Wegen geplantem Kombi-Krankenhausgebäude

Stadtrat trifft Todesurteil der "Majestät" von Wasserburg

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Wasserburg - Gibt es eine Lösung, den rund 200 Jahre alten Baum, der Hindernis für die Bauarbeiten zum neuen Kombinations-Klinikbau auf dem Bezirksgelände ist, zu erhalten? Am Donnerstagabend kam es zu einer Großdiskussion.

Ein längeres Vorwort als Erklärung für ein Thema als sonst führte Bürgermeister Michael Kölbl aus. "Es ist eine historische Entscheidung, die Sie heute treffen", betonte der Rathauschef in der Ratsrunde.

Das Projekt habe historische Dimension, so Kölbl weiter. Noch nie habe es so ein Investitionsvolumen gegeben, über da entschieden wurde. Mit einer groben Schätzen von gesamten Investitionskosten in Höhe von 200 Millionen Euro wird das Kombinations-Klinikgebäude der RoMed-Klinik und des Inn-Salzach-Klinikums als wichtiger Baustein genannt für zukünftige Vorsorge und Fürsorge. "Es ist wichtig", zogen zahlreiche Stadträte gleich.

Frederike Kayser-Büker und Christian Stadler sprachen die Wichtigkeit der guten ÖPNV-Verbindung an, die in den bisherigen Planungen nur bedingt gegeben seien. Ein Busstopp in unmittelbarer Nähe zum Klinikeingang der beiden Krankenhäuser sei dringend erforderlich, so beide Stadträte.

Wolfgang Schmid erklärte, dass es nicht einleuchtend sei, dass bei den vorausschauenden Planungen nie die Eiche im Blick gewesen sei. Peter Stenger warf Planern und Stadtverwaltung gar vor, dass wohl bekannt gewesen sei, dass die alte Eiche an diesem Platz stehe. Vielleicht habe man sogar bewusst dies verschwiegen, um die Planungen nicht zu gefährden, so Stenger.

Etwas rechtfertigend wirkte einer der anwesenden Planer. Auch die anderen Planungsmodelle der engeren Auswahl beim Wettbewerb seien nicht auf einen Erhalt der Eiche ausgelegt, heißt es vom Planer. Man könne ein Gebäude nicht nach links oder rechts verschieben, um den Baum zu erhalten, erklärte der Architekt in der Stadtratssitzung.

Ein Ausgleich für die geschätzt 200 Jahre alte Eiche sei definitiv vorgesehen und werde auch gemacht, betonten Bürgermeister und Planungsteam.

Anhand von Planungsskizzen wurde aufgezeigt, dass Alleen und weitere Ausgleichsbäume gepflanzt werden. "Somit werden die Lebensjahre der Eiche durch neue Bäume aufgewogen", so der Planer.

"Die Bebauungsplanung lässt die Darstellung offen, welche und wieviele Bäume gepflanzt würden", bemerkten einige der Stadträte am Donnerstagabend. Es werde eine Ersatzpflanzung über den Ausgleich hinaus geben, wiederholte und bekräftigte Michael Kölbl.

Einig waren sich die Anwesenden, dass der Klinikneubau beider Einrichtungen ein wichtiger Baustein für eine starke Region sei. "Wir sollten das auch nicht verzögern, es muss zeitnah passieren", findet Wolfgang Janezka.

Man müsse die Klinikstandorte stabil halten, so Janezka. Jede Verzögerung schraube die Investitionskosten nach oben, ist der SPD-Stadtrat überzeugt.

Eiche kommt weg - was sagt der Bund Naturschutz?

Die alte Eiche wird gefällt, das "Urteil" sprach der Stadtrat Wasserburg mit der Entscheidung, dem Bebauungsplan zuzustimmen. Bürgermeister Michael Kölbl dankte für die Diskussion und den positiven Beschluss, Baurecht für das Kombinationsprojekt RoMed-Klinik und Inn-Salzach-Klinikum zu schaffen.

Im Vorfeld hatte Kölbl mit dem Verantwortlichen des Bund Naturschutz gesprochen. "Es sei Aufgabe des Bund Naturschutz, die Eiche zu schützen, doch Herr Gräler mir im Vorfeld mitgeteilt, dass der Bund Naturschutz nicht juristisch gegen den Stadtrat vorgehen wird wegen der Eiche", so der Rathauschef.

Wann die alte Eiche gefällt wird, steht noch nicht fest. Norbert Buortesch verglich in seinen Ausführungen von der "Wasserburger Majestät" und bedauerte den Wegfall des Baumes sehr.

Rubriklistenbild: © Mittermair

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