteil WEsterndorf eine Radfahrerin und verletzte sie tödlich. Abbiegeassistenten sollen Unfälle wie diese künftig präventiv vermeiden. Die Stadt Wasserburg springt in die Vorreiterrolle und rüstet ihre städtischen Fahrzeuge nun auf. 
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Wasserburg - Unfälle zwischen Lastwagen und Radfahrern kommen immer wieder vor - nicht selten mit tödlichem Ausgang. Sogenannte Abbiegeassistenten könnten Leben retten. Die Stadt Wasserburg befürwortet jetzt die zeitnahe Aufrüstung ihrer städtischen Lkw. 

Die Idee zur möglichst umgehenden Nachrüstung der Lkw - darunter fallen beispielsweise die Bauhof- und Feuerwehrfahrzeuge - kam von der Grünen Stadtratsfraktion. Die elektronischen Assistenzsysteme sollen die Sicherheit von Radfahrern, und auch Fußgängern, stark erhöhen

Abbiegeassistenten warnen Lkw-Fahrer mit akustischen und optischen Signalen vor Radfahrern, sodass diese im Ernstfall eine Notfallbremsung einleiten können, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. 

Im Fahrzeugbestand der Stadtverwaltung kommen für die Nachrüstung insgesamt sieben Fahrzeuge in Frage. Bei den aktuellen Ersatzbeschaffungen für das Tanklöschfahrzeug (TLF) und die Drehleiter für die Altstadtfeuerwehr und für das TLF für die Reitmehringer Feuerwehren ist bereits der Einbau in das Neufahrzeug vorgesehen. 

Die Kosten für den Abbiegeassistenten liegen durchschnittlich bei etwa 1.500 Euro - zuzüglich der Einbaukosten. Für den Einbau können bis zu sechs Stunden vergehen. 

Stadt Wasserburg plant zeitnahe Nachrüstung

Inzwischen ist die Nachrüstung auch auf EU-Ebene angekommen: Die Gesetzgeber entschieden kürzlich, dass der Einbau der Sicherheitssysteme spätestens ab 2022 in allen neuen Fahrzeugtypen und ab 2024 in allen Neufahrzeugen erfolgen müsse. Eine Regelung, die auf einem Entwurf des Bundesverkehrsministeriums basiert. Andreas Scheuer verdoppelt dafür auch das Förderprogramm für Lkw-Abbiegeassistenten. Weitere fünf Millionen Euro werden für die Nachrüstung bereitgestellt. 

Grünen-Antragsteller Christian Stadler dazu: "Pflicht schön und gut - wir hätten die Nachrüstung bei uns in der Stadt jedoch gerne sofort und nicht erst in ein paar Jahren - auch wenn es natürlich zu begrüßen ist, dass das in Zukunft europaweit einheitlich geregelt wird. 

Bürgermeister Michael Kölbl pflichtete Stadler bei: "Der tote Winkel ist und bleibt einer der größten Unfallquellen im städtischen Bereich - auch bei uns. Kurz und bündig gesagt: Das machen wir."  Auch der Rest der Mitglieder des Bauausschusses stimmten dem Antrag der Grünen einstimmig zu. 

Rad vs. Lkw: Auch in der Region Unfälle

Im Februar diesen Jahres wurde eine 61-jährige Radfahrerin aus Rosenheim im Bereich der Hubertusstraße von einem Lastwagen erfasst und schwer verletzt. 

Ebenfalls im Februar wurde eine Radfahrerin an der Kreuzung Prinzregentenstraße/Frühlingstraße im Rosenheimer Stadtgebiet von einem Lkw erfasst. Die Dame erlitt dabei eine Beinverletzung, die im Klinikum behandelt werden musste. 

Im April 2018 endete ein Zusammenstoß tödlich: Im Rosenheimer Stadtteil Westerndorf wurde eine 45-Jährige von einem Lastwagen überfahren. Sie erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. 

mb

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