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Erinnern in Schloss Hartheim

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Schloss Hartheim: Hier soll eine Gedenktafel durch die Stadt Wasserburg angebracht werden.

Wasserburg - Die Stadt besucht den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim und bringt eine Gedenktafel für die Opfer der NS-"Euthanasie" aus den Stadtteilen Gabersee und Attel an.

Der Stadtrat hat in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Oberbayern beschlossen, die lokalen Auswirkungen der NS-„Euthanasie“ noch besser zu erforschen. Auch in Zukunft soll das Gedenken an die ermordeten körperlich und geistig behinderten Menschen gepflegt werden. Hierzu wird zunächst am 18.12.2015 eine Gedenktafel der Stadt in Hartheim angebracht. In den vergangenen Wochen hatte Bürgermeister Kölbl anlässlich des Volkstrauertags der zahlreichen Opfer aus Attel und Gabersee gedacht.

Weiterhin wird der Bezirk Oberbayern in den nächsten zwei Jahren neue wissenschaftliche Forschungen vorstellen können. Ziel ist die Aufarbeitung der bis heute bestehenden Wissenslücken. Nachdem die Studien vorliegen, wird die Stadt Wasserburg eine örtliche Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus errichten.

Spardiktat, eugenische Ausrichtung, Deportation und Ermordung von Patienten bestimmten die Geschichte der örtlichen Anstalten während des Nationalsozialismus.

Aus der Einrichtung der Barmherzigen Brüder in Attel wurden in den Jahren 1940 und 1941 230 behinderte Menschen in andere Anstalten deportiert. 37 Pfleglinge verblieben in Attel. 26 Menschen starben eines natürlichen Todes. 78 Morde sind bisher belegt.

Die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Gabersee zwischen 1933 und 1941 wurde im Auftrag von Stadtarchiv und Heimatverein im Jahr 2011 wissenschaftlich erforscht. 534 Ermordungen Gaberseer Patienten, die von hier aus nach Hartheim deportiert wurden, sind belegt. Nach Auswertung der archivierten Patientenakten musste festgestellt werden, dass weitere Gaberseer Patienten Opfer des Nationalsozialismus und der „Euthanasie“ geworden waren: Nach beschlossener Schließung Gabersees wurden 266 Patienten in das Krankenhaus Eglfing-Haar verlegt. 24 Menschen wurden von dort aus nach Hartheim deportiert und ermordet, 37 starben durch Hunger.

Für die Fahrt nach Hartheim am 18.12.2015 stellt die Stadt Wasserburg einen Bus bereit. Bürger sind herzlich eingeladen, mitzufahren. Eine telefonische Anmeldung unter Tel. 08071/920369 ist für eine Mitfahrt zwingend erforderlich. Anmeldungen werden bis zum 16.12.2015 entgegen genommen.

Tagesablauf:

7.30 Uhr Abfahrt in Wasserburg am Gries

10.30 Uhr Begrüßung/Führung durch die Gedenkstätte und die Dauerausstellung

12.00 Uhr Anbringung und Vorstellung der Gedenktafel der Stadt Wasserburg

12.30 Uhr Mittagessen im Cafe der Gedenkstätte

Bis 15.00 Uhr freie Zeit zum Ausstellungsbesuch

15.00 Uhr Rückfahrt nach Wasserburg Ca. 18.00 Uhr Ankunft in Wasserburg

Pressemitteilung Stadtarchiv Wasserburg

Quelle: rosenheim24.de

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