Nimmt Stadt ihre Geschichte nicht ernst?

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Die Wasserburger Grünen besuchten Schloss Hartheim, ein Gedenkort mit Historie.
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Wasserburg – Der Stadtrat beschäftigt sich in der heutigen Sitzung mit einem Punkt, der höchst sensibel ist und möglicherweise den Stadtrat spaltet. Die Stadtratsfraktion der Grünen möchte mehr Erinnerung an die Euthanasiemorde bewirken.

Im Januar 2015 haben sich die Grünen im Stadtrat an die Stadt gewandt. Der Antrag lautet: „Erstellung einer umfassenden Dokumentation der Euthanasiemorde an Patienten und Bewohner der Einrichtungen in Gabersee und Attel. Außerdem die Errichtung eines Mahnmals mit namentlicher Nennung der Euthanasieopfer aus Gabersee und Attel in Wasserburg. Die Durchführung einer würdigen Gedenkveranstaltung für die Opfer der Euthanasiemorde. Die Anbringung einer Gedenktafel im Innenhof von Schloß Hartheim durch die Stadt“. 

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Gedenkstätte Schloss Hartheim

Im Vorfeld wurde scheinbar besprochen, dass dieses Thema zu keiner Parteipolitik oder möglicher Profilierungsversuche führen solle, die Sensibilität des Themas scheint den Stadträten durchwegs klar zu sein. Zur Vorbereitung einer Beschlussfassung fand im März eine Besprechung statt, mit dabei waren neben Vertretern der Fraktionen und der Stadtverwaltung unter anderem Stadtarchivar Matthias Haupt, Vertreter der Stiftung Attl sowie der Archivar des Bezirks von Oberbayern, außerdem der Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums.

Braucht es auch in Wasserburg mehr Gedenken und Erinnerung an die Opfer der Euthanasiemorde? Diesem Thema nimmt sich am Donnerstag der Stadtrat Wasserburg an.

Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen besteht darauf, dass der durch sie eingereichte Antrag in ursprünglicher Fassung zur Abstimmung komme, eventuell auch mit Einzelabstimmung der aufgeführten Punkte. Im Bezirksklinikum in Mainkofen gehe man sehr transparent mit dem Gedenken und der Erinnerung an diese Vorfälle um, heißt es von Vertretern der Grünen Stadtratsfraktion. Nicht nachvollziehbar sei, warum dies in und für Wasserburg nicht auch in angemessenem Umfang realisiert werden könnte.

Quelle: rosenheim24.de

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