Objekt vorm Rathaus

„Kunst soll Fragen stellen“

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Gewöhnungsbedürftig? Für einige Wochen steht ab sofort dieses Kunstwerk von Rudl Endriss vor dem Rathaus am Marienplatz
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Wasserburg – Es hat bereits Tradition, dass der AK 68 vor dem Rathaus am Marienplatz ein Kunstwerk ausstellt, das als Einladung für die regelmäßige Kunstausstellung dient und zur Diskussion anregt.

Der Finanz- und Hauptausschuss der Stadt Wasserburg hat sich dafür ausgesprochen, dem AK 68 das Sondernutzungsrecht einzuräumen, um am Marienplatz direkt vor dem Rathaus ein Kunstwerk aufzustellen. Es handelt sich dabei um eine Art Kassenhäuserl, das eine Leihgabe von Rudl Endriss ist. Das Werk sei Teil eines Gesamten, mit der Kunstausstellung im Rathaus werde ein Gesamtbild erzeugt, erläutern die Verantwortlichen des AK 68.

Eröffnung der Kunstausstellung des AK 68

Vor der einheitlichen Zustimmung durch den Ausschuss wurde diskutiert.

Außer Frage stand dabei die Wertigkeit, dass der AK 68 wichtiger Bestandteil des Stadtlebens und Angebots sei. Dennoch betonte Bürgermeister Michael Kölbl, dass der Antrag extrem spät gestellt wurde und nun also lediglich zwei Tage vor Ausstellungsbeginn darüber entschieden werde, was Kölbl als nicht ideal empfinde. Das Kunstwerk selbst nehme er mit Humor, bemerkt das Stadtoberhaupt nebenbei.

Wolfgang Janezka, selbst im AK 68 aktiv, erklärte, dass es sich bei der Arbeit um ein „Readymade-Objekt “ handle. Ein vorgefertigter Gegenstand wird somit zum Kunstwerk. Janezka verglich den bald vor dem Rathaus stehenden Objekts mit Werken von Boyz oder Ai weiwei.

Seine Ausschuss-Kollegen lachten über den Vergleich mit weltweit anerkannten Künstlern, die ihre Werke als Sprachmedien zur Öffentlichkeit nutzen. „Das Werk soll nicht jedem gefallen, es soll vielmehr zur Diskussion anregen“, heißt es vom zweiten Vorsitzenden des AK 68, Janezka weiter. „Kunst soll keine Antworten geben, sondern Fragen stellen“. Süffisant ging die Diskussion dazu weiter.

Josef Baumann teilte augenzwinkernd mit, er hoffe nicht, dass die Menschen jetzt glauben, dass die Stadt wegen des Altstadtbahn-Projekts nun also schon mal ein Fahrkartenhäuserl vors Rathaus setzen würden“. Michael Kölbl warf umgehend ein, dass dies freilich nicht repräsentativ sei.

Die Ausschuss-Runde war sich absolut einig, dass der AK 68 für die Stadt eine Bereicherung darstelle und man dem Antrag nicht aus überzeugtem Geschmack, sondern als Anerkennung für den Arbeitskreis zustimme. Elisabeth Fischer drückte es in ihrer Wortmeldung ähnlich aus. „Nur aus Respekt vor dem Arbeitskreis stimme ich der Sondernutzung zu, denn dass dies ein Kunstwerk ist, kann ich nicht verstehen“. Michael Kölbl neutralisierte und gab zu bedenken, dass die Stadt nicht die inhaltliche Verantwortung übernehme, sondern lediglich den Platz zur Verfügung stelle. Auch die Verkehrssicherungspflicht trage der AK 68. Oliver Winter stellte klar, dass er das Timing der Ausstellung durch den AK 68 stets aufs Neue für äußerst schlecht gemacht ansehe. Zur stärksten Touristenzeit werde es den Besuchern nicht leicht gemacht, sich das Rathaus anzusehen. „Ich sehe die Kunstausstellung zeitlich gesehen jedes Jahr für verfehlt“, so der Wirtschaftsreferent.

Dem Antrag des AK 68 wurde trotz aller Diskussionspunkte einstimmig stattgegeben, die 368 Mitglieder des Arbeitskreises dürften sich über den gezollten Respekt durch die Ausschussmitglieder freuen. Über das Objekt selbst, das ab sofort und für einige Wochen der Sommerzeit nun vor dem Rathaus stehen wird, dürfen die Bürger sich freilich gerne selbst eine Meinung bilden.

Quelle: rosenheim24.de

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